Ein guter Sommer

  

Filmhandlung und Hintergrund

Bittersüße Tragikomödie über die Liebe, die Freundschaft und den Tod.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ein guter Sommer: Bittersüße Tragikomödie über die Liebe, die Freundschaft und den Tod.

    Edward Berger ist mit dieser „Jules und Jim“-Hommage eine schmerzlich schöne Ballade mit grandiosen Darstellern gelungen.

    Der Mittwochsfilm im „Ersten“ ist in der Regel alles andere als anspruchslos, aber dieser Film ist doch ziemlich ungewöhnlich für den Sendeplatz. Die rauchende Hauptfigur, eine Nacktszene mit beiden männlichen Hauptdarstellern, schließlich die Mitwirkung von Andreas Schmidt, Prototyp des Protagonisten so genannter Problemfilme: lauter Belege für den besonderen Status dieses Werks. Außerdem ist die Geschichte dem Titel zum Trotz eine Tragödie, mit komischen Zügen zwar und viel Lebensmut, aber ohne Happy End. Und trotzdem unbedingt sehenswert.

    Schmidt spielt einen Fernbusfahrer namens Andi, der von heute auf morgen buchstäblich aussteigt. Er wolle jetzt was „mit Menschen machen“, erklärt er dem Sachbearbeiter (Stephan Grossmann) bei der Jobagentur. Der vermittelt ihn an eine Reinigungsfirma und tut damit genau das Richtige, denn endlich kann Andi ausleben, was er offenbar als seine Bestimmung empfindet: Der unwirsche Kollege Frieder (Devid Striesow) erfährt während der Arbeit, dass seine Frau bei einem Unfall gestorben ist. Fortan kümmert sich Andi hingebungsvoll und wie ein wahrer Freund um Frieder, obwohl er ihn nie zuvor gesehen hat. Dem ist das entsprechend suspekt, und wann immer er aus seinem Suff zu sich kommt, macht er das Andi klar. Aber der Samariter lässt sich nicht abschütteln, und so fügt sich Frieder in sein Schicksal, zumal sie bald zu dritt sind: Krankenschwester Hanna (Jördis Triebel) arbeitet ehrenamtlich für den Kriseninterventionsdienst, sie hatte Frieder etwas unbeholfen die Nachricht überbracht, und Andi hat sie auserkoren, das Männerduo zum Trio zu erweitern. Hanna reagiert zunächst ebenfalls eher widerspenstig, doch dann erliegt auch sie Andis hartnäckigem Charme; nicht ahnend, dass der Tod mit seiner Arbeit noch nicht fertig ist.

    Sieht man darüber hinweg, dass die Kamera (Armin Alker) gerade zu Beginn doch recht unmotiviert umher irrlichtert, ist Regisseur Edward Berger ein schmerzlich schöner Film gelungen. Ergänzungsspieler der drei grandiosen Hauptdarsteller ist Michael Schenk, der wie schon beim Westerwaldkrimi „Windland“ gemeinsam mit Berger auch das Drehbuch geschrieben hat.

    Die Seelenverwandtschaft der Geschichte zu „Jules und Jim“ ist nicht zu übersehen; François Truffauts Klassiker hat Berger und Schenk ohne Frage zu ihrer Hommage inspiriert. Aber in einer Hinsicht übertreffen sie den großen Franzosen sogar: Ihre Protagonisten sind keine „Figuren“, sondern ganz normale Menschen. Und dass man daran nie zweifelt, ist eine ganz besondere Leistung aller Beteiligten. tpg.

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