Filmhandlung und Hintergrund

Tragikomödie mit Michael Gwisdek als verwitweter Rentner, der endlich seine Kinder kennen lernt.

Nach seinem letzten Flug kommt Pilot Uli gerade noch rechtzeitig, um die Abschiedsworte seiner sterbenden Frau zu vernehmen: „Eins ist nicht von dir.“ Nach der Beerdigung besucht er der Reihe nach seine erwachsenen Kinder, um rauszufinden, wen sie gemeint haben könnte: Thomas, der bald heiratet, aber offenbar auch ein Verhältnis hat? Bettina, die ein Leben im goldenen Käfig führt? Oder Christian, der seiner Frau seine Träume geopfert hat?

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Eins ist nicht von dir: Tragikomödie mit Michael Gwisdek als verwitweter Rentner, der endlich seine Kinder kennen lernt.

    Eigentlich ist das ja ziemlich frech: Mehr als die Titelidee hat das Drehbuch des Autorenpaars Lo Malinke und Philipp Müller streng genommen nicht zu bieten. Dieser eine Satz genügt jedoch, um neunzig Minuten lang zu unterhalten.

    Die filmische Umsetzung durch den nicht nur dank diverser „Inga Lindström“-Folgen im leichten Fach erfahrenen Udo Witte ist zwar handwerklich sorgfältig, aber auch etwas schlicht. Umso wichtiger ist die Geschichte, die trotz ihrer Überschaubarkeit ausgesprochen kurzweilig ist. Das hat einerseits natürlich eine ganze Menge mit Michael Gwisdek zu tun, doch andererseits ist der pensionierte Berliner Flugkapitän, der unfreiwillig sein Leben umkrempelt, eine Paraderolle für diesen wunderbaren Schauspieler. Uli kommt nach seinem letzten Flug gerade noch rechtzeitig nach Hause, um die letzten Worte seiner sterbenden Gattin Heide (Barbara Schöne) zu vernehmen: „Eins ist nicht von dir.“ Für Uli ist klar, dass sie von einem der drei erwachsenen Kinder spricht, und natürlich lässt ihm der Satz keine Ruhe mehr.

    Selbst wenn man früh ahnt, auf welche Moral die Handlung hinausläuft: An der Unterhaltsamkeit des Films ändert das kein bisschen, zumal Gwisdek seine Figur mit traumwandlerischer Sicherheit auf einem schmalen Grat balanciert. Uli ist ein alter Egoist, der seinen Traum vom Fliegen verwirklicht hat; seine Familie war ihm immer egal. Das ist die tragische Seite der Geschichte: Es gibt praktisch nichts, was den Alten mit seinen Kindern verbindet. Witzig wird’s, weil Uli schon am offenen Grab argwöhnisch jene Männer mustert, die sich besonders innig von Heide verabschieden. Um Gewissheit zu bekommen, bleibt ihm nichts anderes übrig, als seine Kinder zu besuchen und sich heimlich Material für einen Vaterschaftstest zu besorgen.

    Und jetzt geht der Film eigentlich erst richtig los. Nun zeigt sich auch, dass das Drehbuch weitaus komplexer ist, als es zunächst den Anschein hat. „Eins ist nicht von Dir“ wandelt sich in gewisser Weise zum Road-Movie, und wie bei so vielen berühmten Vorbildern ist auch hier der Weg das Ziel: Ulis Reise führt zwar nach Hamburg, Hannover und Kassel, aber vor allem zu ihm selbst. Dass er dabei von Heides riesiger Bordeauxdogge Walter begleitet wird, sorgt nicht nur für Heiterkeit; auf diese Weise hat er auch einen Gesprächspartner. Heide schaut ebenfalls immer wieder auf einen Plausch mal vorbei. Was Uli unterwegs erlebt, ist allerdings gar nicht lustig, denn offenbar ist keins seiner Kinder richtig glücklich: Thomas (David Rott) ist zwar beruflich erfolgreich und kurz davor, seine Freundin Jessica (Karolina Lodyga) zu heiraten, hat jedoch allem Anschein nach auch eine Geliebte. Bettina (Petra Kleinert) führt ein Dasein als vernachlässigte Hausfrau, hat sich einen Panzer aus Kummerspeck zugelegt und wird ständig vom Gatten (Stephan Grossmann) erniedrigt. Christian (Andreas Guenther) ist eigentlich begabter Architekt, muss sich aber um seine kleinen Kinder kümmern und trauert seiner Selbstverwirklichung nach. Uli bringt das alles zur Sprache, aber da keins der Kinder wahrhaben will, was in ihrem Leben schief läuft, verkracht er sich der Reihe nach mit allen. Immerhin hat er sich von jedem eine Speichel- oder Schleimprobe erschlichen.

    Selbstredend ist das eigentlich ein Dramastoff, und genau darin liegt der Reiz des Films. Natürlich sind viele Momente witzig, zumal gerade Gwisdek großartige Dialoge hat, aber letztlich ist es seine Interpretation der Rolle, die „Eins ist nicht von Dir“ zur Komödie macht: weil ihm oft Nuancen genügen, um eine Szene kippen zu lassen. Und sein körperliches Spiel ist ohnehin die alte Komödiantenschule. tpg.

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