Filmhandlung und Hintergrund

Drama mit vereinzelten, komischen Brechungen um den tragischen Lebensweg eines für verrückt erklärten Mannes.

Paul malt großformatige Bilder, trommelt ekstatische Soli und erzählt bizarre Stories. Er verliebt sich in ein Mädchen aus höherer sozialer Schicht und muss sich wegen deren Eltern von ihr trennen. Auslöser für Schizophrenie, wie ihm Ärzte attestieren, die ihn in eine Klinik stecken, wo er mit drei Kumpels die Tage verbringt, die alle in einer Scheinwelt leben.

Ende der 60er Jahre. Paul ist ein ganz normaler Teenager mit vielen Talenten - er malt riesige Bilder, schreibt Gedichte und macht wüste Rockmusik. Da verliebt er sich in ein Mädchen aus einer höheren sozialen Schicht, muss sich jedoch auf Drängen von deren Eltern von ihr trennen. Ein Schock, dem ein allmähliches Abdriften in eine Phantasiewelt folgt. Die Ärzte diagnostizieren bei Paul Schizophrenie. In der Nervenheilanstalt stellt der junge Mann dann fest, dass er nur einer von vielen professionellen Verrückten ist…

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Engel des Universums: Drama mit vereinzelten, komischen Brechungen um den tragischen Lebensweg eines für verrückt erklärten Mannes.

    Mit „Engel des Universums“ inszeniert Fridrik Thor Fridriksson einen sehr persönlichen Film. Nach dem gleichnamigen Roman von Einar Mar Gudmundsson beschreibt er in zeitlosem Rahmen die schmale Grenze zwischen Wahn und Wirklichkeit, stellt die Frage „Wer ist psychisch krank, wer ist normal“.

    Oft genügt schon die Überreaktion auf eine Frustration oder Enttäuschung, um aus der Normalität herauszufallen, als „verrückt“ zu gelten. Nicht selten werden diese Störenfriede weggesperrt in psychiatrische Kliniken oder desolate Verwahranstalten. Einer der beklagenswerten Geschöpfe ist der künstlerisch angehauchte Paul im isländischen Reykjavik. Er malt großformatige Bilder, trommelt ekstatische Soli und erzählt bizarre Stories - bewundert von seinem introvertierten Freund, der nach der Schule brav Zahnmedizin studiert. Paul bleibt bei seinen Eltern wohnen und verliebt sich in ein Mädchen aus höherer sozialer Schicht, träumt von einer gemeinsamen Zukunft, die er sich trotz Warnungen nicht ausreden lässt. Da die Eltern des Mädchens sich gegen eine Verbindung mit dem mittellosen Underdog sperren, kommt es zur Trennung. Auslöser für Pauls Krankheit. Schizophrenie konstatieren die Ärzte und stecken ihn in eine Klinik, wo er mit drei Kumpels die Tage verbringt, die alle in einer Scheinwelt leben, der eine glaubt, in China über Schiller promoviert zu haben, der andere sieht sich als Beatles-Komponist, der vierte im Bunde bildet sich manchmal ein, Hitler zu sein. Irgendwann darf Paul wieder in die „Freiheit“, zieht in ein heruntergekommenes Hochhaus in einer öden Vorstadtgegend. Der Versuch eines Neuanfangs scheitert. „Draußen“ ist kein Ort zum (Über)Leben… Der Roman basiert auf der Lebensgeschichte von Einar Mar Gudmundssons Bruder, der Suizid beging. Fridriksson kannte den an Schizophrenie Erkrankten, erzählt von dessen Anstaltsaufenthalt, von rigider Ruhigstellung durch Medikamente, vom Kampf um ein bisschen Menschenwürde, von Resignation und Depression. Dabei bricht er die fast unerträgliche Tragik durch absurde und komische Momente - beispielsweise in einer an Skurrilität kaum zu überbietenden Szene, in der Paul und zwei Anstaltsinsassen in einem schicken Restaurant mit Lust die Zeche prellen. Aber nach diesem kurzen Atemholen für den Zuschauer geht es wieder ins Tal der Tränen. Jeder Hoffnungsfunken entpuppt sich als Strohfeuer, es gibt keine Zuversicht, sondern nur Aussichtslosigkeit, für den „verrückten“ Paul wie auch seinen „normalen“ Zahnarztfreund mit Familie. Diese dunkle Reise in die Tiefen zerstörter Psyche und menschlicher Verzweiflung beeindruckt durch Rigorosität und außergewöhnliche Schauspieler, vor allem Ingvar Eggert Sigurdsson als Paul. Bei einem überschaubaren Programmkino-Publikum sollte dieses Drama Anklang finden. mk.

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