Filmhandlung und Hintergrund

Sensibel und heiter erzählter Film über den Alltag einer verwitwete Mutter von sieben Kindern im Irland der 60er Jahre.

Um ihren verstorbenen Mann angemessen beerdigen zu können, verschuldet sich Agnes Browne bis zum Hals bei einem Kredithai. Ihre sieben Kinder, sechs Jungen und ein Mädchen wollen ernährt sein - also verkauft Agnes Obst und Gemüse auf dem Markt. Als Bäcker Pierre ihr schöne Augen macht, wird Agnes klar, dass sie auch noch ein eigenes Leben hat, trotz der Sorge für die Kinder.

Dublin, Ende der 60er Jahre. Der Tod ihres Mannes stürzt Agnes und ihre sieben Kinder in eine schwere finanzielle Krise. Um ihren Mann anständig beerdigen zu können, muss sie sich von einem skrupellosen Kredithai Geld leihen, denn ihr kleiner Gemüsestand bringt die Familie kaum über die Runden. Agnes beschwert sich aber nicht, hat sie doch in Marion eine gute Freundin, die mit ihr durch dick und dünn geht. Erst als der Bäcker Pierre sich in sie verliebt, droht ihr geordnetes Leben aus der Bahn zu geraten…

Nachdem sie gerade erst eine schwere finanzielle Krise überstanden hat, in die sie die Kosten für die Beerdigung ihres Mannes stürzten, scheint das Leben von Agnes Brown aus den Fugen zu geraten, als sich der Bäcker Pierre in sie verliebt. Im Dublin der späten 60er angesiedelte Hymne auf eine reife Frau, die ein neues Leben beginnen muss, von Anjelica Huston ohne Hollywood-Schwulst inszeniert.

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Kritikerrezensionen

  • Frauen unter sich: Sensibel und heiter erzählter Film über den Alltag einer verwitwete Mutter von sieben Kindern im Irland der 60er Jahre.

    Für ihre zweite Regie nach „Bastard out of Carolina“ (1995) hat Anjelica Huston in das Ambiente ihrer Kindheit zurückgefunden, nach Irland. Sie erzählt vom Alltag einfacher, sozial nicht gerade bevorteilter Menschen im Dublin der sechziger Jahre. Dabei entscheidet sie sich, analog zum vitalen Humor der Iren, für einen heiteren Ton, der Frank Capra nähersteht als dem Tony Richardson jener Jahre. Als verwitwete Mutter von sieben Kindern mit einem Obst- und Gemüsestand auf dem Markt macht Anjelica Huston außerdem in der Titelrolle eine gute, wenn auch manchmal etwas zu glamuröse Figur. „Tiger“ Tom Jones kommt überzeugend als Wunschtraum-Märchenprinz.

    Der Bestsellerroman „The Mammy“ von Brendan O’Carroll, geschrieben nach seiner erfolgreichen und von ihm selbst in der Hauptrolle gesprochenen Radio-Serie „Mrs. Browne’s Boys“, fand in Jim Sheridan („Mein linker Fuß“, „Im Namen des Vaters“) den ambitioniert geeigneten Produzenten. Er war es auch, der den Stoff Anjelica Huston anbot, zumal die Story in den Händen einer Frau emotional sicher sensibilisiert ist. Agnes Browne ist eine irische Mutter Courage, die sich auch durch die aussichtslosesten Situationen und Lebensbedingungen nicht unterkriegen läßt. Um ihren verstorbenen Mann angemessen beerdigen zu können, verschuldet sie sich bis zum Hals bei einem Kredithai. Agnes startet neu, ihre sieben Kinder, sechs Jungen und ein Mädchen im Alter von 2 bis 14 Jahren, wollen ernährt sein -also verkauft Agnes Obst und Gemüse auf dem Markt. Ihre beste Freundin Marion (Marion O’Dwyer) hat den Nachbarstand und erzählt ihr eines Tages begeistert, daß sie zwei Orgasmen hintereinander hatte. Agnes Browne hat zwar sieben Kinder in die Welt gesetzt aber nie einen Orgasmus erlebt.

    Die beiden Frauen nehmen das Leben trotz Armut und anderer Widrigkeiten mit wunderbar unerschöpflichem Humor und persönlichem Stil, der von Kraft und Würde geprägt ist. Als Agnes bemerkt, daß sich der französische Bäcker Pierre (Arno Chevrier) für sie interessiert, wird ihr klar, daß sie auch noch ein eigenes Leben hat, das sie zu leben nicht vergessen darf, trotz der Sorge für die Kinder. „Agnes Browne“ ist ein Film der Frauen, in dem Männer wenig Chancen haben. Es sei denn, sie sind wie Tom Jones, der „Tiger“, von dem Agnes träumt und dem sie eines Tages - wirklich? - in einem Konzert begegnet.

    Anjelica Huston schafft eine unaufdringliche Fröhlichkeit und Heiterkeit und geht trotzdem nicht an der Realität vorbei, in der auch immer ein Eckchen für Romantik ist. Deshalb ist nach dem Film auch die Frank-Capra-Frage erlaubt: „Ist das Leben nicht schön?“ Das Publikum dürfte sie positiv beantworten. fh.

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