Falco - Verdammt, wir leben noch!

  1. Ø 4
   2007

Falco - Verdammt, wir leben noch!: Biopic über den österreichischen Pop-Exzentriker, dessen Hits ebenso thematisiert werden wie seine Drogen-Exzesse und sein spektakulärer Tod.

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Filmhandlung und Hintergrund

Falco - Verdammt, wir leben noch!: Biopic über den österreichischen Pop-Exzentriker, dessen Hits ebenso thematisiert werden wie seine Drogen-Exzesse und sein spektakulärer Tod.

Ende der 50er Jahre wird Johann Hölzel (Manuel Rubey) in Wien geboren und wächst vaterlos bei einer dominanten Mutter auf. Früh zeigt sich sein musikalisches Talent, das ihn als Bub zum Klavier und später in lokalen Szenebands stetig weiter nach oben bringt. Bis er die Kunstfigur Falco erfindet und seinen ersten Hit landet. Drogen, Alkohol, ein geduldiger Manager (Christian Tramitz) und eine scheiternde Ehe mit Jacqueline (Patricia Aulitzky) prägen sein weiteres Leben.

Das längst überfällige Biopic über Österreichs mittlerweile legendäres Pop-Phänomen Falco („Rock Me Amadeus“), der 1998 bei einem Autounfall tragisch ums Leben kam, ist ein massenkompatibles und famos gespieltes Dokudrama, das Hits und Schattenseiten des Exzentrikers vorstellt.

Vaterlos und mit einer dominanten Mutter wächst Johann Hölzel in Wien auf, wird Mitglied von Wiener Szenebands bis er die Kunstfigur Falco kreiert und mit „Der Kommissar“ den Durchbruch als Popstar schafft. Er ist eine schillernde Persönlichkeit, zum einen ein sensibler Mensch, fürsorglicher Vater und zum anderen, ein arrogantes, (selbst-)zerstörerisches Genie.

Vaterlos und mit einer dominanten Mutter wächst Johann Hölzel in Wien auf, wird Mitglied von Wiener Szenebands, unter anderem bei den populären Drahdiwaberl, bis er die Kunstfigur Falco kreiert und mit „Der Kommissar“ den Durchbruch als Popstar schafft. Er ist eine schillernde Persönlichkeit, zum einen ein sensibler Mensch, fürsorglicher Vater und zum anderen, ein arrogantes, (selbst-)zerstörerisches Genie. Im Alter von 41 Jahren kommt er 1998 bei einem Autounfall in der Karibik ums Leben.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Muss ich denn sterben, um zu leben?“ Der österreichische Pop-Gigant Falco starb 1998 im Alter von 40 Jahren, doch seine Musik lebt weiter in den täglichen Radioprogrammen. Wer war dieser Mann, der von Hans Hölzel zur coolen Kunstfigur mit Hut und Sonnenbrille mutierte, die zwischen Morbidität und Höhenflug schwankte? Der Film des Österreichers Thomas Roth gibt darauf eine Antwort in betörend-rauschhaften Bildern: Falco war das Kind der achtziger Jahre, in der die Musik das Träumen auf Video lernte, das Lebensgefühl einen hedonistischen Kulminationspunkt erreichte.


    „Falco – Verdammt, wir leben noch!“ ist Pop-Art, in der eine Vision, ein inneres Bild die Wirklichkeit neu erschaffen. Düsenflieger kreuzen den blauen, grenzenlosen Himmel von links nach rechts und umgekehrt, die Farbe Rot gehört den Blutflecken, die als verdrängte Todessehnsucht den Alltag von Hans Hölzel immer wieder ein bisschen stören. Und sie gehört natürlich den Lippen von „Jeanny“ auf dem für den Film neuinszenierten Videoclip. Thomas Roth, der Falco persönlich kannte, besetzte die Titelfigur mit dem Schauspieler und Musiker Manuel Rubey. Auf dokumentarische Einblendungen verzichtet das Biopic und dennoch, seinem Leitthema entsprechend, verschwimmen Traum und Wirklichkeit auch in den Bildern, in denen die Konzertauftritte so echt aussehen.


    Hans Hölzel begann Ende der siebziger Jahre seine Popkarriere als Bassist mehrerer Bands, bevor er sich die Haare schnitt, einen Streifenanzug mit Krawatte anzog und als cooler Bühnenheld Falco mit Sonnenbrille vom Musikproduzenten Markus Spiegel entdeckt wurde. Spiegel, dargestellt von Nicholas Ofczarek, und der deutsche Produzent Horst Bork, gespielt von Christian Tramitz, begleiten den unerfahrenen Star durch alle Höhen und Tiefen seiner Karriere. Im Film ist besonders Tramitz mit seinem bayerischen Akzent der ruhende, besonnene Gegenpol zum arrogant-flippigen Falco und vermittelt ihm mit sanften Worten die harte Realität im Musikbusiness.


    Glaubt man Thomas Roth, so hatte Falco nicht nur gute Manager und geduldige Freunde, sondern auch eine starke Mutter, die ihn umsorgte und die im Film mit sarkastischen Kommentaren glänzt. Und seine Lebenspartnerin und spätere Frau, die im Film Jacqueline heißt, muss ihn wirklich geliebt haben. Anders ist es nicht zu erklären, wie sie die drogenberauschten Egotrips Falcos so lange ausgehalten hat. Falco war nicht nur in seinen cool-morbiden Liedtexten ein Sprücheklopfer, nein, im Film zumindest beglückt er auch seine Liebste mit Bonmots wie: „Ganz Wien fragt sich mittlerweile, wo hat er den Trampel her?“


    Eines sucht man in diesem filmischen Denkmal vergeblich: die Enthüllung des unbekannten Menschen Hans Hölzel, wie er tickte. Ja, er wollte zwar das bürgerliche Leben mit Familienglück, aber er war ja auch „ein Superstar, er war so populär“, er nahm sich einfach das Recht, im Dauerrausch vom Glanz, und später vor allem auch vom Elend des frühen, erlöschenden Ruhms zu zehren. Der Regisseur lässt ihm seinen Nimbus und deutet ihn als selbst erfundene, strauchelnde Identität zwischen Kleinbürgertum und Kunstfigur.

    Fazit: Regisseur Thomas Roth setzt der österreichischen Poplegende der achtziger Jahre ein betörend schönes Denkmal.
  • Dem Mainstream verpflichtetes Biopic über den österreichischen Pop-Exzentriker, dessen Hits ebenso thematisiert werden wie seine Drogen-Exzesse und sein spektakulärer Tod.

    „Er war Superstar, er war populär, er war so exaltiert, because er hatte Flair…“ – diese Zeilen aus „Rock me Amadeus“, dem einzigen deutschsprachigen Song, der es zur Nummer Eins der amerikanischen Billboard Charts gebracht hat, treffen auch perfekt auf dessen Interpreten Falco zu. Diesem einzigartigen österreichischen Pop-Star, der 1998 41-jährig bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik ums Leben kam, hat sein Landsmann Thomas Roth nun einen Film gewidmet. Keine Biografie im klassischen Sinne, eher eine Art Dokudrama, in dem sich die Fakten zu Gunsten der publikumswirksameren Dramaturgie unterzuordnen haben.

    So beginnt „Falco – Verdammt, wir leben noch“ auch recht ungewöhnlich – nämlich mit Grace Jones, Sängerin, Ex-Bond-Girl und gebürtige Jamaikanerin. Sie mimt eine Augenzeugin, die den Unfall miterlebt hat und diesen vor laufenden Kameras noch einmal schildert. Doch kurz darauf springt Roth mitten hinein in Falcos Kindheit, die Ende der fünfziger Jahre in Wien begann. Vaterlos und mit einer dominanten Mutter wächst er als Johann Hölzel auf, begeistert schon als Sechsjähriger die Besucher von Weihnachtsfeiern mit seinem Klavierspiel und arbeitet sich später als Mitglied von Wiener Szenebands nach oben, bis er die Kunstfigur Falco kreiert und mit „Der Kommissar“ den Durchbruch schafft.

    Roth – im Kino bislang durch seine eher mittelmäßige Krimikomödie „Kaliber Deluxe“ bekannt – lässt hier nichts aus, verfolgt die musikalische Karriere ebenso wie die Drogen- und Alkoholexzesse, die Auseinandersetzungen mit seinem Engels-geduldigen Manager (Comedian Christian Tramitz überrascht mit einem überzeugenden Auftritt als seriöser Schauspieler) ebenso wie die handfesten Ehekrisen mit seiner streitbaren Frau Jacqueline (bildhübsche Entdeckung: Patricia Aulitzky), die zur unvermeidlichen Scheidung führen.

    Der Regisseur findet auch Zeit, Anekdoten wie die Namensfindung (Falco ließ sich von DDR-Skispringer Falko Weißpflog inspirieren) oder das legendäre Konzert, das vor 100.000 Besuchern bei strömendem Regen auf dem Donauinselfest stattfand, unterzubringen. Auch die zwei Gesichter des „ersten weißen Rappers“ arbeitet Roth heraus, zeigt ihn mal als sensiblen, medienscheuen, fürsorglichen Vater, dann als arrogantes, überhebliches, aufbrausendes und (selbst-)zerstörerisches Genie.

    Gespielt wird Falco nicht von Robert Stadlober wie ursprünglich vorgesehen, sondern von Manuel Rubey, dem Sänger der österreichischen Formation Mondscheiner. Er tut dies perfekt, in Gestus, Haltung, Mimik und Stimme – selbst die Songs, die er alle selbst intoniert hat, sind von den Originalen kaum zu unterscheiden, was dem Film allerdings zuweilen etwas Steriles, Konstruiertes, ja Lebloses verleiht. Dennoch hat Thomas Roth sein Ziel erreicht – er hat ein Mainstream-Produkt im Stile US-amerikanischer Vorbilder hergestellt, das vom skandalösen Lebenslauf seines Protagonisten lebt und somit zwangsläufig Neugier und Interesse beim Publikum auslöst. In Österreich hat dies funktioniert. Dort war „Falco“ mit rund 150.000 Besuchern fast so erfolgreich wie der Doku-Renner „We Feed the World“, der es auf astronomische 200.000 Zuschauer brachte. lasso.

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