Filmhandlung und Hintergrund

Spannender und berührender Coming-Of-Age-Film, der eine wahre Geschichte aus den 1950er Jahren erzählt und für Schweden als bester ausländischer Film ins Oscar-Rennen ging.

Im Schweden der frühen 50er lässt der sechzehnjährige Erik (Andreas Wilson) den Frust über seinen prügelnden Stiefvater an schwächeren Mitschülern aus. Das bringt ihm bald einigen Ärger mit den Behörden in Haus. Die Einweisung in das renommierte Knabeninternat schafft zunächst Besserung, da Erik nicht mehr mit dem Stiefvater konfrontiert ist. Nun aber sieht er sich einer kaum minder willkürlichen Hierarchie älterer Schüler ausgesetzt, was prompt zu neuen, handfesten Konflikten führt.

Das einfühlsame, gut beobachtete Coming-of-Age-Drama aus Skandinavien erzählt vom Kreislauf der Gewalt und den Hindernissen, diesen zu durchbrechen.

Schweden in den 1950er Jahren: Der 16-jährige Erik wird von seiner Mutter auf das private Elite-Internat Stjärnsberg geschickt - seine letzte Chance auf einen Schulabschluss. Stjärnsbergs Schulsystem beruht auf Demütigung und Unterdrückung, was Erik aus seinem eigenen Elternhaus nicht unbekannt ist. Hier ist es nicht der Vater, der zuschlägt, sondern die älteren Schüler, die sich gegenüber den Jüngeren mit brutalen Erziehungsmaßnahmen behaupten. Aber Erik weiß: Wenn er zurückschlägt, fliegt er.

Schweden in den fünfziger Jahren. Weil der 16-jährige Erik sich mal wieder geprügelt hat, schickt ihn seine Mutter auf das private Elite-Internat Stjärnsberg. Dies ist gleichzeitig die letzte Chance auf einen ordentlichen Abschluss. Das Schulsystem in Stjärnsberg funktioniert nach dem System Demütigung und Unterdrückung, ein Prinzip, das Erik von seinem sadistischen Stiefvater her bestens kennt. Zwar ist er selbst den älteren Mitschülern im Faustkampf überlegen. Doch Erik wagt es nicht zurückzuschlagen, denn sonst fliegt er.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Evil: Spannender und berührender Coming-Of-Age-Film, der eine wahre Geschichte aus den 1950er Jahren erzählt und für Schweden als bester ausländischer Film ins Oscar-Rennen ging.

    Die Verfilmung der Autobiografie von Bestsellerautor Jan Guillou wurde in Skandinavien zum größten kommerziellen Kinoerfolg der letzten Jahrzehnte und zudem 2004 für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert. Gleichzeitig bescherte der Film Regisseur Mikael Håfström und seinem Hauptdarsteller - European Shooting Star 2004 - Andreas Wilson den internationalen Durchbruch. Seinen Vorschusslorbeeren wird das Coming-Of-Age-Drama gerecht: Konventionell inszeniert, folgt der Film klassischen Vorbildern wie „…denn sie wissen nicht, was sie tun“ oder Lindsay Andersons „If..:“ und ist trotz Hollywood-Referenzen charakterorientiertes, europäisches Kino auf höchstem Niveau.

    Stockholm in den 1950er Jahren: Von seinem Vater regelmäßig mit Schlägen gemaßregelt, drischt der 16-jährige Erik Ponti (Andreas Wilson) selbst auf jeden ein, der ihn auch nur schräg ansieht und fliegt von seiner Schule. Mit dem Besuch des privaten Elite-Internats Stjärnsberg ermöglicht ihm seine Mutter die letzte Chance auf einen Abschluss. Diesmal will Erik alles richtig machen, landet jedoch in einer Welt, die seinem Elternhaus im schlechtesten Sinne in nichts nachsteht: Hier sehen Lehrer weg, wenn ältere Schüler Erziehungsmaßnahmen an den jungen walten lassen. Erik wird schnell zum Ziel sadistischer Bestrafungen, und es scheint nur eine Frage der Zeit, bis das Maß bei dem Rebellen voll ist.

    Einen Horrorfilm lässt der Titel vermuten - und mit der schonungslosen Darstellung körperlicher Gewalt und blutverschmierten Teenagergesichtern ist „Evil“ dies tatsächlich auch, wenngleich nicht im konventionellen Sinn. Konventionell sind dagegen Kameraführung und Erzählweise, mit denen Autor und Regisseur Håfström seinem Protagonisten folgt. Geradlinig führt er seine Handlungsfäden zusammen, lässt keinen gefühlsregenden Moment aus und wird gerade auf diese traditionelle, bisweilen didaktische Art und Weise seiner Story gerecht.

    Problemlos wird die vor allem von seinem brillanten Hauptdarsteller Andreas Wilson getragen, dessen physische Präsenz Kritiker bereits zu Vergleichen mit dem jungen Marlon Brando hinreißen ließ. Sein stoischer, Unschuld wie Gewaltbereitschaft ahnen lassender Gesichtsausdruck ist jedoch noch viel mehr James Deans Rebellen Jim Stark nachempfunden, dessen Schicksal Wilsons Erik Ponti teilt. Håfström lässt den Zuschauer lange im Zweifel darüber, ob sich dieser sich zur Wehr setzen wird, und wie weit sein Einsatz für den neuen Freund - den intellektuellen, schwachen und Oscar Wilde lesenden Pierre (Henrik Lundström) - reichen wird.

    Was von Eltern wie an Eliteinstitutionen Jahrhunderte lang als „männliche Tugenden“ definiert und gelehrt wurde, zeigt Hafström hier nüchtern als Höllenkreis der Gewalt, und seinen Helden in Lederjacke als Kind einer Generation, die den Rock’n’Roll entdeckt und der Sehsucht nach Menschlichkeit radikal Ausdruck verleiht. In dieser Hinsicht kann Erik Ponti in der Reihe klassischer „Rebels without a cause“ jederzeit bestehen. deg.

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