Dogma

  1. Ø 4.4
   1999

Dogma: Rotzfreche Satire über Gott und die Welt und die Kirche von "Clerks"-Regisseur Kevin Smith.

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Filmhandlung und Hintergrund

Dogma: Rotzfreche Satire über Gott und die Welt und die Kirche von "Clerks"-Regisseur Kevin Smith.

Die in einer Abtreibungsklinik Angestellte Bethany fühlt sich zum Kreuzritter berufen und versucht die Welt vor dem Untergang zu bewahren, den die zwei gefallenen Erzengel Loki und Bartleby beschwören, wenn sie durch ein bestimmtes Kirchentor in New Jersey schreiten sollten. Lokis und Bartlebys Weg zum Tor ist mit Leichen gepflastert.

Bethany, Angestellte in einer Abtreibungsklinik, fühlt sich zum Kreuzritter berufen und versucht die Welt vor dem Untergang zu bewahren. Dieser würde eintreten, falls die beiden gefallenen Engel Loki und Bartleby durch ein bestimmtes Kirchentor in New Jersey schreiten. Doch damit würden auch alle ihre Sünden vergeben sein und sie könnten in den Himmel zurückkehren. Gott will das schießwütige Duo aber auf keinen Fall wiederhaben – schließlich wäre dadurch seine Unfehlbarkeit widerlegt.

Eine Angestellte einer Abtreibungsklinik versucht, den Weltuntergang zu verhindern, der eintreten würde, falls die beiden gefallenen Engel Loki und Bartleby durch ein bestimmtes Kirchentor in New Jersey schreiten. Independent-Filmer Kevin Smith („Clerks“) mit einer frechen Satire über die römische Kirche, für die er Stars wie Matt Damon, Ben Affleck, Linda Fiorentino und Salma Hayek gewinnen konnte.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Um es vorwegzunehmen, ja, Kevin Smiths Fantasy-Komödie bezieht eindeutige Contra-Position gegen die katholische Kirche - und ist gleichzeitig große Werbung für den Typen im Himmel. Wie soll man im Geist der 90er Jahre einen Religionsfilm drehen? Es gibt nur eine Möglichkeit, man muss die Stillmittel der 90er verwenden und ihn auch wirklich in den 90ern spielen lassen, was bedeutet rüde Dialoge über Sex, Drogen und Filme sind mehr als nur wichtig.

    Smith versucht die Standpunkte der Religion hinauszukehren und in den Mittelpunkt zu stellen, dabei sagt er deutlich, dass die Bibel an sich ziemlich egal ist, es geht um Menschlichkeit, nichts anderes. Er nutzt die kleinen unlogischen Lücken im Buch der Bücher um darüber herzuziehen. Wie kann Bethany denn überhaupt Jesus Ahne sein? Rufus beantwortet diese Frage ziemlich klar: "Jesus Eltern waren verheiratet, glaubst Du wirklich, dass Maria ewig Jungfrau war? Jesus hatte viele Geschwister." Dann Smiths Theorien: Jesus war schwarz, wenn man die Bibel durchblättert findet man mehrere rassendiskriminierende Aussagen; Gott ist eine Frau, Gleichberechtigung muss sein, oder ist auch nur eine wirklich gut charakterisierte Frau in der Bibel vorhanden?

    Viel mehr als Beiwerk sind sie hier nicht. Und so gibt es haufenweise Parabeln auf die heutige Zeit, unterlegt mit derbsten Zotten und im Dialog krassen Gags. Nonsens größtenteils. Aber Nonsens mit Tiefgang. Und gerade das macht "Dogma" außergewöhnlich. Im Vergleich zu seinen vorherigen Filmen ist "Dogma" inhaltlich wie inszenatorisch ein Mammutwerk. Konzentrierten sich Smiths Geschichten immer nur auf wenige Personen muss er hier mit einem runden Dutzend Charaktere auskommen, diese glaubhaft zeichnen und jedem genug Raum geben um sich zu entfalten.

    Dabei gibt es dann hin und wieder auch kleine Aussetzer, vor allem wenn Salma Hayek auftaucht, denn ihre Rolle funktioniert nicht. Am Ende gibt es einen Rundumschlag: Gott erscheint. Alanis Morissette taucht im kurzen Röckchen auf, unter dem sie karierte Männer-Shorts trägt. Sie spricht wie ein Baby und verhält sich im Grossen und Ganzen auch so. Sie versucht völlig unmotiviert einen Handstand und fällt um. Das Chaos, das Loki und Bartleby angerichtet haben gefällt ihr nicht, also lässt sie alles einfach verschwinden.

    Ein kleines Kind, dass einfach nur ungeahnte Fähigkeiten besitzt und diese nach freier Laune benutzt, was ihr nicht gefällt hext sie einfach weg.
    Man kann diese Darstellung Gottes nun als negativ darstellen, aber ich denke Smith will viel eher ausdrücken, dass sich Gott die kindliche Unschuld niemals hat nehmen lassen. Und darin besteht der Unterschied zwischen Gott und Mensch. Unsere Gesellschaft ist abgeklärt und abgebrüht - und genau daran geht sie langsam zu Grunde.

    Hier noch eine gute und eine schlechte Nachricht: Erst die Gute. Am 2.Mai erscheint in den USA die Code 1-DVD. Und jetzt die Schlechte: Es wird sich dabei nicht um die Special Edition mit dem um 60 Minuten längeren Directors Cut handeln, auf die ich jetzt schon ganz scharf bin, aber diese wird in absehbarer Zeit erscheinen...

    Fazit: Der Film ist für alle die eine direkte Konfrontation mit dem Christentum nicht scheuen sehr empfehlenswert, egal ob nun gläubig oder nicht. Allen streng gläubigen Katholiken sei der Film hingegen nicht empfohlen.
  • Gott ist eine Frau, Jesus war ein schwarzer Mann und die unbefleckte Empfängnis ist Humbug. Regisseur Kevin Smith („Clerks“, „Chasing Amy“), schon immer für seinen bissig-frischen Humor bekannt, legt sich in seiner neuesten Satire mit der katholischen Kirche an. Aufgrund des respektlosen Materials bekamen Produktionsfirma Miramax und vor allem Disney (waren schon 1994 mit dem kontroversen Drama „Priest“ in des Teufels Küche geraten) kalte Füße. Und so landete Smith‘ teils komische, teils peinlich platte und biblisch lange Glaubensbestandsaufnahme im rotzfrechen Comicstil bei Lions Gate, die sich in den USA über einen Hit freuen dürfen: Mit einem Boxoffice von 21 Mio. Dollar nach drei Wochen hat „Dogma“ bereits mehr eingespielt als Smith‘ drei vorangegangene Filme zusammen.

    Dabei ist Smith‘ verworrenes Plotpourri keineswegs gotteslästerlich ausgefallen – im Gegenteil: Er gibt sich durchaus als Glaubender an eine höhere Macht zu erkennen. Lediglich organisierte Religion und falsche Frömmelei sind dem eloquenten Mann aus New Jersey ein Dorn im Auge. Als direkte Repräsentanten des Katholizismus treffen seine satirischen Spitzen eine zur Vergnügungssucht erwachte Nonne und einen geschäftstüchtigen Kardinal, der versucht, das Interesse an der Kirche mit einem jugendlichen Slogan und Fast-Food-Restaurant-ähnlichen Maskottchen zu steigern. Die restlichen Figuren sind neben der zur Kreuzritterin berufenen Abtreibungsklinikangestellten Bethany (Linda Fiorentino) und zwei „Propheten“ in Gestalt von Jason Mewes und Kevin Smith (in den Rollen, die sie bereits in Smith‘ Jersey-Trilogie gespielt hatten) in erster Linie mystische Wesen. Bethany soll den Universumsuntergang verhindern, der eintreten würde, wenn die beiden gefallenen Engel Loki (Matt Damon) und Bartleby (Ben Affleck) durch ein bestimmtes Kirchentor in New Jersey schreiten. Damit würden alle ihre Sünden vergeben sein und sie könnten in den Himmel zurückkehren. Da Gott sie jedoch für ewige Zeiten aus dem Paradies vertrieben hatte, würde seine Fehlbarkeit bewiesen werden und die Welt aufhören zu existieren. Auf dem Weg zu ihrer Absolution beginnen die beiden Engel eine blutige Abschlachtkampagne, die in den USA in Anbetracht der Highschool-Massaker säuerlich aufstoßen könnte. Zum Gore & Guts regnenden Finale tritt Gott denn höchstpersönlich in Gestalt von Alanis Morrisette auf und wird dabei als ebenso albern wie allmächtig skizziert.

    Weitere Mitspieler umfassen Janeane Garofalo als Abtreibungsärztin, Chris Rock als 13. schwarzer Apostel Rufus, Salma Hayek als strippende Muse Serendipity, Alan Rickman als Engel, der die Stimme Gottes verkündet, und Jason Lee als Dämon Azrael. Der Ton reicht von ungeniert ultra-vulgär zu philosophisch-sinnierend – eine direkte, aber inhaltlich doch auch tiefsinnigere Fortsetzung des gewohnten Smith-Stils. Natürlich ist „Dogma“ starker Tobak, über den sich mancher echauffieren dürfte. Aber letztlich ist der wild ausufernde und nicht immer treffsichere Film auch erfrischend und liebenswert. Gerade Jugendliche könnten Gefallen daran finden – und sich unvermittelt mit Dingen auseinandersetzen, die sie als langweilig und unzeitgemäß empfinden. ara.

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