Eine außergewöhnliche Affäre

  

Filmhandlung und Hintergrund

Das Leben eines Familienvaters gerät aus den Fugen, als er sich leidenschaftlich in einen jüngeren Kollegen verliebt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Eine außergewöhnliche Affäre: Das Leben eines Familienvaters gerät aus den Fugen, als er sich leidenschaftlich in einen jüngeren Kollegen verliebt.

    Vor vielen Jahren schockierte Wolfgang Petersen die Fernsehnation mit einem Film, in dem zwei Männer offen ihre homosexuellen Neigungen auslebten. Das war 1977, der Film hieß „Die Konsequenz“ und sorgte für einen veritablen Skandal. Die Zeiten haben sich geändert; heute tauchen Schwule sogar in Werbespots auf. Trotzdem ist der Sat-1-Film „Eine außergewöhnliche Affäre“ etwas besonderes: Für einen kommerziellen Sender ist die Geschichte des scheinbar rundum glücklichen Familienvaters, der sein homosexuelles „Coming out“ reichlich spät erlebt, durchaus ungewöhnlich.

    Wo man sonst an blutdürstige Thriller, Action-reiche Krimis oder oberflächliche Beziehungskomödien gewöhnt ist, überrascht Sat 1 mit einem Frauenfilm, in dem sich alles um zwei Männer dreht: Lehrer Jochen (Hans-Werner Meyer) verliebt sich wie aus heiterem Himmel in den hübschen Referendaren Tom (Matthias Walter, dem damals jugendlichen Ernst Hannawald aus Petersens „Konsequenz“ wie aus dem Gesicht geschnitten). Erst will er seine neue Neigung nicht wahrhaben, sträubt sich dagegen, verheimlicht seiner Frau Ina (Tatjana Blacher) die Gefühle für Tom. Doch schließlich muss es raus. Für Ina bricht ihre Welt zusammen, zumal ein Kuss in der Schule auch noch Inas Karriere - sie will Rektorin werden - zu gefährden droht.

    Im Gegensatz zur „Konsequenz“ waren bei dieser teamWorx-Produktion überwiegend Frauen am Werk. Maris Pfeiffer schrieb das Buch und führte Regie, Produzentin Bettina Reitz hatte die Idee, und Bettina Claus überwachte die Produktion. Dem Film hat die spürbar weibliche Handschrift enorm gut getan. Schon die ersten Szenen sind von einer wohltuend gelassenen, sehr realitätsnahen Alltäglichkeit. Viele sorgfältige Details sorgen von Anfang an für familiäre Authentizität: hier die kleinen Gesten der Distanz zwischen dem Ehepaar, dort ein lästiger Streit zwischen den Kindern, schließlich Jochens Flucht, der Probleme gern im nahen Wald davonzulaufen versucht.

    Pfeiffer inszeniert den Film in ruhigen, langen Einstellungen; der völlige Verzicht auf jede Form von hastiger, verschwitzter Spekulativität lässt keinerlei Kolportagehaftigkeit aufkommen. Herausragend unter den überzeugenden Darstellern ist neben Tatjana Blacher vor allem Hans-Werner Meyer in der Rolle des vermeintlich Verführten, der immer weniger zu unbefangenem Umgang mit dem neuen Kollegen in der Lage ist. Ein ungewöhnlicher Film, dessen konsequentes Ende ebenfalls nicht den gängigen Erwartungen entsprechen dürfte. tpg.

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