Filmhandlung und Hintergrund

TV-Tragikomödie mit Bruno Ganz als (vermeintlich) hypochondrischer Schriftsteller und Monica Bleibtreu als seine gestrenge Ernährungsberaterin.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ein starker Abgang: TV-Tragikomödie mit Bruno Ganz als (vermeintlich) hypochondrischer Schriftsteller und Monica Bleibtreu als seine gestrenge Ernährungsberaterin.

    Bruno Ganz brilliert als Menschenfeind in diesem großartig besetzten heiteren Drama von Rainer Kaufmann

    Es hat schon viele große Grantler gegeben, aber Bruno Ganz ist in diesem Film als Misanthrop so brillant, dass selbst Vorbilder wie W.C. Fields oder Charles Laughton verblassen: Heinz Kilian, ein gealterter Schriftsteller, dessen große Zeit schon recht lange zurückliegt, ist ein derart zynischer Menschenfeind, dass es niemand lange mit ihm aushält. Seit längerem leidet er unter Magenproblemen. Eine Magenspiegelung ist zwar ergebnislos, doch zur nächsten Lesereise stellt ihm sein Verlag eine Frau (Monica Bleibtreu) zur Seite, die den Autor zum gesunden Lebenswandel bewegen soll. Vera Hartels sanfte, aber bestimmende Art bringt Kilian natürlich erst recht auf die Palme, und so wird seine letzte Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis.

    Martin Rauhaus hat Bruno Ganz Dialoge in den Mund gelegt, die wie feingeschliffene Flusskiesel wirken und doch zutiefst verletzend sind. Natürlich ist das grobkörnige Auftreten bloß Fassade und Schutz, aber dank Ganz‘ Verkörperung wird auch deutlich, wie sehr Kilian dieses Verhalten längst verinnerlicht hat. Monica Bleibtreu hingegen interpretiert ihre Rolle gänzlich gelassen, weil sie Kilian selbstredend durchschaut.

    Die Konstellation erinnert an Rainer Kaufmanns großes Werk „Marias letzte Reise“ (mit Bleibtreu in der Titelrolle), zumal beide Filme ausgesprochene Tragikomödien sind. Da sich Kilian allerdings keineswegs für todkrank hält, ist „Ein starker Abgang“ über weite Strecken eine grimmige Abrechnung, denn der Schriftsteller nutzt jede sich bietende Gelegenheit, um sich zu inszenieren. Viel schöner als diese etwas theatralisch wirkenden Auftritte sind jedoch die kleinen Episoden, in denen Kilian auf Menschen am Wegesrand trifft, zumal Kaufmann diese Figuren geradezu verschwenderisch besetzt hat (unter anderem August Zirner, Ulrich Noethen, Stefan Kurt). Zunächst nutzt Kilian die Begegnungen noch, um sich provoziert zu fühlen, doch die freundliche Hartnäckigkeit seiner Begleiterin bleibt nicht ohne Folgen; am Ende ist der Schriftsteller zwar dem Tod geweiht, aber ein besserer Mensch geworden.

    Dankenswerterweise muss die Kamera (Klaus Eichhammer) nie für aufgesetzte Dynamik sorgen. Unterlegt werden die Bilder von einem lakonischen Blues (Annette Focks), der zunächst gar nicht zu passen scheint, aber einen schönen melancholischen Kontrast zu den komödiantischen Elementen darstellt. Ein großartig gespielter, heiterer, nachdenklich stimmender Film mit einem unvergleichlichen Bruno Ganz. tpg.

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