Filmhandlung und Hintergrund

Die Nachforschungen eines Filmemachers auf dem Gebiet der Transzendenz werden zu einem dreistündigen Trip durch Länder und Kulturen.

In einer Flughafenkirche von Toronto geraten Christen angesichts eines Besuchs durch den Heiligen Geist in Ekstase, während andernorts zur gleichen Zeit House&Techno-Klänge bzw. synthetische Drogen dafür reichen. In Las Vegas wird gesprengt und gespielt, dazu hat dort jemand die elektronische Sexstimulanz perfektioniert. Wie ruhig dagegen das Leben in der Schweiz: Nebel über den Pässen, Sauberkeit auf den Straßen. In Indien versteht man religiöse Feste zu feiern, doch das traurige Starlet aus Bollywood hat gerade ganz andere Sorgen.

Mondo Mettler: Länder und Kulturen ohne vorgefasstes Urteil mit den offenen Augen eines Kindes zu entdecken ist das Ziel des Schweizers Peter Mettler und seines experimentellen, ca. dreistündigen Dokumentarfilmtrips.

Vom Ort seiner Kindheit, Toronto, bricht Peter Mettler zu einer Reise auf, auf der er eine religiöse Massenveranstaltung in einem Hotel, Sprengarbeiten in Las Vegas, Spurenverfolgung in der Wüste Nevadas, Straßenleben in der Schweiz und das Nebeneinander von Technologie und Göttern im heutigen Indien erlebt. Die Lust auf Nervenkitzel und die Sehnsucht nach Sicherheit in einer ungewissen Welt verbinden dabei alle Orte.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Gambling, Gods and LSD: Die Nachforschungen eines Filmemachers auf dem Gebiet der Transzendenz werden zu einem dreistündigen Trip durch Länder und Kulturen.

    Sechs Jahre Arbeit benötigte der Schweizer Dokumentarfilmer Peter Mettler („Scissere“) für dies Gesamtkunstwerk, das bei der jährlichen Wahl der besten kanadischen Filme 2002 unter die Top 10 gelangte. Aus über 50 Stunden Material schnitt Mettler eine dreistündige Fassung, ein Road Movie im ursprünglichen Sinn des Wortes: eine Reise um die Welt, in der sich Bilder und Töne in fünf an den jeweiligen Orten und Landschaften orientierten Kapiteln teils dokumentarisch, teils experimentell und teils als meditative Bildfolgen zu einer subjektiven Suche nach mystischen Erfahrungen in der modernen Welt bündeln.

    Auf dem Flughafen von Toronto interviewt Mettler einen Junkie und beobachtet im Hotel eine Massenveranstaltung der Jesus People, die in religiöse Verzückung geraten. Im Monument Valley und in Los Alamos streift er durch Raketensilos und nimmt eine unterirdische Atomexplosion auf. In Las Vegas interessieren ihn die unendlichen Lichtfantasien und Videoüberwachungen, befragt er den Erfinder der „erotischen Elektro-Stimulation“ mit Genitalelektroden und filmt Sprengarbeiten für ein Hotel. In der Schweiz formieren sich Wasserbilder, Gletscheraufnahmen, Hunderennen, Kühe, Rave Parties, Aussagen eines kokainabhängigen Paares und ein Chemiker, der über LSD doziert, zum kontrastreichen Panorama. In Südindien fügen sich Zeremonien im Kodana Rama Tempel, Straßenverkehr und Computerzentralen zu kreativem Nebeneinander.

    Die von Mettler interviewten Menschen sind fast alle auf der Suche nach Frieden, Harmonie, Einklang mit der Natur und spiritueller Transzendenz. Nach und nach wird der Film Pilgerreise und eine Art Ritual, das des Zuschauers Assoziationen durchdringt. Die Schlusssequenz ist Verbeugung vor Jean Renoirs Indien-Film „The River“ (1950), einer der schönsten Filme der Welt: Bei Mettler läuft wie beim Vorbild ein kleiner Junge minutenlang am Ufer des Ganges entlang, aufgenommen von einem Boot in der Flussmitte. Wer sich auf Mettlers Film über die „Zustände der Menschen“ einlässt, wird wie in Filmen von Joris Ivens („Eine Geschichte über den Wind“) oder Chris Marker („Sans soleil“) mit ungewöhnlichen Bildern und Tönen belohnt. ger.

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