Faat Kiné

Kinostart: 15.01.2004

„Faat Kiné“ im Kino

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Filmhandlung und Hintergrund

Humorvolles und optimistisches Porträt über drei Frauen-Generationen einer afrikanischen Großfamilie und deren schwierigen Weg in die Selbstständigkeit.

Faat Kiné (Venus Seye) ist keine gewöhnliche afrikanische Frau. In der Jugend wurde sie vom Vater missbraucht und vom Lehrer ums Diplom geprellt. Als erwachsene Frau wurde sie zweimal geschwängert und jedesmal vom Vater des Kindes postwendend verlassen. Trotzdem schlägt sich die immer noch attraktive Mittvierzigerin als Managerin einer florierenden Tankstelle im senegalesischen Dakar durch den Alltag. Als kurz vor der Unireife von Sohn und Tochter die Ex-Männer wieder an die Tür klopfen, hält sich die Freude in Grenzen.

Ousmane Sembene

Die attraktive und erfolgreiche 40-Jährige Faat Kiné führt in Dakar eine Tankstelle. Ihren wirtschaftlichen Erfolg hat sie sich hart erkämpfen müssen, nachdem sie von den Vätern ihrer beiden Kinder verlassen wurde. Als diese ihr Abitur bestehen, tauchen plötzlich wie aus dem Nichts deren Erzeuger auf - worüber Kiné weniger erfreut ist als Sohn und Tochter.

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Alle Bilder und Videos zu Faat Kiné

Darsteller und Crew

  • Venus Seye
    Venus Seye
  • Mama Ndoumbé Diop
    Mama Ndoumbé Diop
  • Tabara Ndiaye
    Tabara Ndiaye
  • Awa Séne Sarr
    Awa Séne Sarr
  • Mariame Balde
    Mariame Balde
  • Ndiagne Dia
    Ndiagne Dia
  • Ibrahima Sane
    Ibrahima Sane
  • Ismaila Cisse
    Ismaila Cisse
  • Pape Faye
    Pape Faye
  • Marie Au Diata
    Marie Au Diata
  • Eloi Coly
    Eloi Coly
  • Ousmane Sembene
    Ousmane Sembene
  • Clarence Delgado
    Clarence Delgado
  • Dominique Gentil
    Dominique Gentil
  • Kahena Attia Riveill
    Kahena Attia Riveill
  • Yande Codou Sene
    Yande Codou Sene

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Faat Kiné: Humorvolles und optimistisches Porträt über drei Frauen-Generationen einer afrikanischen Großfamilie und deren schwierigen Weg in die Selbstständigkeit.

    Einen Mord „im Namen der Ehre“ zu begehen, wird in einigen Ländern in unserer scheinbar aufgeklärten Welt nach wie vor praktiziert und als legale Sanktion angesehen. Sei es im Westjordanland, dem Iran oder auch Afrika. Länder, in denen der Stellenwert der Frau gleich null ist. Ein Faux pas, wie ein uneheliches Kind zu Welt bringen, wird vom Familienoberhaupt hart bestraft: Steinigen und Verbrennen sind die gängigsten Methoden, den Schandfleck der Familie auszuradieren. „Faat Kiné“, der zweite Film einer Trilogie über „Héroisme au quotidien“ (Alltägliches Heldentum) des senegalesischen Regisseurs Ousmane Sembene, schneidet dieses Thema in aller Schärfe an. Dabei zeigt er allerdings die Frauen nicht in ihrer untergeordneten Rolle, sondern in ihrem Aufbegehren gegen das alte, traditionsstarre Afrika - vertreten durch die alten Männer. Eine atmosphärisch dichte Hommage an die Frauen seines Heimatlandes ist das faszinierende Resultat.

    Die Titelheldin führt in der afrikanischen Gesellschaft ein unkonventionelles Leben: Faat Kiné (Venus Seye) hat zwei Kinder von verschiedenen Vätern und ist dazu noch unverheiratet. Für das Auskommen ihrer Familie sorgt sie selbst als Geschäftsführerin einer Tankstelle. Sie ist unabhängig, an keinen Mann gebunden und erzieht ihre Kinder zu Emanzipation und Freiheit - ganz konträr zur eigenen Kindheit und Jugend, die sie im Schatten eines autoritären Vaters erlebte. In Rückblenden durchläuft sie ihre grausame Vergangenheit noch einmal: Vom Lehrer geschwängert, von der Schule verwiesen - womit sie ihren Traum eines Jurastudiums begraben musste -, brachte sie Schande über ihre Familie. Nur durch den Schutz der Mutter konnte Faat Kiné den Tötungsabsichten des Vaters entgehen. Rund 30 Jahre später ist sie eine stolze Frau, stark und kämpferisch, mit unbeirrbarer Selbstbestimmung. Und Männer-Machos weist sie barsch die Tür.

    Ganz auf seine Hauptdarstellerin fokussiert und in ruhigen Bildern schildert Sembene das Porträt einer Frau zwischen den Generationen. Der Film besticht durch seine nahe und atmosphärische Erzählweise, durch seine Ehrlichkeit, durch ein zu Ende gedachtes, konsequent und doch leichtlebiges Konzept (wenn etwa Faat Kiné mit ihren Freundinnen über Safer Sex, Aids und die Problemchen beim Gebrauch von Kondomen redet). Sembene will aufklären, preist unerschütterlich die Gleichberechtigung der Geschlechter und verknüpft gekonnt politische und soziale Aspekte mit einer durchaus humorvollen Erzählung. Und ein ums andere Mal kam der mittlerweile 81-jährige Regisseur seinem ehrwürdigen Anspruch, das Kino als Abendschule fürs Volk zu nutzen, auf ganzer Linie nach. bas.

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