Female Perversions

Kinostart: 21.11.1996

Filmhandlung und Hintergrund

Erotik-Drama mit Tilda Swinton über eine aufstrebende Staatsanwältin, deren Persönlichkeit zu zerbrechen droht.

Die attraktive und ehrgeizige Staatsanwältin Eve steht kurz vor der Berufung zur Richterin. Doch als ihre Schwester Madelyn im Gefängnis landet, schweifen Eves Gedanken zu alten Familien-Dramen, die ihre Minderwertigkeitsgefühle immer mehr zum Vorschein kommen zu lassen drohen. Bei einem Vorstellungsgespräch beim Gouverneur bricht ihre Persönlichkeit schließlich vollends zusammen.

Die ehrgeizige Staatsanwältin Eve steht kurz vor der Berufung zur Richterin. Als ihre Schwester Madelyn beim Ladendiebstahl erwischt wird und im Gefängnis landet, versucht die familienbewußte Eve, ihr beizustehen. Dabei wird sie jedoch mit einem dunklen Kapitel aus ihrer Vergangenheit konfrontiert, das ihren Minderwertigkeitskomplex zum Vorschein kommen läßt. Bei einem Vorstellungsgespräch beim Gouverneur stürzt Eve schließlich in eine tiefe Identitätskrise.

Das Selbstbewußtsein der ehrgeizig-intelligenten Staatsanwältin Eve schwindet, als ihre Schwester im Gefängnis landet. Sie wird gezwungen, sich ihren Zweifeln, sexuellen Fantasien und Alpträumen zu stellen. An der Psychoanalyse orientiertes, unkonventionelles Erotikdrama.

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Kritikerrezensionen

  • Female Perversions: Erotik-Drama mit Tilda Swinton über eine aufstrebende Staatsanwältin, deren Persönlichkeit zu zerbrechen droht.

    Derek-Jarman-Muse Tilda Swinton, deren androgyn-unwirkliche Schönheit sich seit ihrer enigmatischen Verkörperung von Virginia Woolfs Geschlechts- und Zeitgrenzgänger „Orlando“ dem kollektiven Bilderspeicher als zeitenthobene Ikone eingegraben hat, kehrt in einer traumwandlerisch sicher besetzten Rolle auf die Leinwand zurück, die eigens für sie geschaffen scheint: Als hyperelegante, abgründig neurotische Staatsanwältin Eve, die in Susans Streitfelds feministischem „Hardcore“-Erotik-Drama kurz vor ihrer Berufung zur Richterin aus dem Gleichgewicht gerät und gezwungen wird, sich ihren Zweifeln, sexuellen Fantasien und Alpträumen zu stellen.

    Grundlage des von der ins Regiefach gewechselten Hollywood-Agentin Streitfeld gemeinsam mit Julie Herbert erarbeiteten Drehbuchs bildet die an Freud und der Psychoanalyse orientierte Gender-Studie der feministischen Bestsellerautorin Louise J. Kaplan, „Female Perversions: The Temptations of Emma Bovary“: Historisch-philosophische Essays über die Ab- und Umwandlungen, denen sich Frauen unterwerfen, um in einer patriarchalisch bestimmten Welt bestehen zu können. Aus diesem theoretischen Konvolut entwickelte das Duo eine zwar stark fragmentierte, mit Träumen, Kindheitserinnerungen, erotischen Visionen und Wahnvorstellungen durchsetzte, in sich aber abgeschlossene Story, die durch eine herausragende Kameraarbeit (Teresa Medina) und das luzide Spiel mit verschiedenen Realitätsebenen vom ersten Augenblick an in Bann schlägt. Eve’s Aufstieg ins Richteramt, mit Talent, offensivem Einsatz der Körperreize sowie einem eisernen Willen ertrotzt, wird nicht nur von ihrer anders gearteten Schwester Madelyn (Amy Madigan) gefährdet, die beim Ladendiebstahl erwischt wird und in einem Provinznest ins Gefängnis wandert. Hinter der modisch-perfekten Fassade verbergen sich tiefe Unsicherheiten, Minderwertigkeitsgefühle und eine panische Angst, eines Tages als Schwindlerin entlarvt zu werden, die weder ihre eruptive Bisexualität zügeln kann noch gegen Selbstdestruktionsimpulse immun ist. Der pflichtschuldige Versuch, ihrer Schwester beizustehen, kostet Eve weiter an Selbstsicherheit, weil alte Familiendramen wach werden, die sie nachts nicht mehr in Ruhe lassen. Als sie auch noch kurz hintereinander von ihrem Lover und ihrer neuen Gespielin abgewiesen wird und beim Vorstellungsgespräch vom Gouverneur auf ihr gestörtes Verhältnis zu den family values angesprochen wird, bricht ihre Persönlichkeit vollends zusammen: Eine Identitätskrise, deren Wurzeln in die frühe Kinderzeit weisen.

    Streitfelds radikales Werk verlangt ein hohes Maß an Konzentration und löst nicht jede Anspielung in lineare Erklärungen auf. Vor allem die Visualisierung der sexuellen Obsessionen sperrt sich trotz ihrer offensichtlichen Allegorisierung einer leichten Zuordnung. Für alle aber, die an Gender und Rollendefinition, Geschlechterdifferenz und Identitätsmustern interessiert sind, bietet der Film einen wohlstrukturierten Fundus an Assoziationen und Interpretamenten, die durch die artifizielle Gestaltung der erotischen Sequenzen außerdem reichlich visuelle Freuden bereit hält. led.

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