Filmhandlung und Hintergrund

Düsterer Thriller von Matti Geschonneck mit herausragenden Charakterdarstellern Nein, nicht Commissario Brunetti zieht sich da hinter Greifswald an die Ostseeküste zurück, um einen ungelösten Fall weiter zu verfolgen, der arbeitet schließlich für die ARD. Dafür haben sich das ZDF und Network Movie seinen Darsteller ausgeborgt, um ihm die Rolle des pensionierten Kommissars Kovak anzutragen. Uwe Kockisch („Weißensee“...

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Düsterer Thriller von Matti Geschonneck mit herausragenden Charakterdarstellern

    Nein, nicht Commissario Brunetti zieht sich da hinter Greifswald an die Ostseeküste zurück, um einen ungelösten Fall weiter zu verfolgen, der arbeitet schließlich für die ARD. Dafür haben sich das ZDF und Network Movie seinen Darsteller ausgeborgt, um ihm die Rolle des pensionierten Kommissars Kovak anzutragen. Uwe Kockisch („Weißensee“) hat in seinem facettenreichen Schauspielerleben in vielen Krimis und schon einige Ermittler gespielt, aber diese düstere und konzentrierte Verbissenheit, mit der er seine Zielperson umkreist, macht besonderen Eindruck. Das liegt wohl auch an seinem preisgekrönten Regisseur Matti Geschonneck, mit dem er schon zum fünften Mal arbeitet, und der seinen Hauptdarsteller die dunklen Ecken dieser unnachsichtigen Ermittlerpsyche ausloten lässt. Wie so oft interessiert Geschonneck vor allem die Psychologie seiner Charaktere. Was wie ein normaler Krimi beginnt, taucht bald ab in die Untiefen eines zwanzig Jahre zurückliegenden Verbrechens, das bei allen Betroffenen tiefe Narben hinterlassen hat. Nach seiner Pensionierung kehrt Kommissar Kovak von Berlin an die Küste Vorpommerns zurück, wo es ihm nicht gelungen ist, den brutalen Mörder eines zehnjährigen Mädchens zu überführen. Mit den gebrochenen Eltern verbindet ihn eine Freundschaft, mit der Mutter sehr viel mehr als nur tiefes Mitgefühl. Er zieht in die unmittelbare Nähe des damals Verdächtigen, und dringt zunehmend in das Privatleben des Physikprofessors ein, um endlich die fehlenden Beweise zu finden. Auf die Bitten seiner ehemaligen Dienststellenleiterin (sehr souverän: Sophie von Kessel), den Fall ruhen zu lassen, reagiert er eher mit einer Verstärkung seiner Anstrengungen. Aus der fühlbaren Antipathie der beiden Protagonisten, entwickelt sich ein zäher Zweikampf und ein fesselnder Psychothriller. Sylvester Groth, nicht minder Krimi-, „Tatort“- und „Polizeiruf“-erfahrener Charakterdarsteller, der in der Literaturverfilmung „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ erneut unter Geschonnecks Regie spielt, erweist sich als ebenbürtiger Gegenspieler. Immer mehr zieht Kovak auch die neue Freundin des Professors (Ulrike C. Tscharre) in sein gnadenloses Katz-und-Maus-Spiel, bis sich das Kammerspiel wieder weitet und das Schicksal seinen Lauf nimmt. Für seine herausragende Arbeit mit den Schauspielern ist Matti Geschonneck berühmt, aber es ist schon eine besondere Freude seinen Akteuren zuzusehen, während der Plot mit neuen Wendungen verblüfft. Bildgestaltung und technische Umsetzung belegen die hohe Qualität des fiktionalen Erzählens im deutschen Fernsehen. Das ZDF dürfte mit diesem nur auf den ersten Blick unscheinbaren Krimi einen weiteren Gewinner haben. uh.

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