Geliebte Clara Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Geliebte Clara: Porträt von Clara Schumann, die sich gleichzeitig um ihre Familie kümmerte und ihre eigene Pianistenkarriere vorantrieb.

Anno 1850 reist die hochbegabte und ebenso berühmte Pianistin Clara Schumann (Martina Gedeck) mit Mann und Kindern nach Düsseldorf. Ihr Gatte Robert Schumann (Pascal Greggory) will dort nach Jahren anstrengender Tournee eine feste Stelle als städtischer Musikdirektor antreten. Doch Roberts talentierter Kollege, der 14 Jahre jüngere Johannes Brahms (Malik Zidi), den Clara in Hamburg kennengelernt hat, ist nicht nur ihrer Virtuosität am Klavier verfallen.

Eine Dreiecksgeschichte, erfüllt von klassischer Musik und großen Gefühlen von Liebe bis Eifersucht. Helma Sanders-Brahms, selbst Nachfahrin von Johannes Brahms, verpackt das Ganze zu einem fulminanten Drama mit einer starken Martina Gedeck (“Der Baader Meinhof Komplex”).

Da ihr Mann, der manisch-depressive, berühmte Komponist Robert Schumann als Ernährer größtenteils ausfällt, übernimmt seine Frau Clara die Verantwortung für die Familie mit sechs Kindern und schafft es sogar noch, auch selbst als Pianistin international Konzerte zu geben. Da tritt der stürmische junge Musiker Johhannes Brahms in ihr Leben. Während Robert ihn als Mentor fördert, verliebt sich Johannes in Clara.

Da ihr Mann, der manisch-depressive Komponist Robert Schumann als Ernährer größtenteils ausfällt, übernimmt seine Frau Clara die Verantwortung für die Familie mit sechs Kindern und schafft es sogar noch, auch selbst als Pianistin international Konzerte zu geben. Da tritt der stürmische junge Musiker Johannes Brahms in ihr Leben. Während Robert ihn als Mentor fördert, verliebt sich Johannes in Clara. Ein Selbstmordversuch des Ehemannes ist die Folge, der sich im Anschluss in ein Sanatorium einliefern lässt.

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Kritiken und Bewertungen

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  • „Wertvoll”

    Der Film portraitiert die bemerkenswerte Musikerin Clara Schumann, die ihr Leben als 7fache Mutter, Pianistin, Komponistin und Ehefrau des manisch-depressiven Robert Schumanns zu meistern weiß. Als der junge ungestüme Johannes Brahms in das Leben der Schumanns tritt, beginnt eine eigenwillige Ménage a Trois der drei so unterschiedlichen Künstlertypen. Dreh- und Angelpunkt ist die Liebe zur Musik und die großen Gefühle, die alle drei miteinander verbinden. Martina Gedeck spielt herausragend die emanzipierte Clara, die sie intensiv verkörpert und damit dem Film atmosphärische Dichte verleiht. Geliebte Clara ist auch ein Musikfilm mit einem spektakulären Soundtrack, in dem man einfach schwelgen muss.

    Jurybegründung:

    Eine filmische Annäherung an ein eigentümliches und besonderes Kapitel deutscher Musikgeschichte. Für die Autorin und Regisseurin Helma Sanders-Brahms "eine schreckliche, eine wunderbare, eine schlimme und eine gute Geschichte. Eine Geschichte von Musik und Menschen."

    Drei musikalische Genies verstrickt in eine "menage à trois", geworfen in einen komplexen Gefühlsstrudel von Liebe und Begehren, von Huldigung und Eifersucht. Eine stets fesselnde und beziehungsreiche Konstellation, immer wieder zwischen Extremen pendelnd. So formuliert etwa Schumann seine ersten Eindrücke von Johannes Brahms mit dem Termini: "Brahms ist die streuende Katze, die ein Tiger werden wird." Und Brahms gesteht: "Ich möchte Ihr Sklave werden."

    Mit dieser hier skizzierten Grundmelodie des Films verweben sich noch andere Motive. Zum einen die Emanzipationsgeschichte der Clara Schumann, ihre für ihre Zeit so revolutionäre Attitüde einer kreativen Autonomie.

    Zum anderen die Krankheitsstudie des Robert Schumann, die Tragik seines Abdriftens in Suchtabhängigkeit und Demenz. Ein Film auch mit wechselnden Gesichtern und Geschichten: Melodram, Tragödie, Persiflage von erstarrten Konventionen. Die menschlichen Extreme ihres Films setzt Sanders-Brahms immer in Beziehung zu dem Mirakel der Musik, ihrer bleibenden Suggestion und Faszination.

    Geliebte Clara ist immer dann als Film mit künstlerischem Anspruch überzeugend und gelungen, wenn er selbst die stereotypen Versatzstücke des Genres negiert und sich allzu platten Metaphern verweigert.

    Hervorzuheben ist die Besonderheit der schauspielerischen Leistungen einer Martina Gedeck und von Pascal Greggory als von Dämonen gehetzter und schließlich zermürbter Robert Schumann. Exzellent!

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Es hätte so schön werden können. Es hätte eine wunderbar erzählte Dreiecksgeschichte werden können – klassisch und ohne große Überraschungen wahrscheinlich, aber es hätte gut werden können. Es hätte auch ein hervorragend erzähltes Portrait einer Frau werden können, die absolut einzigartig in ihrer Zeit war. Und es hätte auch ein spannender Versuch werden können, zu erzählen, woran Robert Schumann gestorben sein könnte. Hätte, hätte, hätte... Ist aber nicht!

    „Geliebte Clara“ will erzählen, wie es damals war, als die Klaviervirtuosin Clara Schumann von den zwei berühmtesten Komponisten Deutschlands – Robert Schumann und Johannes Brahms – verehrt und geliebt wurde. Dabei gerät nur leider vieles durcheinander: Hier hat Robert Schumann Probleme mit seiner erfolgreichen, berühmten Frau und will sie an den Herd verbannen, da hört er plötzlich Stimmen in seinem Kopf, die dissonant klingen und es geht minutenlang nur um seine Krankheit oder seinen Irrsinn – da ist sich der Film nicht ganz sicher. Mal verehrt Schumann Brahms, dann wieder nicht, dann wieder doch. Kurz um, es ist ein ewiges Hin und Her, überfrachtet mit zu schwerer Symbolik: Schon zu Beginn fällt Schumann, als er dem Konzert seiner Frau lauscht der Ehering herunter und wer ist sofort zur Stelle, um ihn aufzuheben? Johannes Brahms natürlich...

    Vieles macht auch überhaupt keinen Sinn: Wenn sich zum Beispiel Brahms nach Roberts Tod zu Clara ins Bett legt, ihr Nachthemd lüftet und sich freut, dass er endlich ihre Brüste kneten darf (anders kann man da wirklich nicht beschreiben), aber gleichzeitig verkündet, er würde nicht mit ihr schlafen, nur mit anderen, aber jedes Mal nur an sie denken.

    Auch die Schauspieler können leider nicht überzeugen. Martina Gedeck hat man bereits in deutlich besserer Weise agieren sehen und Pascal Greggory spielt Robert Schumann unglaublich unsympathisch, was eigentlich nicht schlecht ist, aber man ist bald genervt und möchte Schumann lieber hören als sehen. Nur Malik Zidi als ungestümer Johannes Brahms lockert das Ganze ein kleines bisschen auf.

    Das einzige, woran man wirklich Freude finden kann, ist die Musik. Der Film lebt durch die Musik von Robert und Clara Schumann und Johannes Brahms.

    Wie gesagt, es hätte so schön werden können. Denn die Regisseurin Helma Sanders-Brahms ist in der Tat eine Nachfahrin von Johannes Brahms und erzählt somit ein Stück weit ihre eigene Geschichte.

    Fazit: Ein Drama und damit ist nicht nur das Genre gemeint.
  • Die berühmte Pianistin und Komponistin Clara Schumann im Konflikt zwischen Karriere und Kindern, zwischen Gatte Robert Schumann und jungem Nachwuchs-Talent Johannes Brahms.

    Kein trockenes Biopic, sondern Musik, Liebe, Eifersucht und Dramatik liefert Helga Sanders-Brahms Porträt der Clara Schumann, einer schon im 19. Jahrhundert modernen Frau. Die erfolgreiche Komponistin und Pianistin, die auf Konzertbühnen gleichrangig mit Franz Liszt gefeiert wurde, versuchte das, was Frauen im 21. Jahrhundert noch immer nicht gelingt: einen Weg finden zwischen der Aufgabe als Mutter (von sechs Kindern) und Ehefrau, dem Wunsch nach beruflicher Erfüllung und persönlicher Selbstverwirklichung.

    Da der manisch-depressive, berühmte Komponist Robert Schumann als Ernährer größtenteils ausfiel, musste sie die Verantwortung für die Familie übernehmen und obendrein internationale Konzerte souverän bestreiten – während ihr Mann alles daran setzte, sie an Heim und Herd zu fesseln, was ihm auch eine Zeitlang gelang. Die Begegnung mit dem stürmischen Johannes Brahms (jugendlich-sympathisch Malik Zidi) wirft beide aus der Bahn. Schumann stürzt sich als Mentor auf den jungen Mann, dessen Ausnahmetalent ihn begeistert, der in sie verliebte Johannes weckt bei Clara trotz treuer Liebe zu Robert eine brennende und unstillbare Sehnsucht. Die auch nach dem Tod von Robert Schumann im Irrenhaus unerfüllt bleibt. Der Film konzentriert sich auf die Jahre 1850 bis 1956, in denen Schumann als Musikdirektor in Düsseldorf erstmals eine feste Stelle annimmt, was sich aber aufgrund von Reibereien mit dem Orchester als schwierig erweist, so muss Clara einspringen und sich anfänglich mit Vorurteilen gegen Frauen als Dirigentin auseinandersetzen, die sich aber schnell durch ihre zupackende Art und unbestreitbare Kompetenz erledigen. Selbstlos steht sie Schumann als Kodirigentin zur Seite.

    Die Regisseurin umkreist die Sollbruchstellen des Lebens, Emotionen sind zu spüren, aber sie explodieren nicht auf der Leinwand. Martina Gedeck gibt die geniale, aber rationale, die liebende, aber nicht leidenschaftliche Clara und kann neben der schauspielerischen Stärke des wechselweise von Lust und Melancholie umwehten Pascal Greggory in seiner inneren Versehrtheit durchaus bestehen, auch wenn dessen Figur am Ende in den Mittelpunkt rückt. Der Verzicht auf kitschige Sentimentalität ist berechtigt, etwas mehr Sentiment hätte dieser außergewöhnlichen Frauenfigur jedoch nicht geschadet. mk.

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