Für Dich dreh ich die Zeit zurück

   Kinostart: 26.05.2017

Für Dich dreh ich die Zeit zurück: Herausragend gespielte Tragikomödie um einen Mann, der für seine demente Frau die Siebziger auferstehen lässt.

Filmhandlung und Hintergrund

Herausragend gespielte Tragikomödie um einen Mann, der für seine demente Frau die Siebziger auferstehen lässt.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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5 Bewertungen
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Kritikerrezensionen

  • Für Dich dreh ich die Zeit zurück: Herausragend gespielte Tragikomödie um einen Mann, der für seine demente Frau die Siebziger auferstehen lässt.

    In der wunderbar gespielten Liebesgeschichte lässt ein Mann für seine demente Frau die Siebziger auferstehen.

    Musik ist der beste Jungbrennen: Ein Song genügt, und schon ist die Jugend wieder präsent. Weil die an Alzheimer erkrankte Gattin Erika (Gisela Schneeberger) mehr oder weniger in der Vergangenheit lebt, lässt der Wiener Rentner Hartmut (Erwin Steinhauer) musikalisch die Siebzigerjahre wieder aufleben, als sie sich in einander verliebt haben. Perfekt wird die Illusion jedoch erst, als Enkelin Helena (Ella Rumpf) mit einem Umzugslaster voller Mobiliar anrückt und die beiden das Eigenheim in ein Retro-Museum umgestalten. Natürlich ist die Geschichte eigentlich unendlich traurig; aber die beiden Hauptdarsteller lassen die Tragik nur unterschwellig zu. Gerade Steinhauer ist großartig als liebevoller Ehemann, der dem Rest der Welt grantelnd, schimpfend und fluchend begegnet, allen voran seinem Sohn Thomas (Simon Schwarz), der so völlig anders ist als er selbst; aus gutem Grund, wie sich später zeigt. Eine traumhaft sichere Gratwanderung gelingt auch Gisela Schneeberger: Erikas Aussetzer sorgen für die komische Ebene des Films, aber sie wird nie zur Witzfigur, zumal die Krankheitssymptome nicht beschönigt werden; die alte Dame entwickelt sich mehr und mehr zu einem kleinen Kind, das keinen Moment allein gelassen werden darf. Eine Ärztin rät Hartmut, seiner Frau dabei zu helfen, ihren inneren Frieden zu finden, denn Erika liegt offenbar noch etwas auf der Seele. Das Drehbuch (Uli Brée und Klaus Pieber) versorgt die beiden großen Mimen ohnehin mit viel Spielmaterial. Die eigentliche Handlung ist relativ überschaubar, aber bei Schneeberger und Steinhauer in den besten Händen. Deshalb wäre es im Grunde auch gar nicht nötig gewesen, der Enkelin einen eigenen Erzählstrang mit lesbischer Beziehung, bevorstehender Club-Eröffnung und ungewollter Schwangerschaft einzurichten; darstellerisch kann die immerhin recht attraktiv besetzte Nebenebene (Miriam Fussenegger spielt Helenas Freundin) ohnehin nicht mit den beiden Stars mithalten. Eine weitere maßgebliche Rolle spielt selbstredend die Musik, auch wenn die Auswahl von Pink Floyd bis Boney M. etwas wahllos anmutet. Entscheidender aber ist natürlich das Lebensgefühl, das durch das Wiederhören mit den Hits der Siebziger geweckt wird, zumal „Dschinghis Khan“, der deutsche Eurovisionsbeitrag des Jahres 1979, für die schönste Szene des Films sorgt (Regie: Nils Willbrandt): Weil die Medien auf Hartmuts Engagement aufmerksam werden und er im TV-Interview bedauert hat, dass Erikas Illusion vor der Haustür endet, sorgt die gesamte Siedlung dafür, dass sich das ändert, und bietet zu den Klängen des Songs eine mitreißende Choreografie. Aber „Für Dich dreh ich die Zeit zurück“ ist eine Tragikomödie und kein Märchen, weshalb sich das Erlebnis als Tagtraum entpuppt. Umso schöner, dass der Film zwar realistisch, aber dennoch versöhnlich endet. TPG.

Kommentare

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