Filmhandlung und Hintergrund

Beeindruckende Adaption von Marcel Prousts letztem Kapitel seines Mammutwerks "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" um die Erinnerungen eines Dandys.

Der alte und krank ans Bett gefesselte Marcel erinnert sich an alte Zeiten, an seine Liebschaften. Er erinnert sich an Gilberte, die ihm lehrte zu lieben, an ihre Mutter Odette, an Albertine und all die anderen Menschen, die er kennenlernte. Darunter auch den Mann von Gilberte, Robert, den der Krieg gebrochen hat, und den zynischen Beobachter Baron de Charlus.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die wiedergefundene Zeit: Beeindruckende Adaption von Marcel Prousts letztem Kapitel seines Mammutwerks "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" um die Erinnerungen eines Dandys.

    Sich des siebenteiligen Romans „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ von Marcel Proust anzunehmen, bedarf es schon ein Stück Selbstsicherheit und Wagemut. Dem in Paris lebenden Chilenen Raoul Ruiz gelang ein deliziöses Gesellschaftsporträt Anfang des 20. Jahrhunderts, das durch Opulenz, Atmosphäre und Schauspieler wie John Malkovich, Cathérine Deneuve und Emmanuelle Béart überzeugt.

    Weder Joseph Losey noch Luchino Visconti war es vergönnt, ihren Traum von der Verfilmung des monumentalen Proust-Romans zu verwirklichen, Volker Schlöndorff schaffte nur die Adaption des Teilstücks „Eine Liebe von Swann“. Gehalten wird die vielschichtige Geschichte durch eine Rahmenhandlung. Marcel Proust, von seiner aufmerksamen Haushälterin Céleste umsorgt, diktiert vom Krankenlager den Roman und streift in Rückblenden noch einmal die wichtigsten Stationen seines Lebens, erinnert sich an Menschen, die er liebte und zu Romanfiguren wurden. Diese Reise in die Vergangenheit führt in die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, in der Proust in Gilberte verliebt ist, die ihrem bisexuellen Gatten verbunden ist, danach folgt der Zweite Weltkrieg, den die Mitglieder der High Society eigentlich nur als lästig empfinden und sich nicht abhalten lassen, sich hemmungslos zu amüsieren, egal ob hetero- oder homosexuell. Ruiz betrachtet das dekadente Geschehen aus der Distanz, verknüpft verschiedene Zeitebenen, spielt mit Traum und surrealen Elementen. Die lange Exposition mit einer Vielzahl von Personen stellt auf eine Geduldsprobe, aber es lohnt sich, durchzuhalten. Denn der faszinierende Blick lockt in eine fremde Welt, in eine erlesene, dem Untergang geweihte Gesellschaft, deren Eleganz und Raffinesse nicht über gepflegte Langeweile und innere Leere hinwegtäuschen kann. Dabei verzichtet Ruiz auf konventionelle Erzählstruktur und arbeitet stark mit Assoziationen, verbindet geschickt den Roman „Die wiedergefundene Zeit“ mit Fragmenten des Mammutwerks „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. Bei dem enormen Schauwert vergisst man zeitweise die Länge von mehr als zwei ein viertel Stunden. Gehobene Unterhaltung, die nicht nur Freunde opulenter Literaturverfilmungen schätzen sollten. mk.

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