Filmhandlung und Hintergrund

TV-Thriller: Eine Frau muss sich nach ihrem Ausstieg aus einer Gruppe von christlichen Fundamentalisten auf eine atemlose Flucht begeben (nach dem Roman "Die Namenlosen" von Hansjörg Schertenleib).

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Kritikerrezensionen

  • Die Verlorenen: TV-Thriller: Eine Frau muss sich nach ihrem Ausstieg aus einer Gruppe von christlichen Fundamentalisten auf eine atemlose Flucht begeben (nach dem Roman "Die Namenlosen" von Hansjörg Schertenleib).

    Ein Kampf zwischen Gut und Böse vor dem Hintergrund eines Verbrechens: „Die Verlorenen“ ist ein religiöses Drama ohne Happy End.

    Die Rattenfänger der Moderne sind charismatische Männer, die auf den ersten Blick den schwachen Punkt ihrer Opfer erkennen. Deshalb hat der ganz in schwarz gekleidete Carlos (David Selvas) auch leichtes Spiel mit Krista (Karoline Eichhorn). Die Dreißigjährige ist als junges Mädchen von einem Priester vergewaltigt worden; ihr Baby musste sie zur Adoption freigeben. Damit ist sie das perfekte Mitglied für Carlos‘ kleine Gruppe von Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen einen tiefen Hass auf die Kirche haben. Ihr Anführer lehrt sie, in Selbstkasteiungen erst sich selbst zu reinigen und dann ihre einstigen Peiniger zu beseitigen. Natürlich verliebt sich Krista in den schmucken Iberer mit den irischen Vorfahren; viel zu spät erkennt sie, dass sie einem Teufel in Menschengestalt verfallen ist.

    Christian Görlitz hat sein Drehbuch nach Motiven des Romans „Die Namenlosen“ von Hansjörg Schertenleib geschrieben, doch eigentlich stimmen nur noch die Grundzüge überein. Görlitz (auch Regie) beginnt seine Geschichte mit dem Tod der Heldin: Lebenskünstler Eric (Andreas Pietschmann) findet bloß noch ihren leblosen Körper und daneben rauchende Reste der Aufzeichnungen, in denen sie ihr Leben aufgeschrieben hat. Carlos hat die Notizen zwar vernichtet, aber übersehen, dass Krista auch ein Diktiergerät besaß. Erich macht ihre Tochter ausfindig; gemeinsam lauschen sie den Erinnerungen an ein verpfuschtes Dasein.

    Natürlich entwickelt das Drama fast automatisch eine gewisse Faszination; es ist durchaus ersichtlich, was Görlitz an dem Sujet gereizt hat. Allerdings liegt auch genau darin eine Schwäche: Der Film vertraut zu sehr auf die Düsternis seiner Atmosphäre; aus der Dramaturgie heraus entsteht viel zu wenig Spannung. Auch die Figuren und ihre Darsteller überzeugen nicht immer. Pietschmann bekommt als lebensbejahender Erik kaum Konturen, der Katalane Selvas (der Film ist eine Koproduktion zwischen dem NDR und dem Katalanischen Fernsehen und spielt überwiegend in Spanien) muss in erster Linie finster dreinblicken und gut aussehen, und die Frauen inszeniert Görlitz immer wieder zu laut. Andererseits versieht Eichhorn die junge Frau mit der nötigen Fragilität, so dass ihre Motive stets nachvollziehbar bleiben. Und als Fallstudie über Fanatismus und Hörigkeit ist der Film ohnehin interessant. tpg.

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