Filmhandlung und Hintergrund

Ein alternder Professor kann nicht von jungen Frauen lassen. Liebenswerte französische Komödie in bestem Woody-Allen-Stil.

Abel Vichac, ein alternder Professor, führt das Eheleben mit seiner Frau mehr schlecht als recht. In der Arbeit blüht er jedoch auf und verstrickt sich immer wieder in Affären mit wesentlich jüngeren Studentinnen. Seiner Frau bleiben die Seitensprünge natürlich nicht lange verborgen, doch Frauenfreund Abel ist durch nichts zu stoppen.

Ein alternder Professor kann nicht von jungen Frauen lassen. Liebenswerte französische Komödie in bestem Woody-Allen-Stil.

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

0,0
0 Bewertung
5Sterne
 
(0)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

  • Encore - Immer wieder die Frauen: Ein alternder Professor kann nicht von jungen Frauen lassen. Liebenswerte französische Komödie in bestem Woody-Allen-Stil.

    Männer und Frauen versuchen entgegen aller Logik, „zu zweit zu leben“. Die Unmöglichkeit dieses Vorhabens zu beweisen, hat sich der frühere Kritiker der „Cahiers du Cinéma“, Pascal Bonitzer, in seinem Spielfilmdebüt „Encore“ vorgenommen. Der ironisch-liebevolle Blick auf die Liebeswirren eines Intellektuellen in der Midlife-Crisis ist gleichzeitig Plädoyer für und Warnung vor emotionalen Beziehungen.

    In die Fußstapfen seiner Ex-Kollegen François Truffaut und Jean-Luc Godard, die ebenfalls als Kritiker bei Frankreichs renommiertester Filmzeitschrift begannen, tritt nun Pascal Bonitzer. Der 50-jährige, auch schon als Drehbuchautor für Regisseure wie Jaques Rivette und André Téchiné tätig, startet eine zweite Karriere als Regisseur. Und die läßt sich gut an. Irgendwo zwischen Guitry und Rohmer angesiedelt, erzählt er mit intelligentem Wortwitz, pointierten Dialogen, Humor und wunderbaren Schauspielern (Jackie Berroyer, Valéria Bruno-Tedeschi) vom immerwährenden Kampf der Geschlechter, vom gegenseitigen Un- und Mißverständnis zwischen Männern und Frauen. Was die eine Person sagt, wird von der anderen sofort falsch interpretiert, im gemeinsamen Spiel spielt jeder nach eigenen Regeln, es ist der Zufall, der sie leitet.

    Unruhig treibt es den Philosophieprofessor Abel Vichac umher. Seine Gedanken kreisen weniger um graue Theorie als um sexuelle Praxis – ob Olga, die Ex-Freundin seines Bruders, die er zufällig in der Metro trifft, Aurore, die ihm unter falschem Namen ein Exposé vorlegt, Cathérine, die eigentlich Aurore ist oder Florence, die über Ying und Yang parliert und sich dem gesunden Leben verschreibt -, alle Damen bringen ihn aus dem seelischen Gleichgewicht und bilden das Objekt der Begierde, auch wenn sexuelle Eskapaden die Ausnahme bleiben. Und dann ist da noch seine Frau Aliette, mit der er den klassischen Beziehungstango tanzt, einen Schritt vor, zwei zurück, und die ausrastet, wenn sie Kondome in seiner Jackentasche findet, die sie als Zeichen des Ehebruchs deutet (den der Arme nur zu gerne begangen hätte). Weibliche Eifersucht, heiße Flirts und Sinnsuche des Helden in den besten Jahren komplizieren das an sich schon fragile Verhältnis. Aber, und das ist der Dreh- und Angelpunkt: Wer traut sich schon, allein zu leben?

    Neben der Beziehungskrise spiegelt der Film auch die Krise der Gesellschaft wider, den Verlust von Utopien. Wenn der Alt-68er Vichac zwar alles analysieren, aber nichts genießen kann, realisiert, wie sich das ungelebte Leben langsam davonschleicht und Routine jegliche Leidenschaft tötet, die Zukunft im Weiterwursteln besteht, leidet man mit dem armen Kerl. Bonitzer verspottet, aber verachtet seine Protagonisten nicht, schildert ihre Schwächen mit Zuneigung, stellt sie nie bloß. Er erzählt von der Quadratur des Kreises in Sachen Liebe, von der unendlichen Geschichte des Scheiterns und des Neuversuchs, von immerwährender Hoffnungslosigkeit und ewigem Hoffen. Das heitere Spiel mit Fantasien, Wünschen und Worten gelingt ihm souverän und sollte zumindest ein breites Publikum in Programmkinos finden. Da Capo! mk.

Kommentare