Erzähl mir was vom Regen

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   2008
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Filmhandlung und Hintergrund

Erzähl mir was vom Regen: Tragikomisches Ensemblestück um eine Politikerin, die auf einer Wahlkampfreise in ihrer Heimat Station macht.

Die erfolgreiche Autorin Agathe steigt in den Politzirkus ein und kommt auf einer Wahlkampftour in den Ort ihrer Kindheit. In der südfranzösischen Ortschaft, wo ihre Schwester mit Familie im Haus der verstorbenen Mutter wohnt, stürmen nicht nur Erinnerungen auf sie ein. Sie hat auch mit anderen Problemen zu kämpfen. Karim, der Sohn der algerischen Haushälterin und der gescheiterte Fernsehjournalist Michel wollen mit ihr einen Dokumentarfilm über erfolgreiche Frauen drehen. Dabei haben beide nicht die geringste Ahnung davon. Dann pflegt Michel auch noch ein Verhältnis mit ihrer Schwester.

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Kritikerrezensionen

  • Der französische Film „Erzähl mir was vom Regen“ ist ein Ensemblestück, das mit humorvollen Einlagen sanft dahinplätschert, ohne langweilig zu wirken. Es geht um Menschen mit beruflichen und privaten Problemen, um die Unterschiede zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Angesiedelt ist das Ganze in einem ländlichen Ambiente in Südfrankreich, das Urlaubsstimmung aufkommen lässt. Die Regisseurin Agnès Jaoui ist gleichzeitig die Darstellerin der Agathe. Jean-Pierre Bacri, mit dem sie das Drehbuch verfasste, spielt den TV-Journalisten Michel.

    Der Dokumentarfilm über Agathe als Teil einer von Michel geplanten Serie über erfolgreiche Frauen entwickelt sich zum Running Gag, denn die Dreharbeiten im Garten des alten Landhauses kommen nicht voran. Mal ist der Hotelrezeptionist Karim verhindert, der sich von seiner Zusammenarbeit mit Michel eine Karriere als Filmemacher verspricht. Mal haben die beiden Männer Meinungsverschiedenheiten wegen des Konzepts.

    Agathe muss nach dem Tod der Mutter die frostige Beziehung zu ihrer Schwester klären. Florence träumt davon, Mann und Kinder zu verlassen und mit Michel durchzubrennen. Michel wiederum ärgert sich, dass sein Sohn aus einer geschiedenen Ehe so selten bei ihm ist. Und Karim erfährt allmählich, dass Michel gar nicht so erfolgreich ist, wie er dachte. Derweil sitzt Agathe jeden Tag aufs Neue im Garten vor der Kamera und staunt über die Fragen, die ihr Michel und Karim stellen: Als Feministin ist sie beiden doch ziemlich suspekt.

    Die Geschichte ist voller kleiner Szenen, in denen aktuelle Themen angeschnitten werden, wie das schlechte Image der Politiker oder die Diskriminierung von Einwanderern aus Algerien. Obwohl ein übergreifender Spannungsbogen fehlt, bleiben die unterschiedlichen Figuren interessant. In der schönen Landschaft im Grünen spielen sich immer wieder lustige Szenen ab, mal mit einer Herde Schafe, mal mit einer Ameise. Die Schauspieler stellen ihre Figuren realistisch dar, ohne Übertreibungen oder Vereinfachungen.

    Fazit: Französischer Ensemblefilm, der ohne Höhepunkte dahinplätschert, aber auch nicht langweilig ist.
  • Eine feministisch angehauchte Politikerin erlebt auf ihrer Wahlkampfreise in die heimatliche Region nicht nur Familienkonflikte, sondern eine Identitätskrise.

    Agnès Jaoui und Jean-Pierre Bacri gelten spätestens seit „Lust auf anderes“ als ideales Autorengespann, es folgten „Schau mich an“ und „Erzähl mir was vom Regen“, alle unter der Regie von Jaoui. Diesmal führt es die Pariser nach Südfrankreich.

    Die erfolgreiche Autorin Agathe (Agnès Jaoui) debütiert als Politikerin und kommt auf Wahlkampftour in den Ort ihrer Kindheit, wo ihre Schwester mit Familie im Haus der verstorbenen Mutter wohnt. Nicht nur, dass Erinnerungen auf sie einstürmen, zu allem Übel wollen noch Karim, der Sohn der algerischen Haushälterin und der gescheiterte Fernsehjournalist Michel (Jean-Pierre Bacri) mit ihr einen Dokumentarfilm über erfolgreiche Frauen drehen. Sehr bald merkt sie den Dilettantismus der beiden, die weder von Kamera- noch Interviewtechnik die geringste Ahnung haben und unbedingt an dem Punkt drehen möchten, von dem man „ganz Frankreich“ sieht. Dass ihre großbürgerliche Schwester ein außereheliches Verhältnis mit Michel pflegt und der von einer Filmkarriere träumende Karim sich wegen seiner Herkunft benachteiligt fühlt, kompliziert das Beziehungsgeflecht zusätzlich. Jeder empfindet sich irgendwie ungerecht behandelt und nicht genug anerkannt. Weit weg vom Pariser Intellektuellenmilieu muss Agathe mit sich und den anderen ins Reine kommen.

    Im Gegensatz zum typischen Südfrankreichbild regnet es hier in Strömen, statt kräftiger Farben dominiert Grau in Grau, was auch ein bisschen die emotionale Situation der Protagonisten widerspiegelt. In diesem nicht ganz so typischen Ensemblestück aus Bacris und Jaouis Feder geht es trotz manchmal erfrischendem Zynismus weniger um fein ausgeklügelte Wortspiele als um direkte Anspielungen und Andeutungen, auch wenn die Charaktere wie gewohnt gegen den Strom schwimmen möchten und die einzige Sicherheit eine unsichere Zukunft für alle Beteiligten ist. Die Stärke der Autoren liegt darin, der Alltagssprache eine besondere Bedeutung und eine bestimmte Tonalität zu verleihen, eine Vielfalt in der Einfachheit. „Parlez-moi de la pluie et non pas du beau temps“ heißt es in einem Chanson von Georges Brassens, auch eine Maxime von Bacri/Jaoui, die weder eine Schönwetter-Idylle zeigen noch sich für das kleine Glück des Individuums interessieren, sondern für seine großen Widersprüche. Und damit genau ins Schwarze treffen. mk.

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