Ein einfacher Plan

Kinostart: 25.02.1999

A Simple Plan: Mit gandenloser Präzision und Ökonomie inszenierter Thriller in trister "Fargo"-Landschaft.

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Filmhandlung und Hintergrund

Mit gandenloser Präzision und Ökonomie inszenierter Thriller in trister "Fargo"-Landschaft.

Drei Männer entdecken in einem entlegenen Waldgebiet ein abgestürztes Kleinflugzeug mit einem toten Piloten und 4.4 Mio. Dollar an Bord. Sie schmieden den einfachen Plan, das Geld zu behalten und abzuwarten, ob jemand Besitzansprüche stellt. Schlechtes Gewissen, Gier und gegenseitiges Mißtrauen machen den einfachen Plan zunichte.

Leichtes Spiel und eine sorgenfreie Zukunft glauben der Buchhalter Hank, sein tumber Bruder Jacob und dessen Freund Lou zu haben, als sie in einem Flugzeugwrack über vier Millionen Dollar finden. Doch das erweist sich schnell als Trugschluß: Zuerst kommt ein Unbeteiligter ums Leben und dann taucht auch noch ein FBI-Mann auf, der den Millionen auf der Spur ist, die sich als Lösegeld einer Entführung herausstellen. Und als wäre die Situation nicht schon verzwickt genug, macht sich unter den Männern eine Atmosphäre der Paranoia breit…

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Kritikerrezensionen

  • Ein einfacher Plan: Mit gandenloser Präzision und Ökonomie inszenierter Thriller in trister "Fargo"-Landschaft.

    Mehrere Jahre dauerte es, bis Scott Smith‘ Bestseller „Ein einfacher Plan“ endlich verfilmt wurde. Der einstige Horrorspezialist und „Hercules“-Produzent Sam Raimi mag auf den ersten Blick nicht wie der ideale Regisseur erscheinen für die vom Schnee verwehte Geschichte zweier Brüder, die im amerikanischen Hinterland an eine erkleckliche Menge Geldes kommen und für ihre Gier eine noch höhere Summe bezahlen müssen. Doch mit faszinierender Präzision, fast unerträglicher Ökonomie und einem bestechenden Blick für die Essenz seiner von Bill Paxton und Billy Bob Thornton (nach „One False Move“ in einem nicht minder bestechenden Krimi wiedervereint) bärenstark gespielten Figuren gelingt ihm ein gleichzeitig karger und ungemein spannender Film, der den oftmals genannten Vergleichen mit „Fargo“ standhält.

    Preisauschreiben, Lotterie und Glückspiel haben Hochkonjunktur. Denn als amerikanischer Traum gilt nicht mehr, durch harte Arbeit vom Tellerwäscher zum Millionär aufzusteigen, sondern sich den Reichtum auf die eine oder andere Art im Vorübergehen anzueignen. Für die drei ländlichen Protagonisten der emotionsgeladenen Moralfabel im winterlichen Mittleren Westen wird der Wunsch Realität - doch der vermeintliche Traum verkehrt sich zum katastrophalen Alp.

    Hank Mitchell (Bill Paxton), sein mental zurückgebliebener Bruder Jacob (Billy Bob Thornton) und ihr versoffener, arbeitsloser Freund Lou (Brent Briscoe) entdecken in entlegenem Waldgebiet ein abgestürztes Kleinflugzeug mit einem toten Piloten und 4.4 Mio. Dollar an Bord. Sie schmieden den einfachen Plan, das Geld in Hanks Obhut zu behalten und abzuwarten, ob jemand Besitzansprüche stellt. Schlechtes Gewissen und gegenseitiges Mißtrauen führt sie binnen weniger Stunden immer tiefer ins Verderben. Schließlich sind mehrfache Morde vonnöten, um die immer tiefer in den moralischen Morast führende Spur zu verwischen.

    Das Drehbuch der faszinierenden Charakterstudie wurde von Romanautor Scott B. Smith selbst adaptiert. In der fesselnden Geschichte um brennende Geldgier, schwelenden Bruderkonflikt, komplizierte Komplizenschaft, schleichendes Mißtrauen, hypernervöse Paranoia, herzlosen Verrat, tiefe Verzweiflung, heimtückischen Mord und die Fragilität von Moral und menschlichen Beziehungen liefern die drei Hauptdarsteller Paxton, Thornton und Briscoe komplexe schauspielerische Leistungen. Paxton brilliert als scheinbar biederer Jedermann, der, in die Enge getrieben, zu Taten fähig ist, die ihm keiner zutrauen würde. Thornton mimt ähnlich wie in „Sling Blade“ einen leicht zurückgebliebenen Naivling, der gleichzeitig unschuldig-liebenswerte und erschreckend hartgesottene Qualitäten an den Tag legt. Bridget Fonda als frustrierte Hausfrau und Mutter schließlich spielt die treibende Kraft, die ihren zunächst rechtschaffenen Ehemann Hank zu stahlharter Skrupellosigkeit antreibt.

    Mit ruhiger Hand seziert wird die Anatomie dieses verzwickten Verbrechens mit Dominoeffekt von Horrorkultregisseur Sam Raimi („Tanz der Teufel“). Sein prägnanter visueller Stil tritt hier erstmals in den Hintergrund. Vielmehr konzentriert er sich intensiv und mit großem Erfolg auf seine Besetzung. Selbst das spartanische Produktionsdesign und die“Fargo“-ähnlichen trist verschneiten Drehorte reflektieren diese Betonung auf das Wesentliche. Mit schmutzig verwaschenen Schwarz- und Weißtönen skizziert der Filmemacher ein desolates Ambiente, das vom Score von Danny Elfman unterstützt wird: Seine Molltöne tun ihr übriges, das zunehmend bestürzend-deprimierende Stimmungsgeflecht perfekt abzurunden. Für Freunde von solide konstruiertem Suspense ist die klassische Morality Tale mit biblischen Anklängen ein Muß. ara.

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