Filmhandlung und Hintergrund

Vorzüglich besetzte und äußerst unterhaltsame Satire.

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Kritikerrezensionen

  • Familie Lotzmann auf den Barrikaden: Vorzüglich besetzte und äußerst unterhaltsame Satire.

    Vorzüglich besetzte und äußerst unterhaltsame Satire, die von der ARD aus unerfindlichen Gründen mit einem undankbaren Sendeplatz bestraft wird.

    Mitunter sind die Wege der ARD-Programmplanung unergründlich: Dass das „Erste“ diese kurzweilige Komödie, die bei den Hofer Filmtagen ihre Premiere feierte, aufs Abstellgleis verbannt hat, ist kaum nachzuvollziehen. „Familie Lotzmann auf den Barrikaden“ handelt von einem äußerst turbulenten Tag im ansonsten sehr beschaulichen Leben der kleinbürgerlichen Titelfamilie: Mutter Annemarie (Gisela Schneeberger) ist sauer, weil dem Gatten (Jörg Gudzuhn) die Rettung des Hallenbads wichtiger ist als ihr siebzigster Geburtstag, den er schlicht vergessen hat. Am Abend hat Hubert zwar einen turbulenten Skateboard-Ritt auf einem Staubsauger sowie einen Ausflug in die Müllpresse überlebt, gilt aber als islamistischer Terrorist.

    Autor Sönke Andresen hat für Axel Ranisch auch die Vorlagen für zwei improvisierte „Tatort“-Episoden aus Ludwigshafen geliefert. „Babbeldasch“ war jedoch ein missglücktes Laienspiel, und auch bei „Waldlust“ ist das Experiment nur halbwegs gelungen. Womöglich waren es diese Erfahrungen, die die ARD bewogen haben, „Familie Lotzmann“ in die Nacht zu verschieben, schließlich sind Improvisationen nicht jedermanns Sache. Die Komödie unterscheidet sich stilistisch allerdings kein bisschen von anderen Fernsehfilmen. Außerdem orientiert sich Andresen geradezu vorbildlich am klassischen Komödienmotto „Kleine Ursache, große Wirkung“. Der vergessene Geburtstag ist wie ein Steinchen, das am Ende zur ausgewachsenen Lawine wird, denn es folgt Missgeschick auf Missgeschick. Erstes Opfer ist der Wellensittich Herr Neumann, dem eine Begegnung mit dem Staubsauger gar nicht gut tut.

    Schon allein die Verkettung lauter völlig absurder Umstände macht diese Komödie zu einem großen Vergnügen, zumal sämtliche Mitwirkenden mit großer Spielfreude dabei sind. Dank der ausnahmslos vorzüglichen Schauspieler werden aus den zunächst klischeehaft anmutenden Charakteren authentische Menschen, die auch in der Nachbarschaft wohnen könnten. Die schönsten Nebenrollen haben Sigrid Schnegelsiepen-Sengül als Annemaries walkürenhafte Schwester mit Hang zum Drama und Ercan Durmaz als Achmed, Huberts Freund und Mitstreiter in der Bürgerinitiative. Entscheidenden Anteil an den Verwicklungen hat Tochter Bille (Eva Löbau), eine radikale Kapitalismuskritikerin, die gegen die Neueröffnung eines Elektro-Discounters protestiert. Die Filiale ist die 10.000 ihrer Art, das soll entsprechend zelebriert werden, aber mitten in der Feier mutiert Hubert zum Staatsfeind Nummer eins, weil er den Regeln der Wegwerfgesellschaft trotzt und keinen neuen Staubsauger will, zumal Herr Neumann wider Erwarten überlebt hat; und so wird aus der Komödie eine mit grotesken Einfällen fast schon überfrachtete Familienfilmsatire, die immer wieder mit schönen Details überrascht. tpg.

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