Effi Briest

   Kinostart: 12.02.2009
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„Effi Briest“ im Kino

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Filmhandlung und Hintergrund

Neuadaption des berühmten Romanes von Theodor Fontane mit deutscher Starbesetzung.

Preußen im späten 19. Jahrhundert. Die heißblütige Effie Briest (Julia Jentsch) wird gemäß den strengen Regeln ihrer Zunft von ihren Eltern dazu verdonnert, Baron Instetten (Sebastian Koch) zu heiraten. Der politische Karrierist ist emotional ein kalter Brocken und zieht mit der 17-Jährigen in ein Ostseeörtchen, wo sie ein eintöniges Leben erwartet. Sie beginnt eine leidenschaftliche Affäre mit Instettens Kamerad Major von Crampas (Misel Maticevic).

Mit deutschen Stars reich bestückte Verfilmung von Theodor Fontanes Literaturklassiker, bei dem Hermine Huntgeburth („Die weiße Massai„) nicht nur alle Leidenschaften von Liebe bis Hass auskostet, sondern ihrer Frauenfigur auch ganz unkonventionelle, zeitgemäße Stärken zugesteht.

Effi Briest soll mit siebzehn Jahren den wesentlich älteren, doch gut situierten Baron Instetten, einen früheren Verehrer von Effis Mutter heiraten. Das Mädchen hat keine andere Wahl als der Vernunftehe zuzustimmen. Das frisch vermählte Paar zieht in den kleinen Ort Kessin an der Ostseeküste, wo der Baron seinen Geschäften nachgeht und Effi Briest sich langweilt. Bis sie eines Tages Major Crampas, einen Kollegen von Instetten und bekannten Frauenheld, kennen lernt. Mit ihm beginnt sie eine leidenschaftliche Affäre, die schließlich im Unglück endet.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Wertvoll”

      Ein deutscher Klassiker erstrahlt in neuem Glanz! Regisseurin Hermine Huntgeburth (Die weiße Massai) ist es auf eindrucksvolle Weise gelungen die Theodor Fontane Geschichte der Effi Briest in neuem Gewand zu zeigen, als fesselndes Drama und Emanzipationsgeschichte voller Emotionen und Leidenschaft. Hin und her gerissen ist diese junge Frau zwischen Tradition, Leidenschaft und (Existenz-)Ängsten. Durch bewegende Bilder, sorgfältig gewählte Kostüme, Settings und Dekors erwacht das Schicksal der literarischen Figur zu neuem Leben. Neben einem durchweg überzeugenden Ensemble ist es vor allem die Ausnahmeschauspielerin Julia Jentsch, die durch ihre umwerfende Präsenz und Sinnlichkeit nachhaltig fasziniert.

      Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)
    1. Effi Briest: Neuadaption des berühmten Romanes von Theodor Fontane mit deutscher Starbesetzung.

      Kongeniale Neuverfilmung von Theodor Fontanes großem Liebes- und Ehebruchroman mit Julia Jentsch als Titelfigur, die gegen alle gesellschaftlichen Widerstände ein neues Leben wagt.

      Die Geschichte der 17-jährigen Effi, die im 19. Jahrhundert von ihrer Mutter mit deren früheren Verehrer Geert von Instetten verkuppelt wird und eine unglückliche Ehe führt, reizte schon mehrere deutsche Filmemacher, zumeist zu einer konventionellen Inszenierung. Einzig Rainer Werner Fassbinder gab dem literarischen Stoff 1974 durch seine schwarz-weiß Stilisierung eine besondere Dimension, er hielt sich eng an die Vorlage, Hanna Schygulla kehrt am Ende in das Haus ihrer Eltern zurück und stirbt dort.

      Ganz anders die Herangehensweise von Hermine Huntgeburth. Ihre Heroine ist nicht „die arme Effi“, wie Fontane sie nannte, sondern eine wilde und aufmüpfige junge Frau, die gegen den stur-preußischen Charakter ihres Gatten rebelliert, erst in dem verschlafenen Ostsee-Küssenort Kessin ihre Sehnsucht nach Freiheit unterdrückt und dann bewusst den Verführungskünsten eines „Womanizers“, erliegt. Auch wenn ihre Schritte auf gesellschaftlichem Parkett zögerlich sind, ist Effi kein zurückhaltendes Wesen mit niedergeschlagenen Augen, sondern ein Energiebündel, dass lange Ausritte unternimmt, Theater spielt, Lust und Sexualität durch Instettens ebenfalls verheirateten Regimentskamerad Major Cramaps (Misel Maticevic) genießt, auch wenn die heimliche Liebe nicht mehr als eine Affäre sein kann. Schon die Ausstattung der Locations deutet emotionale Unterschiede an, auf der einen das finstre Wohnhaus mit monströsem Mobiliar und erstickenden Atmosphäre, auf der anderen die Helligkeit und Weite des Strandes, das geheimnisvolle Dunkel des Liebesnestes, eines Badehauses, in die fast zärtlich Sonnenstrahlen einfallen, nach dem Umzug die großbürgerliche Berliner Wohnung, in der Nähe kaum möglich ist. Die Lächerlichkeit und Bigotterie erreicht ihren Höhepunkt, wenn der Gatte wegen kompromittierender Briefe seinen Rivalen im Duell erschießt, wohlgemerkt sechs Jahre nach Ende der Liaison.

      Durch die Besetzung wird jegliche Schwarz-Weiß-Malerei vermieden. Ohne ihn zu verteufeln, spielt Sympathieträger Sebastian Koch den an sich traurigen und enttäuschten und in veralteten Ritualen verfangenen Instetten, der fast Angst bekommt vor der das Leben repräsentierenden Effi der Julia Jentsch, die sich trotz Schicksalsschlägen zu einer modernen Frau entwickelt und ihren eigenen Weg wählt. Das gefühlvolle Kostümdrama kann es mit Jane-Austen-Adaptionen wie „Sinn und Sinnlichkeit“ aufnehmen. mk.

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      Kino.de Redaktion  

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