Filmhandlung und Hintergrund

Packendes Liebesdrama um den Dichter Hölderlin und spannender Blick in eine Zeit des Umbruchs.

Der junge Dichter Hölderlin arbeitet als Hauslehrer und verliebt sich in Susette, die Gattin seines Arbeitgebers. Ihre Liebe ist zum Scheitern verurteilt, es bleiben nur gestohlene Momente heimlicher Lust. Die Geliebte stirbt an gebrochenem Herzen, der Schmerz über den Verlust treibt Hölderlin in den Wahnsinn.

Frankfurt, 1796: Der 26-jährige Dichter Friedrich Hölderlin ist ein Rebell, Träumer und Idealist. Auf Empfehlung seines Freundes Isaac von Sinclair wird er Hauslehrer beim Bankier Gontard, in dessen Frau Susette er sich unsterblich verliebt. Als ihr gemeinsamer Fluchtplan durch den Verrat des eifersüchtigen Sinclair scheitert, beginnt ein Versteckspiel, mit dem Hölderlins produktivste Phase einhergeht. Dennoch bleibt ihm die Anerkennung seines gewagten Werks versagt. Als dann auch noch Susette stirbt, verliert Hölderlin den Verstand.

Ebenso packendes wie opulentes Historien- und Liebesdrama um das tragische Schicksal des verkannten Dichters Friedrich Hölderlin im Frankfurt um 1800, inszeniert von Max-Öphüls-Preisträgerin Nina Grosse.

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    Kritikerrezensionen

    • Feuerreiter: Packendes Liebesdrama um den Dichter Hölderlin und spannender Blick in eine Zeit des Umbruchs.

      Das „große und konsequente Scheitern“ reizte Nina Grosse an der Figur des Lyrikers Friedrich Hölderlin, dessen Leben mit allen Höhen und Tiefen einer verzehrenden Leidenschaft reichlich Stoff für ein ausdrucksstarkes Period Piece bietet. Neben der einzigartigen Liebesgeschichte wirft „Feuerreiter“ auch einen Blick in die Hochzeit deutscher Literatur und in eine Gesellschaft im Umbruch.

      Nicht nur kriegerische Auseinandersetzungen prägten die Jahrzehnte nach der Französischen Revolution. Die Literatur erlebte einen Höhenflug, es war die Zeit von Goethe, Schiller, Kleist und Hegel, nach der strengen Klassik brachte die Romantik (mit Novalis, Eichendorff oder E.T.A. Hoffmann) auch eine kulturelle Revolution. Zwischen den Strömungen befindet sich Friedrich Hölderlin, im Jahre 1796 ein junger, aufstrebender Dichter, der in seinen Werken griechisch-antike Versformen auf die deutsche Sprache anwendet, damit aber auf wenig Gegenliebe stößt. Durch Vermittlung seines Freundes Isaac von Sinclair, der den Rebellen liebt, erhält er eine Stelle als Hauslehrer in der Familie des Bankiers Gontard. Bald verfällt der arme Poet der Bankiersgattin Susette. Als er die große Liebe seines Lebens und die Kinder vor den Kriegswirren in Sicherheit bringen soll, entbrennen gefährliche Gefühle. Zurück nach Frankfurt will das Paar fliehen und einen Neuanfang wagen. Durch Gontards überraschende Kampfbereitschaft um die Zuneigung seiner Frau mißlingt der Plan. Die Flucht findet nicht statt, Hölderlin verläßt gedemütigt das Haus. Es bleiben nur gestohlene Momente geheimer Lust. Der Idealist stürzt sich in die Arbeit: „Diotima“ und „Hyperion“ erscheinen. Um dem Schmerz der permanenten Sehnsucht zu entgehen, nimmt Hölderlin eine Position in Bordeaux an. Susette stirbt an gebrochenem Herzen, der Dichter kann sie nur noch tot in die Arme nehmen. Der Verlust treibt ihn in den Wahnsinn.

      Auf den ersten Blick irritiert das Äußere von Nina Grosses Hölderlin. Wer einen zarten, schöngeistigen Jüngling erwartet, wird enttäuscht. Martin Feifel vom Hamburger Thalia Theater wirkt eher viril und zupackend. Das hindert ihn aber nicht, die in sich zerrissene Persönlichkeit mit Verve zu verkörpern. Der maßlose Traumtänzer erinnert in seiner radikalen Konsequenz an Figuren wie Jim Morrison, Klaus Kinski oder Rimbaud. Genug ist nicht genug – nach dieser Devise schafft er ein literarisches Universum jenseits der damals herrschenden Konvention, verstört durch unkontrolliertes Verhalten, erschreckt durch Zügellosigkeit und einen unaufhaltbaren Selbstzerstörungstrieb. Die Verfilmung des historischen Stoffes überzeugt – neben Schauspielern wie Ulrich Mattes (als verräterischer Freund und Liebhaber Sinclairs) oder Ulrich Mühe (als gehörnter Ehemann) – vor allem durch opulente Ausstattung, in die wohl ein Teil des 11 Mio. Mark Budget geflossen ist. Das tragische Schicksal des verkannten Künstlers, die Gratwanderung eines Grenzgängers zwischen Innen- und Außenwelt sollte bei gezieltem Marketing über die kulturell interessierte Klientel hinaus Anklang finden. Optisch muß „Feuerreiter“ jedenfalls den Vergleich mit internationalen Historienfilmen nicht scheuen. mk.

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