Einfach zu haben

  1. Ø 4
   2010
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Filmhandlung und Hintergrund

Einfach zu haben: "Clueless", John Hughes und "Der scharlacharote Buchstabe" lassen grüßen in dieser Highschool-Komödie, in der Emma Stone sich als Superstar von morgen empfiehlt.

Olive will nicht länger von ihrer Freundin gelöchert werden und behauptet deshalb, sie habe mit einem Jungen, den es in Wahrheit gar nicht gibt, beim ersten Date Sex gehabt. Die Wahrheit, das Wochenende vor dem Fernseher verbracht und nichts erlebt zu haben, ist einfach zu deprimierend. Die kleine Lüge lässt Olive als Schulflittchen dastehen, bis sie den Spieß umdreht. Ist der Ruf erst einmal ruiniert, lebt es sich zumindest eine Weile völlig ungeniert: Dem Beispiel von Hester Prynne aus „Der scharlachrote Buchstabe“, das sie in der Schule durchnehmen, folgend, heftet sie sich ein rotes A an gewagte Korsett-Outfits und spielt den Vamp.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Highschoolkomödie „Einfach zu haben“ von Regisseur Will Gluck spielt amüsant und frech mit den Rollenbildern, die über Wohl und Wehe in der schulischen Zwangsgemeinschaft entscheiden. Die Träume und Nöte von Mädchen, die einerseits besonders sexy sein wollen, andererseits aufpassen müssen, dass sie dabei rufmäßig nicht abrutschen, werden satirisch gegen den Strich gebürstet. Auch puritanisch-religiöse Ansichten kriegen ihr Fett weg. Die muntere Handlung steuert allerdings einen versöhnlichen Kurs.

    Glaubt man der Geschichte, die Olive Penderghast vor ihrer Webcam erzählt, so ist die amerikanische Highschool ein verbaler Sündenpfuhl. Das Topthema für Gerüchte, in Windeseile verbreitet über Handys, sind intime Begegnungen, wobei es nicht nur um die Frage geht, wer mit wem, sondern auch um das sensationelle Beiwerk, unter welchen Umständen, wie, wieso, mit welchen Folgen. Olive mit ihrer guten Figur, den hellen Augen und den rotbraunen langen Haaren müsste sich keine Sorgen um ihre Beliebtheit machen. Doch sie hat noch keinen Freund und langweilt sich ein bisschen zu oft für ihren Geschmack. Als die Verlegenheitslüge ihrer Freundin Rhiannon gegenüber, dass sie mit einem Jungen vom College im Bett war, ihr die Feindschaft christlich-enthaltsamer Mitschülerinnen einbringt, benutzt Olive ein schlimmes Schimpfwort. Damit beginnt für das Mädchen eine turbulente Schulzeit.

    Emma Stone spielt Olive in diesem an bissigen Kommentaren nicht armen Film als freche Einzelgängerin, die hart im Nehmen ist. Wie zum Trotz für die Gerüchte, sie sei eine Schlampe, heftet sie sich ein rotes A an die Brust und betritt das Schulgelände nur noch in engen schwarzen Hosen und Spitzenkorsagen. Für dieses A steht ihr der Roman von Nathaniel Hawthorne, „Der scharlachrote Buchstabe“, den sie gerade im Englischunterricht durchnimmt, Pate. Und auf einmal wird Olive bestürmt von gemobbten Außenseitern, die nur eines noch retten könnte: das Gerücht, sie hätten mit einer attraktiven Schülerin wie Olive geschlafen.

    Weil Olive ein gutes Herz hat, willigt sie ein in das Spiel mit falschen Behauptungen. Diese Satire auf die Geilheit überspannter Jugendlicher und die Macht von Vorstellungen, wie Sex sich anhören und wie er ablaufen sollte, ist erfrischend und treffend. Köstlich sind auch die anderen Seitenhiebe der Geschichte etwa auf romantische Filme der achtziger Jahre und vor allem die auf die selbstgefällige, religiös-konservative Szene. An der Schule gibt es eine solche missionierende Gruppe, die für sexuelle Enthaltsamkeit eintritt und auch etwas gegen Schwule hat.

    Der ironisch-bissige Ton der Kommentare und Dialoge ist manchmal fast zu erwachsen, so kühl und souverän wie er die Heucheleien seziert. Aber er macht auch den Spaß dieses Films aus, in dem auch die Nebenrollen schräg daherkommen: Olives Eltern sind ein liebevoll-chaotisches Duo, das von Patricia Clarkson und Stanley Tucci gespielt wird, während Cam Gigandet den weinerlichen Freund von Marianne spielt – einmal eine andere Rolle, als diejenigen die sein cooles Image begründeten. Spöttisch und dezent warnend zieht die Geschichte auch über das Veröffentlichen privater Dinge in den modernen Kommunikationsforen her.

    Fazit: Mit frechem Biss macht sich diese Komödie über sexuelle Klischees, religiöse Intoleranz und den Gruppenzwang unter Jugendlichen lustig.
  • „Clueless“, John Hughes und, ja, „Der scharlacharote Buchstabe“ lassen grüßen in dieser großartigen Highschool-Komödie, in der Emma Stone alle Register ihres Könnens zieht und sich als Superstar von morgen empfiehlt.

    Man muss bereit sein, ein paar Dinge zu schlucken, um „Einfach zu haben“ genießen zu können. Man muss glauben, dass ein Mädchen an einer angesichts ihres entspannten Lehrkörpers unschwer als ausgesprochen liberalen kalifornischen Highschool als Flittchen angesehen wird, nur weil sie ihre Unschuld verloren hat. Man muss akzeptieren, dass homosexuelle Schüler sich komplexeste Täuschungsszenarien ausdenken, um an besagter freigeistiger Schule nicht bloßgestellt zu werden. Man muss kaufen, dass ausgerechnet die umwerfend aufregende Emma Stone – in Deutschland bekannt aus „Zombieland“ und „Superbad“ – an besagter Highschool als Mauerblümchen angesehen wird, das Schwierigkeiten hat, überhaupt bei Jungs aufzufallen. Und das Beste daran: Man nimmt die vermeintlichen Ungereimtheiten und Unwahrscheinlichkeiten bereitwillig hin, weil die zweite Regiearbeit von Will Gluck eine der seltenen Highschool-Komödien ist, die ihre Figuren und ihre Nöte und Belange wirklich ernst nimmt, gleichzeitig aber Charme, Witz und Ideenreichtum versprühen. Vor allem aber ist Emma Stone umwerfend. Sollte dieser Film sie nicht zum Star machen, muss man sich ernsthaft Sorgen machen: Ihre Olive Penderghast reiht sich eloquent und sarkastisch ein in den Pantheon der Teenager-Heldinnen, direkt neben Juno MacGuff aus „Juno“ und Cher Horowitz aus „Clueless – Was sonst?“. In eben jene Kerbe schlägt der ganze Film, der den beiden Klassikern des Subgenres in nichts nachsteht, vielleicht noch bereichert um eine entscheidende Note John Hughes, dessen Filme „Sixteen Candles“ und „Der Frühstücks-Club“ (ebenso wie Cameron Crowes „Teen Lover“) direkt zitiert werden.

    Lose inspiriert von „Der scharlachrote Buchstabe“, der hier im Unterricht durchgenommen und wiederholt als Referenz erwähnt und kommentiert wird, geht es um eine leichtfertige Flunkerei Olives, die nicht länger von ihrer Freundin gelöchert werden will und deshalb behauptet, sie habe mit einem Jungen, den es in Wahrheit gar nicht gibt, beim ersten Date Sex gehabt – die Wahrheit, das Wochenende vor dem Fernseher verbracht und nichts erlebt zu haben, ist einfach zu deprimierend. Die kleine Lüge löst eine Kette von Ereignissen aus, die Olive als Schulflittchen dastehen lassen, bis sie den Spieß umdreht – ist der Ruf erst einmal ruiniert, lebt es sich zumindest eine Weile völlig ungeniert: Dem Beispiel von Hester Prynne folgend, heftet sie sich ein rotes A an gewagte Korsett-Outfits und spielt fortan den Vamp, was die Situation endgültig entgleisen lässt. Süffisant von Stone selbst vor einer Computerkamera in Rückblenden erzählt, entwirft „Einfach zu haben“ ein pfiffiges Sittenbild des Mikrokosmos einer ganz normalen Schule, deren Sitten vielleicht etwas prüde sind, die aber mit einem ganzen Arsenal denkwürdiger Figuren gesegnet ist, angefangen bei Olives von Thomas Haden Church souverän gespielten supercoolen Klassenlehrer über eine bigotte Mitschülerin (Amanda Bynes spielt gegen ihr Image an) hin zu Olives unerreichbar erscheinenden Schwarm, gespielt von „Gossip Girl“-Star Penn Badgely, der gute Miene zu manch bösem Spiel macht, dafür aber mit einem lässigen „Dream Lover“-Moment entschädigt wird. Sie alle sind aber wenig mehr als Stichwortgeber für Emma Stone, die wie ein Wirbelsturm durch das Szenario fegt, als sei solch eine Performance einfach zu haben. ts.

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