Drei Herren

   Kinostart: 15.04.1999

Filmhandlung und Hintergrund

Skurrile österreichische Komödie, in der vermeintlich "Irre" eigentlich die "normalen" Menschen sind.

Drei liebenswürdige, höfliche Herren sollen aus einer geschlossenen Anstalt zur Sommerfrische überstellt werden. Nach einem Unfall bleiben sie aber mit ihrem Chauffeur in einem kleinen Dorf hängen. Die Dorfbewohner haben Angst und beginnen Jagd auf die vermißt gemeldeten „Irren“ zu machen. Keiner hat aber die drei Fremden in Verdacht.

Die drei Psychiatrie-Patienten Sichel, Ivo und Dölken verirren sich in ein Dorf mitten im tiefsten Niederösterreich. Schnell schließen sie Freundschaft mit den Kindern und Außenseitern der Gemeinde. Sichel verliebt sich in die Gelegenheitsprostituierte Kamilla, Dölken wird von einer alten Bäuerin irrtümlich für deren im Krieg verloren gegangenen Sohn gehalten und Ivo hilft dem kleinen Wolfi aus einer höchst mißlichen Lage. Da wird plötzlich die geistig etwas verwirrte Bäuerin vermißt, und der Verdacht fällt auf die drei Herren…

Drei Psychiatrie-Patienten verirren sich auf ein Dorf in Niederösterreich. Als die geistig verwirrte Bäuerin vermisst wird, fällt der Verdacht auf sie. Die Komödie wirft einen scharfen Blick die (Dorf-)Gesellschaft und überzeugt durch Sprachwitz und slapstickhaften Humor.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Drei Herren: Skurrile österreichische Komödie, in der vermeintlich "Irre" eigentlich die "normalen" Menschen sind.

    Das österreichische Kino boomt. Auch jenseits der Alpen - so dreht Stefan Ruzowitzky, dessen „Die Siebtelbauern“ sich zum Kinogeheimtip mauserte, gerade an „Anatomie“ mit Franka Potente. Neben „Hinterholz 8“, dem größten österreichischen Filmerfolg seit Sissi-Zeiten, war „Drei Herren“ von Nikolaus Leytner einer der heimischen österreichischen Kinohits. Hier sind drei „Irre“ im niederösterreichischen Waldviertel unterwegs auf Sommerfrische. Was oberflächlichen Klamauk vermuten läßt, entwickelt sich aber doch zu einer mal derben, mal aber auch melancholischen Komödie, in der die vermeintlich Irren die normalen Menschen sind, die sich ihre Phantasie und Herzenswärme erhalten haben.

    Niemand würde in den drei Herren, die eines schönen Sommertages in einem Dorf im niederösterreichischen Waldviertel auftauchen, Patienten aus der Psychiatrie vermuten. Ein gnädiger Zufall, hat den drei höflichen Männern die Tür zur Freiheit geöffnet, als der Chauffeur des Busses, der sie zur Sommerfrische überstellen sollte, einen Herzanfall erleidet. So machen sich die drei Herren auf ins nahegelegene Dorf.

    Ezechiel Dölken (Karl Merkatz) schläft schon lange nicht mehr, spricht in gespreiztem Hochdeutsch und archiviert mit seinem altmodischen Tonbandgerät Schnarchgeräusche. Der Exiltscheche Ivo (Karl Markovics) hat bei einem Autounfall seine Familie verloren, sich in eine Traumwelt geflüchtet und trägt dauernd ein Goldfischglas mit sich rum. Sichel (Ottfried Fischer) schließlich, der jüngste der drei Herren, ist nicht nur immens dick, sondern auch ebenso stark und spricht den ganzen Film über nur ein Wort. Die drei „Wahnsinnigen“ treffen im Dorf auf andere Außenseiter. Sichel (immer noch stumm) bandelt mit Kamilla (Regina Fritsch) an, die von ihrem Vater als Dorfhure gehalten wird. Beide wären ein schönes Liebespaar, jedoch stört, daß Kamilla als Figur gezeigt wird, die ihren sexuellen Dienste gerne verkauft. Auch Ivo und Dölken beseitigen zusammen mit der Landbevölkerung einige Traumata, so daß die drei schon beinahe integriert werden. Die Nachricht jedoch, daß drei Irre aus der Anstalt entkommen seine, bringt die Dorfbewohner auf Trab und sie organisieren eine schlagkräftige Bürgerwehr. Leider hält die Hatz auf die Irren nur für Verwechslungskomik her, denn wie erwartet, hält keiner die drei sympathischen Männer für die Gesuchten. Nikolaus Leytners Komödie, die einmal kein verfilmtes Erfolgsstück des österreichischen Kabaretts („Indien“, „Hinterholz 8“) ist, pendelt zwischen beinahe schon nostalgischer Unterhaltung und derben Späßen (ein Folterversuch mit einer Melkmaschine!) und verlangt vom Zuseher eine große österreichische Seele. An der Sprache sollte es nicht hapern, vielmehr könnte sich der österreichische Hang zu interessanten Ausrottungs- und Sterbeweisen für ein Publikum nördlich der Germknödel-Sphäre befremdlich erweisen. Leytner läßt die Kamera bevorzugt weite Fluren und saftige Wiesen betrachten, doch der liebevolle, harmlose (Sonntagnachhmittags-) Unterhaltungsfilm mit einer Portion Moral lebt hauptsächlich von seinen wirklich guten Darstellern, die eigentlich völlig gegen ihr Image besetzt wurden. Karl Markovics („Stockinger“) als tschechischer weiser Mann mit einer Vorliebe und Ottfried Fischer in seiner ersten stummen Rolle. zyk.

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