Frau Böhm sagt nein

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TV-Drama im Zeichen der Wirtschaftskrise: Senta Berger als einfache Sachbearbeiterin, die gierigen Managern Contra gibt.

Rita Böhm ist in der Traditionsfirma Hewaro eine angepasste Außenseiterin: Die mausgraue Sachbearbeiterin ist für die Bezüge des Vorstands zuständig und die Diskretion in Person. Als Hewaro von einem Weltkonzern geschluckt wird und sie den Vorstandsmitgliedern insgesamt 80 Millionen Euro Prämie anweisen soll, sagt sie zum ersten Mal in ihrem Arbeitsleben nein. In der Betriebskantine wird sie dafür gefeiert; dabei hat sie doch nur ihre moralische Pflicht getan.

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Kritikerrezensionen

  • Frau Böhm sagt nein: TV-Drama im Zeichen der Wirtschaftskrise: Senta Berger als einfache Sachbearbeiterin, die gierigen Managern Contra gibt.

    Ähnlichkeiten mit lebenden Personen seien rein zufällig, versichert eine Schrifttafel zu Beginn des Film: eine reine Schutzbehauptung, denn natürlich soll man sie alle wieder erkennen, die Essers, Ackermanns, Middelhoffs und Wiedekings dieser Welt. Auch die „Lustreisen“ des VW-Betriebsrats sind Thema der Geschichte; eigentlich fehlt bloß noch die Bestechungsaffäre bei Siemens.

    Auslöser der Idee zu diesem Drehbuch von Dorothee Schön aber war die Übernahmeschlacht zwischen Mannesmann und Vodafone, als sich deutsche Manager ihre Niederlage mit 60 Millionen Euro vergolden ließen. Damals hatte sich eine Sachbearbeiterin geweigert, die Prämien anzuweisen. Sie ist das Vorbild für die Heldin dieses Films, dessen Titel vor allem wegen seiner Bescheidenheit so wunderbar passt: „Frau Böhm sagt nein“.

    Eine der größten Stärken von Schöns Handlung ist der konsequente Verzicht auf jede Art von Heroik. Weil Produktion (Mark Horyna, Zeitsprung) und Redaktion (Anke Krause, WDR) gemeinsam mit Schön von Anfang der Meinung waren, die Hauptfigur als allenfalls „stille Heldin“ zu ehren, fand man in Connie Walther genau die richtige Regisseurin für diesen Stoff. Schon ihre ungewöhnliche Stasi-Romanze „12 heißt: ich liebe dich“ handelte ja von ganz normalen Menschen, die sich nur deshalb ungewöhnlich verhalten, weil sie in eine außergewöhnliche Situation geraten. Für Rita Böhm gilt das nicht minder, und niemand könnte diese verhuschte ältere Dame kurz vor der Rente besser verkörpern als Senta Berger. Frau Böhms devote Körperhaltung, die indirekten Blicke, die sich nur ungern in die Augen ihrer Gesprächspartner verirren, dieses ganze personifizierte Mausgrau: All das hätte nach Bergers Deutschem Fernsehpreis für „Schlaflos“ gleich schon die nächste Auszeichnung verdient.

    Rita Böhm ist in der Traditionsfirma Hewaro, die schon lange nicht mehr dem Gründer gehört, eine angepasste Außenseiterin: Die Sachbearbeiterin ist für die Bezüge des Vorstands zuständig und daher die Diskretion in Person. Als Hewaro von einem Weltkonzern geschluckt wird und sie den Vorstandsmitgliedern insgesamt 80 Millionen Euro Prämie anweisen soll, sagt sie vermutlich zum ersten Mal in ihrem Arbeitsleben nein. In der Betriebskantine wird sie dafür gefeiert; dabei hat sie doch nur ihre moralische Pflicht getan. Und das bisschen Sand hält das Globalisierungsgetriebe sowieso nur kurz auf.

    Connie Walther und ihr bevorzugter Kameramann Peter Nix verzichten bei der Bildgestaltung konsequent auf Effekthascherei. Formal gibt sich der extrem sparsam musikalisierte Film also ähnlich bescheiden wie Titel und Hauptfigur. Aber die Führung der Darsteller, eine der großen Stärken Walthers, ist optimal gelungen. Das gilt gerade auch für die vielen Nebenfiguren, die konsequent mit unverbrauchten Gesichtern besetzt wurden, so dass die Schauspieler die Rollen nicht überlagern. Gegenspielerin Frau Böhms ist ohnehin weniger der Vorstandschef (Thomas Huber), sondern seine Sekretärin Ira Engel (Lavinia Wilson), eine ehrgeizige junge Frau. Als sich Frau Böhm vorübergehend um die Tochter der durch einen Hörsturz außer Gefecht gesetzten Kollegin kümmert, scheint es fast, als könnten die beiden so unterschiedlichen Frauen Freundinnen werden; bis Frau Böhm entdeckt, dass auch Ira Engel eine sechsstellige Provision erhalten soll. tpg.

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