Filmhandlung und Hintergrund

TV-Verfilmung des gleichnamigen Romans der Französin Fred Vargas, Kult-Ermittler Adamsberg wird von Jean-Hugues Anglade verkörpert.

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Kritikerrezensionen

  • Fred Vargas: Bei Einbruch der Nacht: TV-Verfilmung des gleichnamigen Romans der Französin Fred Vargas, Kult-Ermittler Adamsberg wird von Jean-Hugues Anglade verkörpert.

    Der Sendeplatz am späteren Sonntagabend im ZDF hat sich längst als erste Adresse für internationale Krimikunst etabliert. Mit Fred Vargas hat das ZDF nun eine neue Quelle entdeckt. Die Geschichten der französischen Bestsellerautorin passen perfekt in die Reihe großer Namen wie Henning Mankell, Elizabeth George oder Sjöwahl/Wahlöö.

    Die Verfilmungen ihrer Romane, eine Koproduktion des ZDF mit France 2, sind in jeder Hinsicht düster: Josée Dayan hat den Filmen konsequent jedes Wohlbefinden ausgetrieben. Gerade der Auftakt, „Bei Einbruch der Nacht“, lässt einen regelrecht frösteln. Die Handlung spielt in den französischen Alpen, im Nationalpark des Mercantour-Massivs. Dayan, dank internationaler Koproduktionen wie „Der Graf von Monte Christo“ oder „Les Miserables“ eine der renommiertesten französischen Fernsehregisseurinnen, unternimmt gar nicht erst den Versuch, die unwirtliche, abweisende Gegend freundlicher erscheinen zu lassen. Immer wieder zeigt die Kamera die Landschaft mit ihren sich mühsam die Berge hochwindenden Straßen aus einer Vogelperspektive, die die Menschen klein und unbedeutend erscheinen lässt.

    Konsequenterweise spielt die eigentlich Hauptfigur der zunächst vierteiligen Reihe anfangs nur eine Nebenrolle: Kommissar Adamsberg (Jean-Hugues Anglade) wird beinahe beiläufig eingeführt, Protagonist ist erst mal der kanadische Grizzly-Forscher Lawrence (Tobias Moretti), von den Einheimischen bloß „der Trapper“ genannt, der den Sommer bei seiner Freundin Camille (Hélène Fillières) in den Alpen verbringt. Eines Tages werden sie zu einem Gemetzel gerufen: Ein Wolf hat offenbar mehrere Schafe gerissen. Die Wunden sind allerdings überraschend tief. Bald munkeln die einfachen Menschen von einem Werwolf, der sein Unwesen treibe. Im Verdacht haben sie einen Schlachthofmitarbeiter, der prompt verschwunden ist, als kurz darauf zum ersten Mal ein Mensch stirbt. In der Hütte des vermeintlichen Mörders finden Camille und Lawrence eine Straßenkarte mit einer Markierung. Entlang dieser Route gibt es weitere Morde. Camille macht sich mit einem alten Schäfer und dem Adoptivsohn des ersten Mordopfers an die Verfolgung.

    Leider verschwindet der „Trapper“ ungefähr nach der Hälfte des Films ohne Angabe von Gründen aus der Handlung; vielleicht, um den Weg für Adamsberg frei zu machen, denn der übernimmt die Ermittlungen. Da er außerdem Camilles früherer Freund ist, war wohl kein Platz für gleich zwei Mannsbilder. Mit Lawrence verliert die Geschichte allerdings auch ihre stärkste Figur, zumal Moretti den Zoologen mit viel Melancholie versieht. Natürlich ist Lawrence ein einsamer Wolf, und für Adamsberg gilt das selbstredend ebenfalls, selbst wenn Anglade (hierzulande aus Filmen wie „Betty Blue“ und „Subway“, aber auch durch eine Rolle an der Seite von Veronica Ferres in „Kein Himmel über Afrika“ bekannt) zunächst kaum Gelegenheit hat, dem Charakter des Ermittlers Tiefe zu geben.

    Die Faszination des Films mindert das nicht, zumal es schließlich natürlich auch zur unvermeidlichen Konfrontation zwischen den beiden Nebenbuhlern kommt. Die allerdings allzu wortreiche erläuterte Auflösung der Geschichte ist überraschend. tpg.

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