Filmhandlung und Hintergrund

TV-Drama um eine Assistenzärztin ohne abgeschlossenes Medizinstudium, deren Schwindel aufzufliegen droht.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Eine Frage des Vertrauens: TV-Drama um eine Assistenzärztin ohne abgeschlossenes Medizinstudium, deren Schwindel aufzufliegen droht.

    Das beste Lebensmodell taugt nichts, wenn es auf Betrug basiert: Silke Bodenbender überzeugt als idealistische Ärztin ohne medizinischen Abschluss.

    Wer das Examen nicht besteht, wird auch nicht Arzt; ganz gleich, wie groß seine menschliche Qualifikation ist. Autorin Annette Hess verdeutlicht diese Ungerechtigkeit, indem sie der sympathischen Hauptfigur einen düsteren Gegenentwurf gegenüberstellt: Marie Hansen (Silke Bodenbender) hat zwar ihre Approbation gefälscht, widmet sich ihrem Beruf aber mit Hingabe und Leidenschaft; ihre einstige Kommilitonin Nicole (Katharina Marie Schubert) hingegen feiert lieber krank.

    Dank der feinfühligen Regie von Miguel Alexandre, der mit Hess schon bei dem Zweiteiler „Die Frau vom Checkpoint Charlie“ zusammengearbeitet hat, wird Marie trotzdem nicht zur Heiligen. Natürlich liebt sie ihren Beruf, aber den Ausschlag zur Lebenslüge gibt ihre auf den guten Ruf der Pastorenfamilie bedachte Mutter. Zu Beginn der Geschichte will Marie beichten, dass sie ihr Medizinstudium abbrechen muss, aber ihre jüngere Schwester, ohnehin das schwarze Schaf der Familie, kommt ihr zuvor: Sie ist schwanger; und die Mutter, von Michaela Rosen unangenehm überzeugend gespielt, außer sich.

    Kernstück des Films ist der Kampf der vermeintlichen Ärztin um das Leben von Jonas, eines an Mukoviszidose erkrankten Jungen. Sie arbeitet mittlerweile in einer Hamburger Klinik und genießt einen tadellosen Ruf, als die Ärztekammer sie um das Original ihrer Approbation bittet. Ihr Lebensmodell droht einzustürzen wie ein Kartenhaus; dabei hat sie sich gerade in Jonas‘ Vater (Wotan Wilke Möhring) verliebt.

    Natürlich ist Marie eine Betrügerin, aber der Betrug geschieht gewissermaßen außerhalb der Handlung. Der Film zeigt eine Frau, die das Ideal einer engagierten Ärztin sogar noch übertrifft. Sichtbar kriminell verhält sich Marie erst, als sie ein Angebot ihrer aufdringlichen Ex-Kommilitonin akzeptiert und der Ärztekammer eine offenkundig perfekt imitierte Urkunde vorlegt. Bodenbender, ohnehin automatisch Sympathieträgerin, spielt die Doppelrolle - hier die geschätzte Ärztin, dort die Betrügerin - derart nachvollziehbar und lebensnah, dass man Marie wider alle Vernunft einen Ausweg aus dem Dilemma wünscht.

    „Eine Frage des Vertrauens“ lebt von der Konzentration aufs Wesentliche, Alexandres Führung der Darsteller (unter anderem noch Peter Kremer und Rudolf Kowalski) und einem klug konstruierten Drehbuch, in dem sich ausgerechnet Maries Vater (Hermann Beyer) als sinistrer Spiegel ihres eigenen Werdegangs entpuppt: Der Pfarrer hat schon vor Jahren seinen Glauben an Gott verloren. Er handelt nur noch als Gefangener der Erwartungen seiner Gemeinde und seiner Frau. tpg.

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