Filmhandlung und Hintergrund

Kompromißloses Gangster-Drama mit exzellenten Darstellerleistungen von "Kids"-Regisseur Larry Clark.

Das routinierte, drogensüchtige Gangster-Pärchen Mel und Sid zieht sich mit dem ausgeflippten Bobbie und seiner schwangeren Freundin Rosie ein Partner-Pärchen heran. Ihre Beziehungen sind fast familiär - bis nach einem total mißglückten Drogen-Deal die beiden Männer schwer verletzt werden und Rosie ihren Vorbildern folgend sich immer mehr den Drogen hingibt.

Auf der Flucht vor der Polizei und in Ermangelung besserer Alternativen schließen sich der mißerfolgsverwöhnte Junggauner Bobbie und seine Lebensgefährtin Rosie dem alternden Berufsgangster Mel und seiner Braut an. Bobbie, der in dem skrupellosen, aber nicht uncharmanten Mel so etwas wie ein Vorbild sieht, findet Gefallen am kriminellen Dasein, doch bremst ein mißglückter Deal mit Todesopfern seinen Enthusiamus gründlich. Leider kommt in Mels Wörterbuch das Verb „aussteigen“ nicht vor.

Der erfolglose Junggauner Bobbie schließt sich auf der Flucht vor der Polizei mit seiner Freundin Rosie dem alternden Berufsgangster Mel und dessen Braut an. Nach einem missglückten Deal mit Todesopfern schwindet Bobbies jugendlicher Enthusiasmus zusehends. Bluttriefendes Roadmovie von „Kids“-Regisseur Larry Clark, der auch hier wieder Teenager in den Mittelpunkt der Geschichte stellt.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ein neuer Tag im Paradies: Kompromißloses Gangster-Drama mit exzellenten Darstellerleistungen von "Kids"-Regisseur Larry Clark.

    Ist Vielfalt die beste Prävention gegen Einfalt, erfüllt Larry Clarks Nachfolger auf seinen vielbeachteten kontroversen Erstling „Kids“ in der zur Monokultur neigenden Kinolandschaft einen wichtigen Auftrag. Zeigt er doch jugendliche Erlebniswelt einmal nicht von Sorgen um Prom oder Promotion, sondern von Überlebenskampf, Entwurzelung und Orientierungschaos determiniert. Mit einem intensiven Familiendrama der ausgefallen-realistischen Art, dem dank des guten Rufs von „Kids“ durchaus kommerzielle Aufmerksamkeit und ein anregender, geschäftsfördernder Meinungsaustausch unter den Zuschauern zuzutrauen ist.

    Angesichts der Qualität dieses Wettbewerbsbeitrags der letztjährigen Filmfestspiele von Venedig und dem großen aktuellen Interesse der deutschen Presse daran, ist es bedauerlich, daß der Advanced Filmverleih dieses Prestigeprojekt nach mehreren Startverschiebungen nun ganz aus dem Programm zu nehmen gedenkt. Dabei erfüllt Clarks, von seinem Authentizität suchenden Fotoband „Tulsa“ inspiriertes Zweitwerk in seltener Form das Kriterium eines Erwachsenenfilms, mit dem sich auch Jugendliche identifizieren können. In den 70er Jahren angesiedelt, aber in Beobachtung von Milieu und Gefühlskosmos zeitlos gültig, begleitet dieser konsequent nüchterne, nie moralisierende Film zwei Kids (Vincent Kartheiser, Natasha Gregson Wagner), auf ihrer Tour durchs Paradies von schäbigen Motels und Kneipen, die durch Alkohol und andere Drogen, aber auch die Zuneigung ihrer Tourguides eine Zeitlang auf die Teenager euphorisierend wirkt. Der streunende Outlaw Mel und seine Freundin Sid, die auf der Suche nach dem schnellem Geld wie Raubtiere durchs Land ziehen, werden zum Elternersatz für die Teenager, gerade weil sie ihnen ein konformitätsresistentes Leben vorleben, in dem das sonst Verbotene erlaubt ist. Daß ausgerechnet die von James Woods und ganz besonders Melanie Griffith emotional packend interpretierten Außenseiter das Liebesvakuum der Kids zumindest kurzfristig füllen, ist Clarks ironischer Kommentar zu traditionellen Pädagogikonzepten. Eine Glamourisierung dieses Lebens erwartet den Zuschauer indes nicht. Denn das Paradies zeigt bald sein wahres höllisches, von beängstigenden Kreaturen verzerrtes Gesicht. Wie schon in „Kids“ ist Familie Illusion oder Strafe, und das Leben ein Bewährungskampf, in dem Sentimentalität Luxus bleibt. Deshalb, und nicht seiner Drogenthematik wegen, ist Clarks Zweitwerk ein bewußtseinserweiternder wichtiger Film. kob.

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