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Eden à l'ouest

Filmhandlung und Hintergrund

Engagiertes Drama über einen jungen illegalen Auswanderer, der von Griechenland aus ausbricht, um sein Glück zu finden.

Von der Ägäis aus sticht Elias Epos in See. Wie Tausende anderer junger Auswanderer hat auch er vor, Griechenland hinter sich zu lassen und auf illegalem Wege in ein Land der Europäischen Union zu reisen. Es ist ein abenteuerlicher Weg, den Elias zurücklegt. Er landet im Himmel, später in der Hölle. Und schließlich bahnt er sich den Weg nach Paris, wo alles anders ist, als er es sich vor seiner Abreise vorgestellt hat.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Elias ist ein herkunfts- und vergangenheitsloser Flüchtling, ein Wanderer zwischen den Grenzen, ein Reisender auf Irrfahrt Richtung Paradies. Tatsächlich landet er zunächst, am Strand der Ägäis, im Club Eden, einem Ferienhotel inklusive FKK-Strand. Dort erwacht er auch, nach der Fahrt im überfüllten Frachter und der geschwommenen Flucht durchs Meereswasser. Nackte Frauen am Strand: das ist unerhört für ihn, besser: ungesehen. Staunen liegt in seinem Blick, Unschuld, auch Naivität, immer aber Hoffnung. Die Augen: die haben es Costa-Gavras angetan, als er den Italiener Riccardo Scamarcio für die Rolle des strangers in a strange land besetzt hat.

      Elias: da klingt natürlich die Ilias an, Homers Geschichte von der Odyssee. Aber Elias ist auch ein Candide, ein Träumer von einer besseren Welt. Er hat ein Ziel, eigentlich einen Traum: Paris. Dorthin lockt in die Verheißung eines Zauberers, der eine alberne Clownsnummer im Eden-Club durchgezogen hat für die Touristen. Eden: dort ist Elias erstmal gefangen, wird wechselweise für einen Hotelmitarbeiter (wenn er ein verschissenes Klo reinigen soll) oder für einen Gast (wenn die Polizei alle dazu animiert, die illegalen Flüchtlinge zu jagen, nachts, als Touristenattraktion). Dann, nachdem er als Urlaubsaffäre einer bedürftigen Hamburgerin gedient hat, macht er sich auf.

      Eine Reise der Begegnungen folgt, mit Dieben und Wohltätern, mit selbstbezogen Streitenden und liebenswert-fröhlichen Truckern. Eine Reise auch in die Hölle einer Recyclingfabrik, wo die Illegalen, die Hilflosen, brutal ausgebeutet werden. Eine Reise nach Paris, der Traumstadt.

      Costa-Gavras inszeniert das Mythische der Reise nie erdschwer, immer mit verspielter Leichtigkeit und einem Witz, der aus den Figuren in ihren Situationen kommt, der nie aufgesetzt wirkt, aber dennoch den Flair einer charmanten Komödie versprüht. Flüchtlingsdramatik, Mythos, Humor: Costa-Gavras verbindet alles, und wenn Elias Gutes und Barmherzigkeit und Gleichgültigkeit und Kälte und Feindseligkeit und Verfolgung begegnen, dann zeigt der Film weniger das schlimme Schicksal des Unterdrückten, Unerwünschten, sondern, und das ist eine andere Perspektive auf dasselbe, vor allem unseren Umgang mit dem Fremden.

      Je näher Elias Paris kommt, desto häufiger treten im Hintergrund Filmteams auf; schließlich wird gar an fast jeder Straßenecce irgendetwas gefilmt. Ganz subtil führt Costa-Gavras damit seine ohnehin mythische Geschichte in eine Künstlichkeit, in die Märchenhaftigkeit einer Geschichte, die in einem zauberhaften Ende kulminiert.

      Fazit: Ein Flüchtling auf seiner Reise durch Europa als Spiegel europäischer Befindlichkeiten gegen den Fremden. Mit viel Witz und großer Leichtigkeit inszeniert.
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    2. Eden à l'ouest: Engagiertes Drama über einen jungen illegalen Auswanderer, der von Griechenland aus ausbricht, um sein Glück zu finden.

      Ein Jahr, nachdem er als Jury-Präsident über die Bärenvergabe wachte, kehrt Constantin Costa-Gavra mit seinem neuesten Werk auf die Berlinale zurück, mit dem das Festival seinen Abschluss feiert: Es ist einmal mehr ein kämpferisches und engagiertes Werk des profiliertesten Politfilmemachers Europas, der sich in Grundzügen an Homers „Ilias“ orientiert, um von der Irrfahrt illegaler Einwanderern zu erzählen. Erstmals seit mehr als 40 Jahren führten Costa-Gavras die Dreharbeiten wieder in seine Heimat Griechenland.
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