Filmhandlung und Hintergrund

Großartiges Darstellerensemble in einem packenden Thriller von "Nachtschicht"-Mastermind Lars Becker um zwei Rettungssanitäter auf Abwegen.

Als die Sanitäter Emile und Freddy zur hochschwangeren Ehefrau von Generalstaatsanwalt Montgomery gerufen werden, können sie nicht ahnen, dass dieser Notruf der Auftakt zum größten Abenteuer ihre Lebens ist. Montgomery steht auf der Abschussliste eines Waffenhändlers. Als er kurz drauf tatsächlich Opfer eines Attentats wird, drückt er Freddy den Schlüssel zu einem Schließfach in die Hand. Dort finden die Freunde zwar eine Tasche voller Geld, aber nun haben sie auch die Killer am Hals.

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Kritikerrezensionen

  • Geisterfahrer: Großartiges Darstellerensemble in einem packenden Thriller von "Nachtschicht"-Mastermind Lars Becker um zwei Rettungssanitäter auf Abwegen.

    Die Krimis von „Nachtschicht“-Erfinder Lars Becker gehören mit zum Besten, was das deutsche Fernsehen zu bieten hat. „Geisterfahrer“ erzählt eine Geschichte, die in abgewandelter Form auch in den Rahmen von Beckers „Nachtschicht“-Reihe passen würde, doch dann hätte Armin Rohde natürlich nur in seiner angestammten Rolle als Mitglied des KDD-Teams mitwirken können.

    So darf er wunderbar überzeugend einen Staatsanwalt verkörpern, der von Anfang derart unsympathisch ist, dass sein wahres Ich nicht weiter überrascht. Im Zentrum des Films aber stehen zwei ungewöhnliche Helden: Der Filmtitel bezieht sich auf den Fahrstil von Rettungsfahrer Emile (Fahri Yardim), der das Krankenhaus in Rekordzeit zu erreichen pflegt, weil er sämtliche Verkehrsregeln ignoriert und gern auch mal auf der falschen Seite fährt, wenn’s dadurch schneller geht. „Geisterfahrer“ werden Emile und sein Freund und Kollege Freddy (Tobias Moretti) aber auch in anderer Hinsicht, als sie den Fund ihres Lebens machen.

    Die Geschichte beginnt jedoch ganz anders: Emile und Freddy werden zu einer hochschwangeren Frau (Sophie von Kessel) gerufen. Sie entpuppt sich als Gattin von Generalstaatsanwalt Montgomery (Fritz Karl), der unter verschärftem Polizeischutz steht: Waffenhändler Otto Schlesinger (Uwe Ochsenknecht) hat ihn zum Abschuss freigegeben. Ausgerechnet Lola König (Julia Dietze), die Frau des Gangsters, bringt nun Ereignisse ins Rollen, die am Ende auch die beiden unbescholtenen Rettungsfahrer unter sich begraben werden: Sie klaut ihrem Mann eine Tasche mit viel Geld und trifft sich mit Montgomery, nicht ahnend, dass der Geschäftspartner des Gatten postwendend seine Killer von der Leine lässt. Während Lola entkommen kann, drückt der sterbende Staatsanwalt Freddy den Schlüssel zu einem Schließfach in die Hand. Dort finden die Freunde die Geldtasche, aber nun hängen sich die Killer an ihre Fersen.

    Becker (Buch und Regie) hat für seine Inszenierung eine interessante Mischform gefunden: Der Rettungswagen braust ohne Rücksicht auf Verluste durch die Hamburger Innenstadt wie in einem Großstadtkrimi aus Hollywood; die Szenen mit den Gangstern wiederum erinnern an italienische Mafia-Thriller aus den Siebzigern von Regiegrößen wie Damiano Damiani. Trotzdem ist es neben dem Sujet vor allem Beckers Führung des herausragenden Ensembles, die diesen Film aus der Masse der Krimis heraushebt. Die Schauspieler sind ausnahmslos sehenswert, zumal sich eine Größe wie Misel Maticevic nicht zu schade war, die vergleichsweise winzige Rolle eines früheren Knastkumpels von Emile zu übernehmen. Sehenswert wie stets ist auch Martin Brambach als Montgomerys Personenschützer, der für den weiteren Verlauf der Geschichte eine entscheidende Rolle spielt.

    Nebenbei ist „Geisterfahrer“ aber auch eine Verbeugung vor den Rettungssanitätern, die trotz lausiger Bezahlung alles geben, um Andere zu retten, und die damit leben müssen, dass der Tod ihr ständiger Begleiter ist. All das erzählt Becker derart packend, dass die verschiedenen Handlungslücken nicht weiter ins Gewicht fallen. Man wundert sich zwar, wie rasch die Figuren regelmäßig am richtigen Ort sind (woher wissen die Sanitäter, um welche Schließfächer es sich handelt?), aber andererseits verdankt der Film diesen Auslassungen auch sein Tempo. Und dann ist da ja noch Armin Rohde, der mit dem kurzen Zucken eines Lides ganze Dialogsätze überflüssig macht. Großartig auch, wie er als Staatsanwalt mit einem Satz die Staatsgewalt auf den Punkt bringt: „Wir klingeln nicht.“ tpg.

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