Eine andere Liga

  1. Ø 5
   2004
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Eine andere Liga Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Eine andere Liga: Eine junge Deutsch-Türkin ist nicht bereit, ihr Fußball-Hobby aufzugeben, als bei ihr Brustkrebs diagnostiziert wird.

Schlimme Diagnose für die zwanzigjährige Hayat (Karoline Herfurth): Brustkrebs. Zwar muss sie wohl nicht sterben, doch eine schwere Operation ist unvermeidlich. Danach will Hayat weitermachen wie bisher. Eine Gesellenprüfung als Goldschmiedin steht an, doch wartet die wahre Herausforderung auf der Stürmerposition des FC Schanze. Vater hegt so seine Bedenken, aber Hayat beißt sich durch – und entdeckt romantische Gefühle für ihren neuen Trainer.

Fußballfilme haben plötzlich Konjunktur. In diesem Drama von Regisseurin Buket Alakus geht’s aber mehr um Mut und Selbstüberwindung als um Punkte und Tore.

Die 20-jährige Fußballerin Hayat erkrankt an Brustkrebs, will jedoch sofort nach ihrer Operation wieder zurück aufs Spielfeld. Sie muss feststellen, dass ihr Vater sie vom Verein abgemeldet hat, der nach dem Tod seiner Frau in größter Sorge um seine Tochter ist. Doch Hayat drängt es zurück zu ihrer Leidenschaft, vor allem, weil sie sich zu ihrem neuen Trainer Toni hingezogen fühlt.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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  • „Wertvoll”

    Mit Mini-Budget entstanden, spielt sich dieser bemerkenswert gelungene, witzige und lebensfrohe Film in die große Liga. Ein ernstes Thema (Brustkrebs) wird hier sensibel und überraschend vielseitig angepackt.

    Hayat, eine etwa zwanzigjährige Deutschtürkin, hat einige Schläge des Schicksals wegzustecken, bevor sie zu ihrer Form, sprich: zu einem inneren Gleichgewicht zurückfindet. Andererseits erhält sie dabei beste Unterstützung: von ihrem Vater, der fast zu besorgt um seine Tochter ist, von einer guten "besten Freundin", nach vielen Wirren dann auch von dem jungen, scheinbar wilden Mann, der sich anrührend um Hayat bemüht und sie am Ende zu Recht erobert.

    Was wie eine Coming-of-Age-Routine im Frauenfußball-Milieu klingt, hat einen denkbar ernsthaften Haken, den Krebs, der nicht nur die einstige Kleinfamilie gesprengt hat - Hayats Mutter ist daran gestorben -, sondern nun auch die junge Frau bedroht. Viele Brechungen, kleine, zärtliche, aber fast immer unsentimentale Gesten helfen dieser Entwicklung über alle Klippen hinweg. Das Klischee unserer ach so multi-kulti-offenen Gesellschaft wird sorgsam umschifft, Situationskomik vermieden, stattdessen glänzt der Film mit manchem Detail, das die sich anbahnende Liebesgeschichte ausschmückt. Am Ende steht ein origineller und berührender Film mit vielen kleinen schönen Details - und mit Karoline Herfurth in einer staunenswert gut gespielten Hauptrolle.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Im Abspann ihres zweiten Spielfilms, „Eine andere Liga“, lässt Regisseurin Buket Alakus Leute erklären, was Abseits bedeutet. Das wird schwierig, und einer sagt, beim Abseits sei es wie mit der Liebe: Man wisse, was gemeint sei, ohne es erklären zu können. Alakus lässt hier eine junge Frau in eine der schlimmsten Abseitsfallen laufen, die ihr das Leben stellen kann: Krebs und die Amputation einer Brust.

    Dass die Geschichte nicht in den Tränen ertrinkt, die die tief versehrte Hayat in sich hineinschluckt, ist ein großes Verdienst dieses um Ernsthaftigkeit bemühten Dramas, das auch humorvolle Seiten nicht scheut. Die sehr junge Frau ist schön wie das blühende Leben, doch sie wird von der Angst gepeinigt, dass ihre Jugend, Attraktivität, ihre Chancen auf Erfüllung in der Liebe für immer dahin sind.

    Der Film geht ungeheuer feinfühlig mit diesem abgründigen Thema um, zwingt weder den Zuschauern schauerliche Bilder auf, noch seine Hauptdarstellerin, ihre emotionale Bürde theatralisch nach außen zu tragen. Im Gegenteil, ist das Spiel von Karoline Herfurth von einer Zurückhaltung, die eine manchmal bis zum Zerreißen gespannte Atmosphäre erzeugt. Ihre wütenden, traurigen, um Fassung ringenden Blicke vor dem Spiegel, oder beim Betrachten eines BHs, spiegeln so eindringlich ihre Isolation, dass man sich regelrecht danach sehnt, sie könnte aus ihr herausfinden.

    Dieser schauspielerischen Meisterleistung Karoline Herfurths, die in der Rolle der Hayat vor allem darum kämpft, so unbeschwert wie früher sein zu dürfen, stellt die Regisseurin Bilder an die Seite, die oft mehr andeuten, als sie zeigen. Der Vater ist ein vermutlich vom Alkohol und der Trauer um seine an Krebs gestorbene türkische Frau schwer gezeichneter Mann. Einmal sitzt er im Zimmer und betrachtet etwas: Man sieht nicht genau, was es ist, aber man weiß natürlich, es muss ein Bild seiner Frau sein.

    Dem Vater geht es noch schlechter als Hayat, zumindest wirkt er so – und damit erhält diese Vater-Tochter-Beziehung ein paar Fragezeichen mehr, als der Film auflöst. Auch sollte man sich von der halbtürkischen Herkunft Hayats keine weitergehende Milieuthematik erwarten. Da die türkischstämmige Regisseurin, die in Hamburg aufwuchs, den Film ihrem Vater widmet, scheinen ihr die Figur des Vaters und die ethnischen Wurzeln Hayats persönlich wichtig zu sein, sind aber nicht zentral für die Geschichte.

    Der leichtlebige Frauenheld Toni (Ken Duken), der sich in Hayat verliebt, ist als Rolle besser entworfen. Von dem etwas zynischen Witzbold, der Hayat und ihre Freundin anfangs noch mit Sprüchen nervt wie: „Was hätte aus euch werden können, wenn ihr Männer wärt!“, entwickelt sich Toni zum Mann, der tiefer Gefühle fähig ist.

    Buket Alakus ist mit „Eine andere Liga“ ein schöner Spielfilm gelungen, der seinem schweren Thema gewachsen ist. Man sieht eine lange, zärtliche Liebesszene, die so intensiv und gleichzeitig behutsam ist, wie die ganze Inszenierung. Macht nichts, dass am Ende klischeehaft von der schnell noch eingewechselten Hayat das rettende Tor im Fußballspiel kommen muss.

    Fazit: Eine brustamputierte junge Frau kämpft auf dem Fussballplatz und vor dem Spiegel um Lebensmut: Intensiver und behutsamer Film, der seinem Thema gewachsen ist.
  • Für ein junges Mädchen macht die Krebskrankheit einen Strich durch ihren Traum vom Frauenfußball. Mit dem Mut der Verzweiflung bekommt sie Leben und Liebe wieder in den Griff.

    Nach „Die wilden Kerle“ oder „Kick it like Beckham“, ein neuer Fußballfilm, aber ohne die bisherige lockere Fröhlichkeit. Wenn die 20jährige Hayat auf dem Platz bolzt, können ihre Mitspielerinnen kaum mithalten. Nach einem Fußtritt gegen ihre Brust krümmt sie sich vor Schmerz, der Arzt diagnostiziert jedoch keinen Rippenbruch sondern Brustkrebs und entfernt einen Busen. Erst einmal steht sie nach der Entlassung aus dem Krankenhaus unter Schock, will sich mit Aktionismus betäuben. Als sie bei ihrer Mannschaft auftaucht, muss sie erfahren, dass der Vater sie abgemeldet hat, ihr Team-Platz von einer anderen besetzt ist. Frustriert schließt sie sich den Freizeit-Kickerinnen vom FC Schanze an, einem buntgewürfeltem Haufen von Mädels, die unkoordiniert vor dem Tor herumlaufen, und spielt plötzlich in „einer anderen Liga“. Den Trainer lehnt sie als verlotterten Typen ab, fühlt sich aber dennoch zu ihm hingezogen.

    Buket Alakus‘ zweiter Spielfilm (nach „Anam“) macht Mut, sich gegen das Schicksal aufzulehnen. Sensibel zeigt sie die Ängste des Mädchens, ihren „körperlichen Makel“ zu offenbaren, die Unsicherheit den eigenen Gefühlen gegenüber, aber auch die Kraft, den ganz persönlichen Weg zurück ins Leben zu finden. Geschickt positioniert sie die Figur des tragikomischen Vaters, der den Tod seiner Frau seit Jahren nicht verwinden kann, gegen seine starke „Prinzessin“, die entgegen seinem Rat, nicht ihr altes Leben „loslassen“ will. Gut gelungen die Chemie-Kombination zwischen Fußball-Aficionado Ken Duken und Ballkünstlerin Karoline Herfurth. Manche Szenen und Nebenfiguren wirken konstruiert und nicht immer schafft Alakus die Balance von Schwere und Unbeschwertheit, dafür trifft sie bei der Emotionalität genau den wunden Punkt. Die Stärke der Geschichte über eine verletzbare Kämpferin liegt im hautnah geschilderten Konflikt der Ablehnung und Annäherung, der Furcht vor der Krankheit und Überwindung derselben. mk.

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