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Filmhandlung und Hintergrund

Flandern: In Cannes ausgezeichnete, radikale Reflexion über die Barbarei des Krieges.

Der junge Farmer André und die hübsche Barbe, die als Schalmpe gilt, weil sie es gerne mit jedem treibt, haben eine freudlose Beziehung. Barbe tröstet isch mit dem willigen Blondel. Beide Männer ziehen kurze Zeit später mit anderen Dorfjungs in einen fiktiven Krieg, weg aus Flandern. Ein Kreig der das Schlechteste in ihnen weckt, sie zu Bestien mutieren läßt. Die schwangere Barbe flüchtet sich zu Hause nach einer Abtreibung in den Wahn und landet in der Psychiatrie.

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Kritikerrezensionen

  • Nach seinen „Twentynine Palms“ schockiert Bruno Dumont erneut, diesmal mit einer radikalen Reflexion über die Barbarei des Krieges, ausgezeichnet mit dem „Großen Preis“ der Jury in Cannes.

    Der Franzose polarisiert, er will nicht gefallen, arbeitet mit Laiendarstellern und kümmert sich nicht um breite Anerkennung. Im Gegenteil, er legt es darauf an, zu verstören, zu irritieren und zu provozieren. Mit „Flandres“ gelingt ihm das perfekt. Das platte Land im Nordosten Frankreichs scheint Menschen hervorzubringen, bei denen ein Funke genügt, sie zu Monstern werden zu lassen. Trister und freudloser Sex in Feld und Scheune zwischen dem jungen Farmer André und der hübschen Barbe, die als Schlampe gilt, weil sie es gerne mit jedem treibt. Ihre Sensibilität merkt niemand. Als sie sich vom Liebhaber, den sie schon seit Kindesbeinen kennt, vernachlässigt fühlt, nimmt sie sich den willigen Blondel. Eine Frau zwischen zwei Männern, die wenig später mit noch ein paar anderen Dorfjungs in einen fiktiven, wahrscheinlich in Afrika angesiedelten Krieg ziehen. Assoziationen an den Irak. Ein Krieg, der das Schlechteste in ihnen weckt. Dumont lässt nichts aus – Mord der Soldaten an zwei jungen Scharfschützen und an einem alten Eselstreiber, Gruppenvergewaltigung, Kastration als Racheakt an dem einzigen Soldaten, der nicht beteiligt war. Das schwangere Mädchen daheim nimmt derweil eine Abtreibung vor und flüchtet sich in den Wahn, landet für kurze Zeit in der Psychiatrie. Die Unwirtlichkeit der Landschaft spiegelt die Unwirtlichkeit der Seele wieder, Verwüstung und Amoralität. Unter dem mikroskopischen Blick der Kamera lösen sich zivilisatorische Regeln in Nichts auf, zurück bleiben Leere, Sprachlosigkeit, banale Sätze. Die Figuren agieren wie in einem fremden Automatismus, zeigen sich nackt und angreifbar, schlagen um sich. Sex heißt bei Dumont anonyme Vereinigung der Körper, potenzierte Einsamkeit zu zweit. Das direkte Licht und die langen Einstellungen lassen dem Zuschauer keine Möglichkeit zum Entkommen. Der Regisseur folgt in seiner filmischen Umsetzung konsequent der Hobbes’schen Philosophie vom Menschen als des Menschen Wolf. Zeitweise ist die Konfrontation mit dem Bösen, das sich in Ausnahmesituationen entwickelt, unerträglich. Dennoch kann man sich trotz aller Abwehr dem dunklen Sog nicht entziehen. mk.

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