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Kritikerrezensionen

    1. In den USA, speziell in Kalifornien, gibt es eine höchst liberale Gesetzgebung in Bezug auf reproduktive Medizin – und es gibt genügend Reiche, die für ihr Wunschbaby nach vorab gewähltem Design zahlen können. Die weltgrößte Samenbank ist hier angesiedelt, und eigentlich kann jeder eine eigene Agentur für Eizellenspenderinnen aufmachen – so wie ein in Brasilien geborener Jude, der strikt gegen Einwanderer ist und in seinem Job als Radiomoderator kräftig die Werbetrommel für seine Eizellenbank rührt.
      Wer eine Eizelle spendet, bekommt bis zu 4000 $, Leihmütter, die die befruchteten Zellen anderer austragen, erhalten für ihre Ersatzschwangerschaft im Schnitt 15000 $.

      „Frozen Angels“, eine deutsch-amerikanische Koproduktion in Zusammenarbeit mit dem Kleinen Fernsehspiel, beobachtet verschiedene Personen, die mit künstlicher Befruchtung, mit technisch hergestelltem Nachwuchs zu tun haben – vom Direktor einer Samenbank bis zum Spross einer Nobelpreisträger-Samenspende, von der Leihmutter bis zu dem, der männlichen Leichen Sperma entnimmt, damit der Tote nochmal Vater werden kann.

      Sind wir auf dem Weg zum Designerbaby? Dürfen, sollen Eltern die Augen- und Hautfarbe, Fähigkeiten und Eigenschaften ihrer Kinder aussuchen, zur Not durch genetische Manipulation am Embryo? Wie wirkt es sich auf die Betroffenen aus, wenn sie an nicht-sexuellem menschlichen Reproduktionsprozess teilhaben, den Spendern, den Leihmüttern und den genetisch mit ihren Kindern nicht verwandten Eltern? Der Film thematisiert Fragen, ohne Antworten zu geben, geben zu können. Die Beteiligten kommen zu Wort, ohne dass eine Kommentarstimme die Informationen ordnet, bewertet. Nur immer wieder Bilder urbaner Industrieanlagen, die die industrielle Fertigung von Menschen versinnbildlichen. Dürfen wir Gott spielen? Und wenn ja, bis zu welchem Ausmaße? Darf es zu einer neuen, klinischen Eugenik kommen, zur Selektion des Nachwuchses?

      Viele Amerikaner wünschen sich ihre Kinder blond und blauäugig, und erik Black und Frauke Sandig erzählen subtil von einer neuen Art des Rassismus, von der Suche nach der perfekten Schönheit für den eigenen Nachwuchs – und davon, wer die Maßstäbe für die Schönheit festlegt. Eine junge Latinofrau ist voll Vorurteile gegenüber Weißen, die sie allesamt für reich hält und für sorgenlos, bei denen sie das reine Glück sieht – wenn sie weiße, blonde Kinder hätte, könnte sie dieses Glück auch ihrem Nachwuchs gönnen.

      Wo wird es enden? Wird es eine neue Superrasse geben auf der Basis des Menschen, genetisch verbesserten Nachwuchs als verbesserte Version der reichen Klasse, Kinder, die von ihren „Eltern“ zu Übermenschen gemacht wurden, ohne selbst darüber entscheiden zu können? „Frozen Angels“ bietet eine Bestandsaufnahme realer und denkbarer Möglichkeiten der Nachwuchserzeugung, Denkanstöße, aber keine endgültige Antwort auf die Frage, wo die Grenze ist.

      Doron Blake, ein junger Mann, ist aufgrund der Samenspende eines Nobelpreisträgers überhaupt erst entstanden, und tatsächlich: er hat den IQ von 180 geerbt. Jetzt wohnt er bei seiner Mutter, spielt Sitar und meditiert, und er verschwendet keinen Gedanken daran, Wissenschaftler zu werden. Wie viel von dem, was wir sind, machen unsere Gene aus?

      Fazit: Fragen zur medizinischen Reproduktionstechnik, auf die es keine Antwort geben kann.

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