Filmhandlung und Hintergrund

Liebevoll-skurrile Adaption des Erfolgsromans von Claudia Schreiber.

Autoverkäufer Max (Jürgen Vogel) erhält eine vernichtende Diagnose: Krebs, Endstadium. Das Restleben will nun aber wenigstens genossen werden. Kurzerhand greift Max in die Kasse des Chefs und türmt mit dem Jaguar nach Mexiko, wie ihm naiv vorschwebt, schafft es jedoch nur bis zu einer scharfen Kurve auf dem Land, wie es das Schicksal will. Dort strandet er auf dem Hof der Schweinezüchterin Emma (Jördis Triebel). Und die eröffnet dem verstörten Städter ein paar völlig neue Perspektiven.

A star is born (Theaterschauspielerin Jördis Triebel) in dieser geglückten Gratwanderung zwischen Komödie, Drama und Landromantik. Sven Taddicken inszenierte nach einem Roman von Claudia Schreiber.

Emma lebt völlig allein als Schweinezüchterin auf dem heruntergekommenen und hoffnungslos verschuldeten Hof ihrer Familie, Max ist Autoverkäufer, auch allein und hat öfter Magenschmerzen. Beim Arzt erfährt er, dass er Krebs hat und sein Leben auf der Kippe steht. Da klaut er das Geld seines einzigen Freundes und flieht. Nach einem Unfall landet er auf Emmas Hof und findet wahres Glück.

Die Viehzüchterin Emma regiert mit zärtlicher Hand über ihr Reich aus Schweinen und Hühnern. Ein einsames Leben ist es, das sie da führt, und in das aus heiterem Himmel der Autoverkäufer Max einbricht. Er hat seinen Arbeitgeber um einen guten Batzen Schwarzgeld erleichtert, seine Flucht in ein neues Leben und die große, weite Welt endet durch einen Unfall mit dem Jaguar direkt in Emmas Scheune. Die beiden Außenseiter kommen sich allmählich näher, doch viel Zeit bleibt ihnen nicht: Max ist todkrank.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Emmas Glück: das ist das pralle, üppige Landleben in seiner ungetrübten Romantik. Störenfriede wie der Dorfpolizist Henner und dessen Mutter können Emma da nicht lange aufhalten. Selbst als ihr das Geld knapp wird ... sie kann auch ohne Strom leben. Doch nicht nur Schweine und Hühner bereiten ihr Freude. Als der todkranke Max nach einem Autounfall bei ihr strandet, verliebt sie sich sofort in ihn und bietet ihm an zu bleiben.

      Für Max beginnt ein neues Leben, in dem er manchmal sogar seine Krankheit vergessen kann. Ein Leben, das uns doch sehr an den Heimatfilm der 50er zu erinnern vermag. Natürlich sind die Inhalte etwas aufgefrischt, so nutzt beispielsweise Emma ihr altes, klapperndes und vibrierendes Moped zur Selbstbefriedigung: Mit voller Fahrt rast sie den Hügel hinunter um sich nach dem Orgasmus ins Gras zu schmeißen. Grillen springen ihr ins Gesicht. Da stellt sich dann natürlich die Frage, warum Sexualität im deutschen Kino neuerdings immer auf große Effekte zielt, dann aber doch eher peinlich berührt oder – noch schlimmer – unfreiwillig belustigt. Die Bäuerin auf dem Moped steht dem Kekswichsen in "Crazy" in nichts nach und gibt dem Film etwas ernüchternd Materielles.

      Glücklicherweise ist aber auch Max auf der Suche nach Befriedigung und wir wohnen Sex in der Küche, Sex im Kornfeld, usw. bei. Sicherlich wird diese heitere Leichtigkeit des Landlebens durch Max' Krankheit kontrastiert, doch diese wird erst gegen Ende des Films akut. Selbst das Schlachten der Schweine geschieht in der Schönheit der Natur in voller Harmonie. Emmas Hof ist das wahre Paradies. Konflikte lösen sich da einfach und unproblematisch; die Frustrierten bleiben im Dorf.

      Bei soviel Landleben täte dem Film allerdings auch etwas Frischluft gut. Die Story ist witzig und unterhaltsam, die Actionsequenzen (!) sind wunderbar inszeniert, dennoch mieft es nach kopiertem Unterhaltungskino und Schweinemist. Und wieder einmal verbaut sich ein Film den Weg zu einer Zielgruppe. Für ein älteres Publikum bietet die neue Heimatidylle zuviel des besagten Schweinkrams und für die jüngeren Zuschauer ist der Kitsch dann doch unübersehbar. Wer es versucht allen Recht zu machen, mit dem ist leider meist niemand zufrieden.

      Fazit: Schweinerei auf dem Lande ... ein schöner Fernsehfilm.
    2. Emmas Glück: Liebevoll-skurrile Adaption des Erfolgsromans von Claudia Schreiber.

      Jürgen Vogel landet als Krebskranker nach einem Autounfall ausgerechnet auf dem Bauernhof einer bodenständigen Jung-Bäuerin. Beginn eines Liebesmärchens, das einfach glücklich macht.

      Absolventen der Ludwigsburger Filmakademie heimsen Preise ein, so auch Sven Taddicken, der zu den großen Nachwuchstalenten zählt. Seine Kurzfilme erhielten aus- und inländische Meriten, sein erster Langfilm „Mein Bruder der Vampir“ wurde in Hof, beim Filmfestival Rotterdam sowie in Valenciennes ausgezeichnet. Ähnlicher Erfolg ist von seiner Leinwandadaption des hochgelobten Romans von Claudia Schreiber zu erwarten. In „Emmas Glück“ geht es um nicht weniger als das ganze Leben und das irdische Glück, darum, dem Sensemann ein Schnippchen zu schlagen, einen Film über den nahen Tod zu machen, ohne in düstere Larmoyanz zu verfallen. Erst einmal ist der Autoverkäufer Max schockiert, als ihm der Arzt mitteilt, dass mit dem Bauchspeicheldrüsenkrebs seine Zeit abläuft. Kurz entschlossen bucht er einen Fernflug, klaut seinem einzigen Freund und Chef die schwarze Kasse und jagt mit dessen Jaguar nächtens davon. Nach einer verpassten Kurve fliegt er mit Karacho auf den Bauernhof der jungen Emma, die den Mann mit dem Waschbrettbauch verarztet und die im Auto versteckte Plastikdose voller Banknoten an sich nimmt. Eigentlich will Max so schnell wie möglich weg von dieser mit Viechern bevölkerten Einöde, so ganz geheuer ist ihm dieses weibliche Wesen nicht, das liebevoll mit den Schweinen redet und sie dabei ganz zärtlich abschlachtet. Aber dann taucht die Polizei auf und der Flüchtige im Hof unter. Und es beginnt eine Liebesgeschichte zwischen zwei völlig unterschiedlichen Menschen, auch wenn die Erfüllung nur wenige Tage dauert - bis dass der Tod sie scheidet. Die Handlung stellt sich dar als eine Mischung von Komödie und Drama. Die unordentliche Emma kriegt einen Wutanfall, wenn der pedantische Max ihre Küche aufräumt, erfreut sich aber an seiner deliziösen „cuisine“ und stürzt sich mit Lust ins unbekannte sexuelle Abenteuer. Jürgen Vogel und die unglaublich präsente Theaterschauspielerin Jördis Triebel überspielen souverän jede noch so kritisch-komische Situation. Taddicken findet immer die Balance bei diesem Genre-Potpourri, streift sogar das Thema Sterbehilfe mit Optimismus. Trotz ländlicher Folklore wirkt das Liebesmärchen wahrhaftig, selbst tiefgründige Sprüche („Schlimm ist die Angst vor dem Tod, nicht der Tod selbst“) können die gelassene Atmosphäre nicht stören. Um das Glück zu finden, muss man eben nicht nach Mexiko fahren, um in der Hängematte den Pelikanen zuzuschauen, sondern in der Heimat die Augen offen halten. mk.

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