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Express, Express

   Kinostart: 30.12.1999

Filmhandlung und Hintergrund

Surreal anmutende Romanze im Express-Zug mit skurrilen Nebenfiguren und Aktionen.

Nachdem sein Vater gestorben ist, steigt ein junger Mann in einen Zug. In seinem Abteil hat sich eine Frau häuslich eingerichtet und die beiden brauchen nicht viel zu sprechen, um sich zu verstehen. Als sie von ihm unbemerkt aussteigt, nutzt er den nächsten Halt, um sie wiederzufinden. In der Bahnstation mitten im Nirgendwo treffen sie sich wieder und lieben sich.

Aus der Trauerfahne für seinen Vater schneidert sich ein junger Mann eine Hose und setzt sich anschließend in einen Zug, um sein bisheriges Leben hinter sich zu lassen. Dort trifft er auf ein Mädchen, das sich in einem Abteil scheinbar häuslich niedergelassen hat. Die beiden wechseln während der gesamten Fahrt nur einen einzigen Satz, „Möchten Sie einen Saft?“, doch für den Jungen ist es Beginn einer großen Liebe. Von da an blickt er verzückt aus dem Fenster, auf das angebetete Gegenüber oder das skurrile Treiben, das sich auf den Bahnsteigen entspinnt.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Express, Express: Surreal anmutende Romanze im Express-Zug mit skurrilen Nebenfiguren und Aktionen.

    Nach zahlreichen Festivalehrungen in Triest, Cottbus und Montpellier gelangt ein slowenisches Spielfilmdebüt in die deutschen Kinos. Interessant ist das unbeschwerte Rail-Movie nicht nur wegen seiner Herkunft - dem bürgerkriegsgeschütteltem Slowenien, Regisseur Igor Sterk beweist sich auch als frisches Talent.

    Auf und davon heißt es für einen namenlosen jungen Mann, der sich aus der Trauerfahne seines Vaters eine Hose schneidert. Rein in den Zug und irgendwohin, solange nur das Geld reicht. In seinem Abteil trifft er ein Mädchen, das sich hier mit Wäscheleine und Kommode häuslich eingerichtet zu haben scheint. Für den Jungen ist das Ziel der Reise klar, geradewegs zur Verheißung der großen Liebe. Heimlich stöbert er in ihrem Gepäck und klemmt sein mit einer Nagelschere ausgeschnittenes Paßfoto in einen Bilderrahmen mit ihrem Porträt.

    „Möchten Sie einen Saft?“ ist der einzige Satz, den der Liebhaber in spe im Film mit seiner Angebeten wechselt, ansonsten wird meistens glücklich aus dem Fenster gesehen - der slowenische Spätherbst, wie der ganze Film in ein warmes Orange getaucht , bietet genügend zu schauen - Wäsche getrocknet und mit dem Schaffner gestritten.

    Wie man einen Jacques-Tati-Film versteht, ohne ein Wort Französisch zu sprechen, reichen jedermanns Slowenisch-Kenntnisse auch aus, dem Film voll Heiterkeit und Poesie zu folgen. Wie bei Tati wird wenig gesprochen und großen Wert auf die Nebenfiguren gelegt. Der 30-jährige Regisseur Igor Sterk, Absolvent der Filmhochschule in Ljubljana, verlegt beinahe die gesamte Handlung seiner zarten Romanze auf Gleisen und Bahnhöfen, auf Beobachtungen und lässt die Gesichter eines Ballonverkäufers oder Vogelhändlers sprechen. Als roter Faden zieht sich die Fußballbegeisterung slowenischer Bahnangestellter durch, deren Arbeitgeber noch nichts von der Servicegesellschaft mitbekommen hat. Die Seitenhiebe auf den slowenischen Bürokratismus wirken kabarettistisch, die Staatsdiener haben sich viel von der K.u.k.-Gelassenheit bewahrt. Doch am Ende des Film sorgen sie für Unterhaltung, wenn zwei Züge warten müssen. Genügend Bahnbeamte für ein Fußballspiel und Musiker für einen Walzer sind am Platz. Sterk setzt auf universell verstandene Szenen - wie ein Tanz der puren Lebensfreude zu einer Polka von Vivaldi zwischen den Gleisen eines Landbahnhofes - wird aber dann immer skurriler und verliert und verliebt sich in groteske Situationen und seine Figuren. Obwohl die Geschichte wohltuend unangestrengt ist, wirkt die Zugfahrt schier endlos. Der Schluß des lang geratenen Kurzfilms entschädigt aber, so daß man mit den beiden jung Verliebten mittanzen will. zyk.
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