Filmhandlung und Hintergrund

Prequel zu William Friedkins Horror-Klassiker, in dem Pfarrer Merrin kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs erstmals dem Teufel begegnet.

Vom Zweiten Weltkrieg traumatisiert und zutiefst in seinem Glauben erschüttert, reist der junge Pater Lankester Merrin (Stellan Skarsgård) nach Ostafrika, um dort die archäologische Leitung einer Ausgrabungsstätte zu übernehmen. Unter dem Fundament der Kirche, die man ausgräbt, liegen Räume, die älter sein müssen als die Kirche selbst. Als sich dann auch noch der archäische Dämon Pazuzu in einem erkrankten Knaben manifestiert, ist Merrins ganzer Einsatz gefragt.

Die Regiearbeit am langerwarteten „Exorzist“-Prequel stand unter keinem guten Stern, nachdem erst John Frankenheimer verstarb und dann dessen Nachfolger Paul Schrader sein Ränzlein schnüren musste. Nun zeichnet Action-Destruktivist Renny Harlin („Stirb langsam 2„) verantwortlich für die erste Begegnung Pater Merrins mit dem Leibhaftigen.

Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs arbeitet der junge, an seinem Glauben zweifelnde Pfarrer Merrin als Archäologe in Kairo. Als sich bei der Freilegung einer byzantinischen Kirche unerklärliche Ereignisse häufen und ein Junge in einem Missionskrankenhaus Linda-Blair-Symptome dämonischer Besessenheit zeigt, steht Merrin vor einem Gewissenskonflikt. Durch ein traumatisches Erlebnis im Zweiten Weltkrieg hat er seinen Glauben an Gott verloren, doch durch die neue Konfrontation mit dem Bösen muss er sich eines Besseren besinnen.

Einst diente er als Pfarrer seinem Gott, jetzt arbeitet der junge Holländer Merrin als Archäologe. Als in Kenia auf der Ausgrabungsstätte einer byzantinischen Kirche ein Experte den Verstand verliert, engagiert man Merrin als Ersatz. Doch rätselhafte Ereignisse häufen sich, die Einheimischen glauben an einen Fluch. Als der Archäologe auch noch eine ziemlich düstere Seite an der eigentlich recht attraktiven Ärztin Dr. Sarah Novack entdeckt, muss er seine Beziehung zum Allmächtigen doch noch einmal kritisch überdenken.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Wer sich schon immer die Frage stellte, wie die Geschichte um den Exorzisten eigentlich anfing, der findet in "Exorzist - Der Anfang" eine Antwort. Wer sich diese Frage beim anschauen des Klassikers "Der Exorzist" nicht stellte, bekommt diese nun trotzdem geliefert.

      Der neue Exorzist zeigt selbstverständlich viele aufwändigere Effekte als das Original. Viele Szenen kommen direkt aus dem Computer - und das sieht man auch. Das digitale Kairo wirkt fast schon wie aus einem Computerspiel.

      Dennoch gelingt es in der effekthaschenden Aufmachung viele Charakterdetails über die Hauptfigur Merrin unterzubringen. In Rückblenden wird seine Begegnung mit den Nazis gezeigt. Vor seinen Augen wurde ein kleines Mädchen erschossen. Als Geistlicher sollte er die nächsten Todesopfer bestimmen. Von diesem Trauma hat sich Merrin nie erholt, denn die Erinnerung kehrt immer wieder zurück und bestimmt sein Handeln, lässt ihn an Gott zweifeln. Doch in der Konfrontation mit einer anderen Form des Bösen muss er seine Bindung zu Gott festigen.

      Die Ausgrabungsstätte ist kein einladender Ort. Vor fünfzig Jahren starb dort die Bevölkerung an Pest, die jetzigen Einwohner haben Angst vor der vergrabenen Kirche. In jedem Moment kann etwas unheimliches passieren. Selbst Hyänen und Krähen werden zur Bedrohung - überall streifen Schatten umher, die von der Kamera nur für Sekunden eingefangen werden. Auch das Licht erhellt oftmals verzögert das Dunkel hinter den Schauspielern und entwickelt somit Spannung auf das Unheil in dem umgebenden Dunkel. Diese wird durch Merrins geradezu leichtsinnigen Mut, sich immer allein auf Erkundungstour zu begeben, verstärkt.

      Leider übernimmt sich Renny Harlin mit dem anfänglichen Dauergrusel. Es scheint jede mögliche Schreckensszene in den Film eingebaut - schließlich führt die Situation zu einem Gemetzel und einem Exorzismus. Aufgeworfene Fragen werden kaum beantwortet und das Böse nicht wirklich beseitigt. So setzt sich "Exorzist - Der Anfang" aus einigen ziellos montierten Standardsituationen des Horrorgenres zusammen, die am Ende zudem an Spannung verlieren und an Action gewinnen.

      Fazit: Luzifer, Nazis, Frauen unter der Dusche und irgendwie alles, was man auch schon mal in herausragenderen Filmen gesehen hat. Trotzdem ein netter Kinoabend mit Spannung und Action.
    2. Exorzist: Der Anfang: Prequel zu William Friedkins Horror-Klassiker, in dem Pfarrer Merrin kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs erstmals dem Teufel begegnet.

      Die Wiederaufführung von William Friedkins Oscar-nominiertem Horrorklassiker „Der Exorzist“ (1973) spielte in den USA vor vier Jahren bemerkenswerte 40 Mio. Dollar ein und ebnete den Weg für Fortsetzung Nummer drei. Dabei handelt es sich um ein Prequel zum Original, in dem Pater Merrins erste Begegnung mit dem Teufel zum Thema gemacht wird. Eine komplette Version wurde zunächst von Paul Schrader („Katzenmenschen“, „Auto Focus“) abgedreht. Doch dieser laut Schrader „vorrangig psychologische Thriller“ war Produzent James S. Robinson nicht actionreich und gewalttätig genug. Somit wurden Actionregisseur Renny Harlin („Cliffhanger“, „Deep Blue Sea“) weitere 50 Mio. Dollar zur Verfügung gestellt, um noch mal fast von ganz vorne anzufangen.

      Überarbeitet wurde auch das Skript von „The Alienist“-Schriftsteller Caleb Carr und William Wisher. Für die Neuadaption wurde Drehbuchnovize Alexi Hawley verpflichtet, der die gewünschten Schockmomente en masse einstreute. Bereits der an sich viel versprechende Prolog auf einem mittelalterlichen Schlachtfeld geizt nicht mit blutigem Horror und lässt finster kommende diabolische Grausamkeiten erahnen. Die Story knüpft anschließend im Jahr 1949 in Kairo an. Lankester Merrin (Stellan Skarsgard verblieb von Schraders Erstversion) hat seine Soutane abgelegt und ist nunmehr als Archäologe tätig. Er lässt sich für die Suche einer geheimnisvollen Reliquie in Kenia engagieren. Vor Ort ist eine vergrabene byzantinische Kirche freigelegt worden, und unerklärliche Ereignisse häufen sich. Die Einheimischen glauben an einen Fluch, der leitende Archäologe der Ausgrabung ist im Irrenhaus gelandet. In diesem Chaos findet sich Merrin mit Hilfe der attraktiven Missionsärztin Sarah Novak (Izabella Scorupco aus „Reign of Fire“) zurecht, von der er sich alsbald stark angezogen fühlt. Als einer ihrer jungen Patienten in seinem Krankenbett Linda-Blair-Symptome dämonischer Besessenheit zeigt, steht Merrin vor einem tiefen Gewissenskonflikt. Durch ein traumatisches Erlebnis im Zweiten Weltkrieg hat er seinen Glauben an Gott verloren, doch durch die fatale Konfrontation mit dem Bösen besinnt er sich eines Besseren und exorziert beim Finale in einer unterirdischen Tempelgruft auf Teufel komm raus.

      Regisseur Harlin, bekanntlich kein Freund von Subtilität, kann der Versuchung nicht widerstehen, verschiedene Schockerklischees doppelt und dreifach einzusetzen und damit regelrecht zu Tode auszureizen. Ängstliches durch dunkle Flure Tapsen, besessenes Augenrollen, an Kadavern knabbernde Raben oder peinlich kitschig realisierte CGI-Killerhyänen können durch mehrfachen Einsatz allein kaum das gewünschte Grausen erzielen. Was nicht heißen soll, dass gelungene verstörende Momente gänzlich fehlten. So geht es bei Szenen in der opulent-ominös ausgestatteten Kirche inklusive des satanischen Showdowns durchaus ans Grusel-Eingemachte. Problematisch ist allerdings, dass der Schnitt oftmals geradezu wahllos wirkt und ein abgehackter Rhythmus entsteht, der dem Film nie das Gefühl eines Ganzen gibt. Zudem unterstreicht der Ohren betäubende Score jede noch so kleine Begebenheit, womit jede Nuancierung bereits im Keim erstickt wird. Positiv fällt die Kameraarbeit von Vittorio Storaro (gefilmt wurde im Cinecitta Studio in Rom) und das atmosphärische Produktionsdesign ins Auge. Lob verdienen auch Skarsgard und Scorupco, die beide ihr Bestes geben, dem Horrorschocker qualitatives Flair zu verleihen. Dennoch wird dieser Eintrag in die Saga schon allein wegen der Verlagerung der Handlung nach Afrika mehr Vergleiche mit John Boormans berühmt-berüchtigtem „Exorzist II - Der Ketzer“ als mit dem superben Original heraufbeschwören. ara.

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