Erlkönig

  1. Ø 5
   2007
Erlkönig Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Erlkönig: TV-Thrillerdrama um eine Versicherungsangestellte, die durch ihre Nachforschungen über die Todesumstände einer jungen Mutter zwischen alle Fronten gerät.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Erst Thriller, dann Drama und schließlich Krimi: „Erlkönig“ ist nicht nur grimmiger Kommentar zum alltäglichen Autobahnkrieg, sondern mit Sicherheit auch mehr als nur ein „Film der Woche“.

    Wie ein Tiefflieger rast das schwarze Geschoss auf der frühmorgendlich leeren Autobahn heran. Die junge Frau, ohnehin emotional aufgewühlt, ist so schockiert über den Boliden, der mit Affenzahn und Lichthupe in ihrem Rückspiegel auftaucht, dass sie das Lenkrad verreißt. Ihr Kleinwagen gerät von der Straße ab. Die Frau stirbt, ihr kleiner Sohn wird lebensgefährlich verletzt; der Todesfahrer sucht das Weite.

    Der Einstieg ist authentisch. Autor Stefan Dähnert ließ sich durch ein ganz ähnliches Ereignis inspirieren, das hier allerdings nur Auftakt zu einer verzwickten Geschichte ist, in der Dähnerts Drehbuch geschickt zwei Ebenen miteinander verknüpft. Im Zentrum der Handlung steht Marlies Heidorn (Silke Bodenbender). Die junge Versicherungsmathematikerin hat sich dank ihrer peniblen Recherchen zur Spezialistin für Versicherungsbetrug gemausert. Auch der Autobahnunfall scheint in diese Schublade zu fallen: Die Tote hatte kurz zuvor bei der „Kölner Leben“ eine Risikolebensversicherung abgeschlossen und galt als suizidgefährdet; der Fall ist vom Tisch, bevor er überhaupt einer werden kann. Trotzdem nagt ein Zweifel an der jungen Frau, die gerade dabei ist, selbst Mutter zu werden. Als sie herausfindet, dass hinter dem Unfall offenbar ein so genannter Erlkönig steckt, der Prototyp eines neuen Modells, das heimlich mit über 300 km/h getestet worden ist, lässt sie nicht locker; sehr zum Unmut des Autokonzerns DAW. Ausgerechnet ihr väterlicher Chef (Henry Hübchen) fällt ihr nun in den Rücken: DAW ist Großkunde der „Kölner Leben“.

    Nach dem packenden Autobahnauftakt fährt Regisseur Urs Egger die Spannung zwar drastisch runter, doch die Geschichte gewinnt dafür inhaltlich an Brisanz. Nicht zuletzt dank der trefflich besetzten Nebendarsteller ist der Film ohnehin enorm sehenswert. Neben Hübchen setzen auch Axel Milberg (als Produktentwickler), Michael Brandner (als Autobahnpolizist) und vor allem Dirk Borchardt als PS-fixierter Chef der Testfahrertruppe starke Akzente. Erneut grandios (nach „Folgeschäden“, „Papa und Mama“ und zuletzt „Der Tote am Strand“) aber ist Silke Bodenbender, die in dieser nicht zuletzt hormonell bedingten Achterbahn der Gefühle eine keineswegs strahlende Heldin spielt, gerade deshalb jederzeit überzeugt und dem Film ihren Stempel aufdrückt. Davon abgesehen ist Dähnerts Drehbuch natürlich ein grimmiger Kommentar zu den Missständen auf Deutschlands Autobahnen. Hier herrscht Krieg, stellt der Polizist fest und resümiert ebenso treffend wie trocken: „Alles Irre“. tpg.

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