Einfache Leute

  

Filmhandlung und Hintergrund

TV-Drama: Ehefrau und Sohn eines bürgerlichen Familienvaters werden plötzlich mit dessen bisher verheimlichter Homosexualität konfrontiert.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Einfache Leute: TV-Drama: Ehefrau und Sohn eines bürgerlichen Familienvaters werden plötzlich mit dessen bisher verheimlichter Homosexualität konfrontiert.

    Rein statistisch ist klar, dass es auch unter Profisportlern Homosexualität geben muss. Offiziell aber existiert sie nicht. Dieser Film zeigt, wie ein Leben endet, wenn die mühsame errichtete Fassade zusammenbricht.

    Henrik Bode ist schwul. Er war es immer schon, aber er durfte es nicht sein. Als angehenden Spitzensportler stellte ihn der Schwimmverband einst vor die Wahl: Homosexualität oder Karriere. Bode entschied sich für die Karriere, aus der dann jedoch nichts wurde. Verheiratet ist er trotzdem, einen Sohn hat er auch, und dass der einstige Star heute in Bremerhaven als Bademeister arbeitet, ist fast schon eine Gehässigkeit des Schicksals.

    Klaus J. Behrendt verkörpert den gleich mehrfach frustrierten Mittvierziger mit einer Intensität, die nahegeht. Als Henriks Freund (Oliver Bäßler) aus Jugendjahren wieder auftaucht, offenbart sich das ganze Ausmaß der jahrzehntelang gelebten Lebenslüge. „Ich bin ein kaputtes Schwein geworden“: Selten wurde die Existenz eines Menschen in einem Fernsehfilm derart gründlich mit einem Satz vernichtet.

    Die Frau an Henriks Seite spielt Barbara Auer. Für Betta Bode, die nie etwas von Henriks Homosexualität geahnt hat, werden die vergangenen Jahrzehnte mit einem Schlag ausgelöscht, als sie ihn beim Sex mit einem anderen Mann beobachtet. Im Gegensatz zu Betta, die ihr Leben nicht einfach so wegwerfen will, wendet sich Sebastian (Tom Schilling) hasserfüllt und tief enttäuscht von ihm ab.

    Thorsten Näter, als Regisseur actionbetonter Krimis gefragt, hat mit „Einfache Leute“ einen Schauspielerfilm gedreht. Die Darstellungen sind ausnahmslos von enormer Eindringlichkeit. Allerdings entpuppt sich die Titelvorgabe als Ballast: Um die Schlichtheit der Bodes noch zu unterstreichen, muss Barbara Auer im Dialekt sprechen, aber nicht badisch, was ihr in die Wiege gelegt wurde, sondern schwäbisch. Ähnlich unecht klingen die künstlich verknappten Kurzsätze, in denen sich die Hauptfiguren mitunter unterhalten.

    Um so echter sind die Gefühle. Geschickt spiegelt Autor Johannes Reben die stille Verzweiflung des immer noch glücklos verliebten Lutz in der nicht minder vergeblichen Zuneigung einer mütterlichen Barfrau (Sabine Orléans). Klugerweise entfernt sich der Film immer weiter vom eigentlichen Thema, der Homosexualität im Sport, die aber natürlich als Auslöser der gesamten Handlung permanent präsent bleibt. Und so wäre „Einfache Leute“ auch ohne den Unglücksfall am Ende, bei dem offen bleibt, ob er nicht doch mit Absicht herbeigeführt wurde, eine Tragödie in jeder Hinsicht. tpg.

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