Filmhandlung und Hintergrund

Qualitätsbewußtes Starkino garantiert der neue Film Regis Wargniers, dessen Kolonialepos „Indochine“ 1993 mit einem Oscar als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet worden war. Erneut erzählt Wargnier in der Form des Melodrams eine große Liebesgeschichte vor zeitgeschichtlichem Hintergrund, aber „Eine französische Frau“ wirkt trotz sichtbaren Aufwands intimer als der wuchtige, pathetische Bilderteppich „Indochine“...

Louis hat gelernt damit zu leben, daß seine schöne Frau Jeanne einem Schmetterling gleich von Mann zu Mann flattert. Das über die Jahre mit Mühe erlangte Gleichgewicht der Beziehung gerät ins Wanken, als sich Jeanne mit einem jungen Deutschen einläßt. Es kommt zur Auseinandersetzung zwischen Louis und dem Liebhaber.

Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg verliebt sich die wunderschöne Jeanne in den Offizier Louis. Die beiden heiraten, aber schon bald wird Louis eingezogen. Als er nach fünf Jahren von der Front zurückkehrt, hat seine Frau die Ehe gebrochen. Die lange Zeit des Wartens war einfach zuviel für sie. Trotzdem bleibt Louis bei ihr und geht mit ihr nach Berlin. Das gemeinsame Glück ist jedoch nur von kurzer Dauer, da die untreue Gattin eine leidenschaftliche Affäre mit dem jungen Deutschen Mathias beginnt, der Jeanne unbedingt heiraten will. Im fernen Syrien kommt es zur entscheidenden Konfrontation zwischen den beiden Rivalen.

Offizier Louis hat sich daran gewöhnt, dass seine schöne Frau fremdgeht, doch ihre Beziehung zu einem jungen Deutschen überschreitet seine Toleranzgrenze. Romantisches Frauenportrait mit französischen Stars.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Qualitätsbewußtes Starkino garantiert der neue Film Regis Wargniers, dessen Kolonialepos „Indochine“ 1993 mit einem Oscar als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet worden war. Erneut erzählt Wargnier in der Form des Melodrams eine große Liebesgeschichte vor zeitgeschichtlichem Hintergrund, aber „Eine französische Frau“ wirkt trotz sichtbaren Aufwands intimer als der wuchtige, pathetische Bilderteppich „Indochine“. Von 1944 bis 1954 begleiten wir die Beziehung der bildschönen Jeanne (Emmanuelle Béart), die zwischen ihrem von Liebessehnsucht geprägten Selbstverständnis und dem gesellschaftlich genormten Frauenbild zerissen ist, mit Louis (Daniel Auteuil), der seine Frau mit vielen Männern teilen muß, aber ihr dennoch die Treue hält. Was diese Ehe permanent unter Druck setzt, ist Jeannes Sinnlichkeit, das Wissen um ihre magnetische Ausstrahlung und ihr Wunsch, trotz angestrebter Sicherheit wie ein Schmetterling von Mann zu Mann flattern zu können. Mit gewohnt intensiver Emotionalität verleiht Béart dieser von ihrer Umwelt als unmoralisch verachteten Frau Konturen und eine Seele, die dieser Skandalfigur Sympathiewerte verleiht. Jeannes Liebe zu Louis und zu ihren drei Kindern ist ehrlich und intensiv, aber von anderer Qualität, weil sie aus dem Rahmen gesellschaftlicher Erwartungen fällt. Wargnier wertet das Verhalten dieser an seiner eigenen Mutter orientierten Figur nicht, sondern will den Zuschauer zu einem eigenen Urteil kommen lassen. Auteuil hat es in der Akzeptanz schwerer, weil er im Film mit der Armee verheiratet ist und seine Ehe (aus heutiger Sicht) für obskurere Werte gefährdet als Jeanne, die nur ihren Gefühlen nachgibt. Wargniers an historischen Eckpfeilern aufgezäumte Geschichte legt an Dramatik zu, als sich Jeanne auf eine leidenschaftliche Affäre mit einem jungen Deutschen (Gabriel Barylli) einläßt, die bezeichnenderweise in einer den Zerfall der Ehe illustrierenden Ruine mit einer blutigen Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern in eine Katastrophe mündet. Symbolstarke Bilder wie dieses oder etwa ein Trapezakt, in dem die von Mann zu Mann weitergereichte Artistin Jeannes Situation wiederspiegelt, gibt es viele in diesem thematisch ambitionierten, zugänglich erzählten, schön fotografierten Film, dessen auffallende Qualitäten der Popularität des französischen Kinos bei uns einen positiven Schub geben sollten. kob.

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