Flammend Herz

Kinostart: 14.10.2004

Flammend' Herz: Dokumentation über drei eng befreundete Männer um die Neunzig und ihre gemeinsame Tätowier-Leidenschaft.

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Filmhandlung und Hintergrund

Dokumentation über drei eng befreundete Männer um die Neunzig und ihre gemeinsame Tätowier-Leidenschaft.

Drei würdige ältere Herren lassen in Erinnerungen die Vergangenheit wieder aufleben: Karlmann, Spross eines hanseatischen Patriziergeschlechts, Herbert, der neureiche Geschäftsmann mit Wohnsitz im Steuerparadies, und Albert, der Seemann von altem Schrot und Korn. Erst, wenn sie aus ihren Anzügen schlüpfen, sieht man, was sie außer wechselhaften Freundschaften noch verbindet: die Lust am Tätowieren.

Ein rundes Jahrhundert Kulturgeschichte wird lebendig in den bewegten Erinnerungen einiger Herren, die ihrer Leidenschaft bereits frönten, als Tattoos noch nicht jedes zweite Schülergesäß zierten, sondern das Stigma des Ausgestoßenen, das Zeichen des Asozialen bedeuteten.

Der etablierte Geschäftsmann Herbert, Karl, der Sohn aus gutem Hause, und der handfeste Seemann Albert haben es gemeinsam allen gesellschaftlichen Vorbehalten zum Trotz geschafft, ihre Leidenschaft fürs Tätowieren auszuleben: Unter ihren glattgebügelten Anzügen enthüllen die Herren Hautbemalungen in farbenfroher Pracht, an denen sich ihre Lebensgeschichten und die Geschichte ihrer ungewöhnlichen Freundschaft erzählen lassen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Flammend Herz: Dokumentation über drei eng befreundete Männer um die Neunzig und ihre gemeinsame Tätowier-Leidenschaft.

    Tattoos sind modisches Attribut, bewundertes oder belächeltes Ornament am Körper. Es gab Zeiten, in denen Tätowierungen den Ruch von Knasterfahrung oder genereller Andersartigkeit trugen und verpönt waren. Davon zeugt das Porträt, das Oliver Ruts, in der Kunst bewandert, und Andrea Schuler in ihrem Debütfilm von drei rüstigen Männern zeichnen, die zwischen 86 und 91 Jahre alt und durch die Leidenschaft für Ganzkörpertätowierungen verbunden sind. Karlmann Richter, Herbert Hoffmann und Albert Cornelissen erzählen aus ihrem Leben und zeigen stolz die kleinen Kunstwerke auf ihrer Haut.

    Die drei hatten sich in den 60er Jahren in Hamburg kennen gelernt, wo sie in Herberts „Ältester Tätowierstube“ nahe der Reeperbahn arbeiteten, lebten und Freunde wurden. Als sie sich für den Film wieder sehen sind sie zwar durch einen Erbschaftsstreit belastet, aber Harmonie und Selbstbewusstsein siegen. Ihre Lebensgeschichten, ihre Homosexualität (nur Albert ist Hetero) und die Reihenfolge der Tattoos, an denen sie sich nach wie vor erfreuen, werden nach und nach enthüllt. Gelegentlich können sie sich nicht mehr daran erinnern, welches Tattoo zu welcher Episode ihres Lebens gehört. Man hört von Russlandfeldzug und Gefangenschaft, von Sehnsucht und Seemannsleben, Anfeindungen uns Ausgrenzungen.

    Das außerordentlich liebevolle Porträt der „Bilderbuchmenschen“ ist ein Dokumentarfilm geworden, der von der Aufgeschlossenheit seiner drei Helden profitiert, die als herzliche Verwandte des berühmten Harpuniers Quiqueg aus Herman Melvilles „Moby Dick“ für sich einnehmen. Einer ihrer Freunde, „Tattoo-König“ Theodor Vetter, ehemaliger Seemann, ist am 13.07.2004 mit 72 gestorben. Der Film ist hochinteressant, teils urkomisch und vermittelt nebenbei eine kleine Sittengeschichte der Tätowierkunst. ger.

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