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Forgotten Silver

Filmhandlung und Hintergrund

Mit enormem Erfolg lief dieser clevere Pseudo-Dokumentarfilm des neuseeländischen Regie-Wunderkindes Peter Jackson auf zahlreichen Festivals und mittlerweile auch bei dem deutschen Kabelsender Premiere. „Kein Oscar für McKenzie“ erzählt die (erfundene) Geschichte eines „vergessenen“ Filmpioniers und seines monumental gescheiterten Großprojektes so perfekt im Stile vergilbten Archivmaterials, daß nicht wenige Zuschauer...

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bereichert im ländlichen Neuseeland der junge Filmpionier Colin McKenzie die jungfräuliche Technik um allerhand nicht selten spektakuläre Innovationen. So dreht McKenzie bereits 1908 einen Ton- und 1911 einen Farbfilm, ohne jedoch auf dem Rest der Welt sonderlichen Anklang zu finden. Revolutionäre Showformate bringen ihm Geld für die Verwirklichung eines epochalen Historiendrama, doch scheitert sein Traumvorhaben an der schieren Dimenson des Projektes.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfindet der heute vergessene Filmpionier Colin McKenzie von der Welt unbemerkt und früher als alle anderen Farbfilm, Tonfilm und Streiche mit versteckter Kamera. Kunstgeschichte von Peter „Hobbit“ Jackson.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Mit enormem Erfolg lief dieser clevere Pseudo-Dokumentarfilm des neuseeländischen Regie-Wunderkindes Peter Jackson auf zahlreichen Festivals und mittlerweile auch bei dem deutschen Kabelsender Premiere. „Kein Oscar für McKenzie“ erzählt die (erfundene) Geschichte eines „vergessenen“ Filmpioniers und seines monumental gescheiterten Großprojektes so perfekt im Stile vergilbten Archivmaterials, daß nicht wenige Zuschauer tatsächlich auf dieses gewitzte Fake hereinfielen.

    Jener völlig frei erfundene Neuseeländer Colin McKenzie, der schon im Knabenalter begann, mit bewegten Bildern zu experimentieren und im Alter von zwölf Jahren eine dampfbetriebene Kamera erfand, ist Gegenstand der Untersuchung einer Gruppe von Filmexperten (unter Leitung von Peter Jackson und dem Kritiker Costa Botes). Anläßlich der Hundertjahrfeier des Kinos wird McKenzie nun als wegweisender Filmpionier „entdeckt“: Erste rudimentäre Proben ergeben, daß er sein frühes Material aus rohen Eiern hergestellt hat und schon 1908 den Tonfilm realisierte, dessen Erfolg allein daran scheiterte, daß die Schauspieler chinesisch sprachen und noch keine Untertitel erfunden waren. Drei Jahre später experimentierte McKenzie mittels eines speziellen Beerensaftes mit ersten Farbaufnahmen, die jedoch wegen ihres anstößigen Inhalts (tanzende Taihitianerinnen) aus dem Verkehr gezogen wurden und dem abenteuerlustigen Regisseur eine Gefängnisstrafe einbrachten.

    Kernstück des Films freilich ist das Monumentalepos „Salome“, daß McKenzie im Stile Cecil B. DeMilles im neuseeländischen Dschungel mit der Errichtung einer gigantischen Kulissenstadt begann und aus Geldmangel immer wieder unterbrechen mußte. Tatsächlich entdecken die Forscher mitten in der Wildnis die versunkenen Überreste jener sagenhaften Produktion, deren „restaurierte“ und verblüffend authentisch aussehende Rohfassung dann auch einen Großteil des Films ausmacht. Jackson und Botes gönnen ihrem tragischen Helden schließlich ein entsprechend würdiges Ende, wenn sie ihn als Kriegsberichterstatter 1936 in den spanischen Bürgerkrieg schicken, wo er wenig später zufällig seinen eigenen Tod filmt. Zusätzlich an Glaubwürdigkeit gewinnt Jacksons hintergründige Farce durch die bierernst vorgetragenen Wertschätzungen prominenter Persönlichkeiten unserer Tage, darunter der Schauspieler Sam Neill, Miramax-Boß Harvey Weinstein und der US-Kritiker Leonard Maltin, die nichts geringeres fordern, als daß die Kinogeschichte nach McKenzie nun vollends umgeschrieben werden müsse. Man mag von Herzen zustimmen, und sei es nur deswegen, weil die neuseeländischen Prankster zwischen ihren großen Studioprojekten - Jackson realisierte „Kein Oscar für McKenzie“ vor und während der Dreharbeiten zu seinem Universal-Film „The Frighteners“ und arbeitet momentan an einem aufwendigen Remake von „King Kong“ - noch Zeit, Energie und Geld aufbrachten, um diese liebenswerte, pfiffige und kenntnisreiche Hommage an das Kino zu bewerkstelligen. evo.

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