Ganz oder gar nicht

  1. Ø 5
   1997
Ganz oder gar nicht Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Ganz oder gar nicht: Liebenswert-witzige, subtil sozialkritische Komödie über strippende Stahlarbeiter.

Statt in Depressionen zu verfallen, gründet der arbeitslose Stahlarbeiter Gaz eine Strippertruppe, die bei den Frauen von Sheffield für erregte Gemüter und bewegte Geldbeutel sorgen soll. Das absurde Unternehmen schweißt die anatomisch und athletisch bemitleidenswerte Gruppe zusammen. Hoffnung wächst, wo eben noch Verzweiflung drohte.

Um seine karge „Stütze“ aufzubessern, beschließt der arbeitslose Stahlarbeiter Gaz, eine männliche Striptease-Truppe auf die Beine zu stellen. In seiner Heimatstadt Sheffield sucht und findet er fünf Gleichgesinnte, mit denen zusammen er nach dem Vorbild der „Chippendales“ die Choreographie für den geplanten Auftritt einstudiert. Da aber leider keiner der Sechs einen muskelgestählten Adonis-Körper zu bieten hat, beschließen sie, dem weiblichen Publikum etwas völlig Ungewöhnliches zu bieten: die nackte Wahrheit und nichts als die Wahrheit…

Die Stahlarbeiter von Sheffield haben schon bessere Zeiten erlebt, die meisten sind arbeitslos und verbringen ihre Tage mit der erfolgslosen Suche nach Arbeit. Als die „Chippendales“ in das triste Städtchen einziehen hat Gaz ein Idee. Als Männer-Striptruppe will er sich und seine Freunde aus der finanziellen Misere helfen. Doch er mangelt nicht nur an den anatomischen Voraussetzungen. Überraschungserfolg aus Großbritanien.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Während Hollywood unverändert das britische Kino zur Ader läßt und Nachwuchs wie Beeban Kidron, Danny Cannon oder Paul Anderson über den Atlantik lockt, reagiert der blutende Patient mit kontinuierlichen, für Stabilität sorgenden Talentinjektionen. Peter Cattaneo (Regie) und Simon Beaufoy (Drehbuch) sind mit ihrem Kinodebüt „Ganz oder gar nicht“ der beste und aktuellste Beweis. Ihr Märchen von arbeitslosen Stahlarbeitern, die ihr Beschäftigungs- und Finanzloch als Strippergruppe stopfen wollen, verbindet absurde Komik mit unaufdringlichen sozialkritischen Beobachtungen und hat bei sorgfältiger Startvorbereitung das Zeug zu einem Überraschungshit.

    Sehr spöttisch beginnen Cattaneo und Beaufoy ihre Komödie mit einem angegrauten Werbefilm für das Sheffield der Zukunft, das 25 Jahre später längst keine mehr hat. Der Niedergang der Stahlindustrie hat der Stadt und vielen ihrer Arbeiter die Perspektiven genommen. Arbeitslosigkeit dominiert und hat die traditionellen Strukturen über den Haufen geworfen. Während die Frauen nun häufig das Überleben ihrer Familie sichern, erlebt das Selbstbewußtsein der sonst mit dieser Rolle anvertrauten Männer den freien Fall. Nicht zu erschüttern ist jedoch Gaz (sympathischer Verrückter: Robert Carlyle, Großbritanniens derzeit vitalste mimische Allzweckwaffe), obwohl seine geschiedene Frau ihm das Besuchsrecht für den gemeinsamen Sohn verweigern möchte, falls nicht endlich Unterhaltszahlungen eintreffen. Doch Gaz hat längst schon einen todsicheren Finanzierungsplan entworfen, nachdem ein Besuch der Chippendales bei den Sheffield-Frauen ein gewinnträchtiges Disco-Inferno ausgelöst hatte. Das schnelle Pfund witternd, gründet Gaz mit Freunden, Kollegen und anderen Verzweifelten eine Strippertruppe. Angesichts der ungelenken, mit Bauch oder vorgerrücktem Alter bestraften Herren eine absurde, aber gerade deshalb absolut kinotaugliche Idee, die befreiendes Lachen generiert, aber von Buch und Regie nie ins Lächerliche gezogen wird. Die soziale Notsituation bleibt nie Dekor, sondern bereitet das dramatische Spannungsfeld für die Figuren und ihre zutiefst menschlichen Konturen. „We dare to be bare“, das Motto der Sheffield-Stripper, kann in diesem Zusammenhang nicht nur anatomisch, sondern auch emotional gedeutet werden. Obwohl „Ganz oder gar nicht“ im Mittelteil gelegentliche Atempausen einlegt, hält diese Komödie die Zuschauer bei der „Stange“. Bis hin zum triumphalen Finale, dem Akt der Befreiung – für die Stripper, aber auch die Kinogänger, die mit einem kleinen Vorrat an Euphorie in den Alltag entlassen werden. Fleshdance – what a feeling. kob.

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