Eine Nacht im Grandhotel

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   2008
Eine Nacht im Grandhotel Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Eine Nacht im Grandhotel: Ein großer Fernsehfilm, der mindestens fünf Genres kombininiert und unverkennbare "Casablanca"-Anleihen aufweist.

Vor Jahren ist Paul Sander als verdeckter Ermittler auf den Gangster Moreno angesetzt worden. Damals verliebte er sich in die Frau des Verbrechers. Nun arbeitet er als Detektiv in einem vornehmen Hamburger Hotel. Als seine große Liebe im Grandhotel auftaucht, beginnt eine unvergessliche Nacht, die alles ändern wird. Zuvor muss sich Sander jedoch um viele kleine Probleme kümmern. Und um ein großes: Ein Killer trachtet den Morenos nach dem Leben.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Es scheint eine Nacht wie jede andere für Paul Sander, Sicherheits-Chef eines vornehmen Hamburger Hotels. Selbst die besonderen Vorkommnisse sind nicht weiter der Rede wert, auch wenn sie für einige Personen ein Ärgernis darstellen.

    Der Service-Chef (Gustav Peter Wöhler) vermisst zwei Kisten kostbaren Rotweins; ein Zimmermädchen hat einen Flakon fallen gelassen, so dass nun das halbe Hotel nach Parfum riecht; eine ehemals berühmte Chanson-Sängerin (Judy Winter) versucht, sich mit Hilfe eines Tricks vor der Bezahlung ihrer Rechnung zu drücken; ein vermögender Unternehmer (Udo Samel) ertränkt allzu lautstark seinen Liebeskummer; und Sander (Uwe Kockisch) erfreut sich am Schäferstündchen mit der Geschäftsführerin (Stephanie Japp). Doch der Duft, der sich breit macht, setzt eine Kette von Ereignissen in Gang, in deren Verlauf sich alles ändern wird.

    Zunächst erinnert „Eine Nacht im Grandhotel“ mit den vielen Handlungsebenen an jene Episodenfilme, die im Gefolge von Robert Altmans „Short Cuts“ (1993) eine Zeitlang Mode waren. Dann aber verdichtet sich das Drehbuch von Satyan Ramesh zusehends, und die Geschichte entwickelt sich mehr und mehr zum romantischen Thriller. Die Parallelen zu „Casablanca“ sind gewiss kein Zufall. Hier wie dort gibt es eine Vorgeschichte: Sander war einst in Diensten von Europol als „Under Cover“-Ermittler auf die spanische Unterweltgröße Moreno angesetzt. Es gelang ihm, das Vertrauen des mächtigen Gangsters zu gewinnen; und die Liebe von Morenos Frau. Als Sander aufflog, war alles vorbei: Bei Europol galt er fortan als Doppelagent, und Greta Moreno (Barbara Auer) entschied sich für ihren Mann, um Pauls Leben zu schützen. Die Erinnerungen kehren mit einem Schlag zurück, denn der Duft, der durch das Hotel weht, ist Gretas Parfüm. Das Wiedersehen weckt prompt die alten Gefühle, was Sander beinahe mit seinem Leben bezahlt: Ein Killer soll die Morenos töten.

    Mit imponierender Souveränität kombiniert Regisseur Thorsten Näter die verschiedenen Genres. Romanze, Drama, Krimi, Thriller, Komödie: „Eine Nacht im Grandhotel“ ist fünf Filme auf einmal. Einer spielt dabei fünf Hauptrollen: Paul Sander ist das Bindeglied zwischen den verschiedenen Erzählebenen, und Uwe Kockisch macht das großartig. Sander ist ein unerschrockener Held der alten Schule, ein tadelloser Protagonist ohne Macken und Abgründe. Die Frauen liegen ihm zu Füßen, die Kollegen schätzen ihn. Außerdem genießt er alle Freiheiten, in jeder Hinsicht. Rauchende Sympathieträger sind ja schon lange aus dem Fernsehen verschwunden; von einem Helden mit gleich drei Verehrerinnen (Birge Schade als Dritte im Bunde) ganz zu schweigen. Auch die Bildgestaltung (Achim Hasse) orientiert sich mit ihrer sorgfältigen Lichtsetzung an klassischen Vorbildern; gerade Barbara Auer wird im Stil des „film noir“ als klassische Schönheit inszeniert.

    Wen die kunstvolle Komposition von Film und Handlung kalt lässt, der kann sich an den vielen darstellerischen Leistungen erfreuen. Vor allem Samel und Wöhler spielen ihre Nebenfiguren ganz vortrefflich, und als dann auch noch Franco Nero als Sanders Nebenbuhler auftaucht, wird „Eine Nacht im Grandhotel“ endgültig zu einem außergewöhnlichen Fernsehfilm. tpg.

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