Drei Schwestern made in Germany

Filmhandlung und Hintergrund

TV-Drama: Die bewegende Geschichte dreier Schwestern in einem kleinen süddeutschen Städtchen im November 1947.

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Kritikerrezensionen

  • Drei Schwestern made in Germany: TV-Drama: Die bewegende Geschichte dreier Schwestern in einem kleinen süddeutschen Städtchen im November 1947.

    Der Film beginnt wie ein „film noir“, und alles passt: Stefan Kurt als melancholischer Erzähler, Barbara Rudnik, die das perfekte Gesicht für Geschichten aus vergangenen Jahrzehnten hat, und erst recht der historische Hintergrund.

    Deutschland quasi im Jahre Null, kurz vor der Währungsreform: eine Zeit des Übergangs, die noch von den Ereignissen der jüngeren Vergangenheit überschattet wurde, aber auch von der Hoffnung auf den Neubeginn lebte. Regie führt zudem Oliver Storz (Jahrgang 1929), dessen Filmografie geprägt ist von Stoffen, die sich mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzen (unvergessen: die Serie „Die Magermilchbande“, 1979); und wenn nicht das, so warfen sie doch zumindest entlarvende Blicke hinter bürgerliche Fassaden.

    Auch die Geschichte ist nicht schlecht. Ausgerechnet am Abend vor der Hochzeit mit einem amerikanischen Offizier wird Freya (Karoline Eichhorn), Tochter eines Kleinstadtbürgermeisters, mit äußerst kompromittierenden Fotos konfrontiert: Sie zeigen sie beim munteren Tête-à-tête mit keinem geringeren als Joseph Goebbels. Aber weil man Freya und ihre beiden Schwestern - die ältere, besonnene Nora (Barbara Rudnik) und die jüngere, lebenslustige Gudrun (Mavie Hörbiger) - rundum sympathisch finden soll, geben die Schnappschüsse ein falsches Zeugnis: Freya war als Flakhelferin eingeteilt, der Propagandaminister hatte ihre Einheit besucht, und es empfahl sich selbstredend nicht, seinen Avancen allzu großen Widerstand entgegenzusetzen.

    Es hätte dem Film vermutlich ganz gut getan, wenn Storz offen lassen würde, ob Freya tatsächlich nicht anders konnte; selbst wenn es dann ein anderer Film geworden wäre. So aber lässt die Geschichte ihr gesellschaftsanalytisches Potenzial rasch hinter sich, wird kurz zum Krimi, erhascht ein paar Thriller-Elemente und ergibt sich schließlich dem Lustspiel. Das aber ist die schlechteste aller möglichen Wendungen, zumal die entsprechenden Passagen geradezu krachledern inszeniert sind. Die eigentliche Handlung verliert Storz zugunsten der vermeintlich burlesken Elemente ohnehin mehr und mehr aus den Augen. Eine Geschichte über die unmögliche Liebe zwischen Nora und dem jüdischen Schwarzmarktkönig Horwitz (Kurt) wäre höchstwahrscheinlich ungleich interessanter gewesen. Trotzdem ist Kurt ein guter Grund, sich den Film bis zum Schluss anzuschauen; und die schöne Musik von Klaus Doldinger. tpg.

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