Die Vermessung der Welt (2012)

Die Vermessung der Welt Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Die Vermessung der Welt: "Doctor's Diary"-Star Florian David Fitz in der 3D-Verfilmung des gleichnamigen Kultromans um zwei gegensätzliche Welt-Erforscher.

Anfang des 19. Jahrhunderts erforscht Offizierssohn Alexander von Humboldt Südamerika. Zur gleichen Zeit erobert Carl Friedrich Gauß, Sohn eines Arbeiters, mit der Welt der Zahlen ganz andere Räume. Beide Männer, der Naturforscher und der Mathematiker, werden zu Berühmtheiten ihrer Zeit. Nur zweimal begegnen sich diese Koryphäen, die trotz unterschiedlicher Naturelle und Biografien in ihrer Entdeckungslust, ihrer Weltfremdheit und Überheblichkeit, aber auch in ihrer erlebten Einsamkeit Gemeinsamkeiten haben.

Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß sind Berühmtheiten ihrer Zeit – und treffen zweimal aufeinander. Eindrucksvolle Verfilmung von Daniel Kehlmanns Bestseller über zwei berühmte deutsche Forscher des 19.Jahrhunderts.

Darsteller und Crew

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    Alexander von Humboldt war einer der größten Naturwissenschaftler aller Zeiten und ein Pionier seiner Zeit. Die Sehnsucht, die Welt zu erforschen und in gewisser Weise auch zu vermessen, ließ ihn weite Reisen in alle Himmelsrichtungen unternehmen. Und während er Anfang des 19. Jahrhunderts den Orinoco Fluss in Südamerika erkundete, machte sich in Braunschweig ein anderer Mann auf, die Welt auf andere Weise zu berechnen: Carl Friedrich Gauß, der Begründer der modernen Mathematik. Zwei große Geister, zwei Arten, die Welt zu erkunden. Der gleichnamige Roman von Daniel Kehlmann war einer der größten Erfolge der deutschen Gegenwartsliteratur und Detlev Buck ist eine kongeniale Verfilmung der fiktiven Doppelbiographie gelungen. Beide Figuren kommen zu ihrem Recht und werden durch Florian David Fitz als Gauß und Albrecht Schuch als Humboldt glaubhaft verkörpert. Immer wieder springen die Bilder zwischen dem heimeligen Braunschweig und den exotischen Schauplätzen in Südamerika hin und her, oftmals spielerisch und originell miteinander verwoben. Die Musik unterstreicht die Kraft der Bilder, die philosophischen Gedanken beider kluger Geister regen an und sind doch nicht ohne den typisch Buck'schen Witz und Charme. Ein visuell ausdrucksstarker, kluger und über die Maßen unterhaltsamer Film über neue Welten und alte Weisheiten.

    Jurybegründung:

    Eine Zeitreise ins späte 18. bzw. das frühe 19. Jahrhundert. Zwei unterschiedliche Lebenswelten treffen aufeinander. In der einen lebt Carl Friedrich Gauß, in der anderen Alexander von Humboldt. Beide wollen die Welt vermessen, jeder auf seine Art.

    Gauß wächst in ärmlichsten Verhältnissen auf, sein Lehrer in der Volksschule entdeckt seine unglaublichen mathematischen Fähigkeiten und sorgt dafür, dass der Knabe dem Herzog von Braunschweig vorgestellt wird, damit er ein Stipendium erhält. Und Gauß wird zum mathematischen Genie seiner Zeit. Er geht neue Wege und ist entschlossen, alles in der Welt mathematisch beweisen und vermessen zu können. Alexander von Humboldts Leben verläuft dagegen in anderen Bahnen, in Adelskreisen. Auch er will jedoch die Welt vermessen. Nicht theoretisch, sondern praktisch durch die Erkundung der noch nicht entdeckten fernen Länder.

    Das sind die Grundbausteine zweier neuzeitlicher Wissenschaftstypen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Der eine vermisst die Welt zu Hause in der Schreibstube, der andere untersucht sie an den fernsten Ecken des bisher noch nicht Gesehenen und Wahrgenommenen. Beide sind besessen von ihrer Aufgabe und vergessen dabei die Menschlichkeit. Ihre Biografien nachzuzeichnen, führt zu einem spannenden und lustvollen Wissenschaftsfilm, bei dem ihre Methoden und die Biografien der beiden Extremwissenschaftler bis ins hohe Alter gegeneinander montiert werden.

    Das alles in 3D, wohl gedacht als neuer Blick auf die Welt der Reproduktion. Er wirkt nicht aufgesetzt wie bei vielen Filmen dieses Formats, nichts sticht Effekt heischend ins Auge, aber es wirkt manchmal so, als wäre Detlev Buck als Regisseur noch ein wenig im Versuchsstadium damit.

    Buck kann auch anders, spürt man deutlich an diesem Film, aber er bleibt seiner komödiantischen Linie treu. Es ist ein eher subtiler Humor, der sich aus den Charakteren und deren Eigenheiten ihres jeweiligen Eigensinns entwickelt, geschuldet den sehr guten schauspielerischen Leistungen der Protagonisten, der Opulenz und der Genauigkeit der Ausstattung und den eindringlichen Bildern der Suche nach Erfüllung des Vermessungsdrangs. Bucks Verfilmung der Romanvorlage von Daniel Kehlmann ist ein Glücksfall und gleichzeitig eine lebendige Beschreibung, wie wissenschaftlicher Ehrgeiz sich mit dem Leben verschränkt. Ein wenig Kostümfilm, manchmal auch didaktisch, dazu noch die künstlerische Freiheit im Umgang mit historischen Fakten. Aber alles in allem ein spannender, vergnüglicher und überzeugender Film über Lust und Leiden an der Vermessung der Welt.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Die Romanvorlage "Die Vermessung der Welt" von Daniel Kehlmann aus dem Jahre 2005 ist längst ein moderner Klassiker geworden: Von der Kritik hochgelobt, verkaufte sich das Buch über 2 Millionen Mal allein in Deutschland und brachte es 2006 auf Platz zwei der Jahresbestsellerliste der New York Times. Dass es einen weiteren Versuch geben würde, das enorme Interesse an dem von Humor und Ironie durchtränkten Stoff noch einmal in Geld zu verwandeln, konnte da nicht verblüffen. Etwas anderes ist da schon eher bemerkenswert: Regisseur Detlev Buck ("Same Same But Different", "Knallhart") gelingt es, in seiner Verfilmung sehr viel von den Anspielungen, Subtexten und Konnotationen von Kehlmanns Roman zu erhalten, ohne dass sie überfrachtet oder trocken wirkt.

    Es geht um den Konflikt von abstrakt-mathematischer und konkret-sinnlicher Erfahrung. Es geht um die Einsamkeit des Genies. Es geht um dessen Skrupellosigkeit und die Tendenz, seine Umgebung auszusaugen wie ein Vampir. Es geht um den nicht nur wissenschaftlichen, sondern auch politischen Epochenwandel im Zuge der Aufklärung. Und es geht um vieles mehr. Doch weder Argumentiererei noch Pathos hatte Buck im Sinne, er umschifft diese Klippen recht mühelos mit Witz und Humor. Dabei stehlen zwei Nebenfiguren den starken Hauptdarstellern bisweilen gar die Show: Der große "Switch Reloaded"-Komödiant Max Giermann ("Otto´s Eleven", "Rubbeldiekatz") als cholerischer Militärmacho und Michael Maertens ("Sonnenallee", "Die Häupter meiner Lieben") als affektiert-überforderter Herzog von Braunschweig haben die meisten Lacher auf ihrer Seite.

    Der international renommierte Kameramann Slawomir Idziak ("Black Hawk Down", "Harry Potter und der Orden des Phönix") macht in der bislang wohl aufmerksamkeitsstärksten 3D-Produktion aus deutschen Landen ein vergangenes Jahrhundert greifbar. Da wirbelt dem Zuschauer der Staub in den Schulstuben um die Nase, und das satte Grün des Amazonas-Dschungels steht wie eine dichte, lockende Wand vor ihm - ohne dass diese exotische Kulisse für Postkartenbilder ausgeschlachtet würde. Um aus einem Buch-Klassiker auch einen Film-Klassiker zu machen, fehlt es freilich an einem: einem etwas schlankeren, noch zugkräftigeren Drehbuch.

    Fazit: Die anspielungsreiche Geschichte des Films "Die Vermessung der Welt" mäandert bisweilen etwas vor sich hin. Trotzdem hat es Detlev Buck mit einer starken Darstellerriege und einer liebevoll-detailversessenen Ausstattung geschafft, in seiner Inszenierung Witz und Klugheit geschickt miteinander zu verweben.
  • Detlevs Bucks Verfilmung von Daniel Kehlmanns Bestseller ist ein Triumph der Bilder und des intelligent-humorvollen Erzählens.

    Dass einer der unberechenbarsten deutschen Filmemacher, der zuletzt mit Kinderfilm, Liebesdrama und Verwechslungskomödie sein Spektrum erweiterte, jetzt mit einem Film über den berechenbaren Raum sein größtes Wagnis eingeht, sorgt für ein Lächeln. Dass dieses dann den Zuschauer für zwei Stunden begleitet, ist eine nicht nur hierzulande seltene Qualität, die in Koalition mit visueller Verführungskraft “Die Vermessung der Welt” zur sehenswerten Entdeckungsreise macht. Und genau darum geht es bei diesem ungewöhnlichen Projekt, das Historienfilm, Komödie, Abenteuer und Bildungsmission über die parallel erzählten Biografien zweier berühmter Männer verschweißt.

    Für jeden, den die statistische Glockenkurve in Schul- und Studienzeit zum mentalen Absturz brachte, eröffnet der Film mit einem Trost, wenn der junge Carl Friedrich Gauß, auf den sie zurückgeht, Ende des 18.Jahrhunderts die Rute seines Lehrers zu spüren bekommt. Der Schaden bleibt ja auch begrenzt, wird doch dieser Lehrer Gauß’ erster Förderer auf dem Weg zum bekanntesten Mathematiker seiner Zeit werden. Im Unterschied zu Gauß (Florian David Fitz) stammt Alexander von Humboldt (Albrecht Schuch) nicht aus der Welt der Armut, sondern des Wohlstands, besitzt auch nicht den brillanten Verstand des von ihm bewunderten Mathematikers, wohl aber dessen Neugier, die Welt verstehen zu wollen. Humboldt reist dafür um den Globus, studiert Menschen, Fauna und Flora, während der Forschungsraum von Gauß, der das Königreich Hannover vermessen soll, vor allem sein Kopf bleibt. Der Film begleitet beide Männer von der Kindheit bis ins höhere Alter, wechselt zwischen Südamerika und deutscher Heimat hin und her, bis sich Unterschiede und Gemeinsamkeiten, darunter Einsamkeit und Weltfremdheit, erschließen.

    Buck, der mit Kehlmann und Daniel Nocke auch das Drehbuch schrieb, bleibt zurückgenommener Beobachter, selbst im bissigen, visuell aufgelösten Kommentar zum jesuitischen Missionarstum, bei dem Vorder- und Hintergrund des Bildes die Heuchelei enttarnen. Leise Komik regiert, entwickelt sich aus den zwei Zentralexoten, aber auch durch witzige Nebenfiguren (herausragend: Michael Maertens als leicht debiler Landesfürst). Trotz eines limitierten Budgets leistet “Die Vermessung der Welt” auch ausstatterisch Erstaunliches, erforscht mit plastischem 3D den Raum von Zimmern, Regenwäldern, ja sogar Körpern. Dieser optisch eindrucksvolle Film, der für einen Schauplatzwechsel die Welt schon einmal auf den Kopf stellt, ist nicht nur eine Liebeserklärung an den Entdeckergeist, sondern auch ans Kino. kob.
  • Unerträgliche und planlose Verfilmung eines deutschen Weltbestsellers, die ebenso grauenhaft gespielt wie arschlangweilig ist.
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