Filmhandlung und Hintergrund

Coming-of-Age-Story, in dem eine 14-Jährige sich Spießer-Eltern wünscht.

Die 14-jährige Stevie (Ceci Schmitz-Chuh) bricht mit ihrer Mutter Lily (Pascale Schiller) aus Portugal auf, um ihren gerade aus dem deutschen Gefängnis entlassenen Vater Axel (Birol Ünel) zu besuchen. Die eigenwillige Stevie ahnt nicht, dass sie nicht mehr zurückkehren, sondern fortan in einem provinziellen Nest mit einer ständig wechselnden Gruppe von Hippie-Freunden leben werden. Aus Scham über ihre hedonistischen Eltern gibt sich Stevie als Diplomatentochter aus. Der Schwindel fliegt bald auf.

Im an Oskar Roehler und Lukas Moodysson erinnernden Debütfilm von Pia Marais rauben die illegalen Aktivitäten ihrer Eltern einem jungen Mädchen die Ruhe und den letzten Nerv. Das realitätsnahe Drama beschreibt den Generationenkonflikt mit Alt-Hippies.

Die 14-jährige Stevie lebt mit ihren Hippie-Eltern und deren Freunden ein Leben entgegen der Norm in einem heruntergekommenen Haus mit verwildertem Garten. Der aus dem Knast entlassene Vater verdient sein Geld mit dem Verkauf von Haschisch. Stevie schämt sich für ihre Familie und wünscht sich normale Spießer-Eltern.

Die 14-jährige Stevie lebt mit ihren Eltern und deren Freunden ein Leben entgegen der Norm in einem heruntergekommenen Haus. Der aus dem Knast entlassene Vater verdient sein Geld durch Drogen. Jeder Tag ist eine Party, man schläft bis in die Puppen, hat Sex miteinander, läuft nackt herum. Das Mädchen schämt sich schrecklich, für ihre Mitschülerinnen erfindet sie einen Vater im Diplomatendienst in Brasilien, klebt die Köpfe ihrer Eltern auf gestohlene Familienfotos. Und trotz aller Widerstände löst sie sich von der Großfamilie.

14-jährige lebt mit Eltern und Freunden abseits der Norm in heruntergekommenen Haus und löst sich trotz Widerständen letztlich von der Großfamilie. Coming-of-Age-Story von Pia Marais mit guten Darstellerleistungen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Unerzogenen: Coming-of-Age-Story, in dem eine 14-Jährige sich Spießer-Eltern wünscht.

    Eine 14-Jährige wächst bei ihren ausgeflippten Hippie-Eltern auf und sehnt sich nach einer normalen Spießer-Familie.

    Adieu, Rebellion! Vorbei die Zeiten, da Jugend Aufbruch in neue Welten bedeutete, den Bruch mit Traditionen. Pia Marais krempelt in ihrer Coming-of-Age Geschichte die Verhältnisse um. Die Erwachsenen machen auf Ausschweifung und „forever young“, die Heranwachsende träumt von festen Regeln und Sicherheit. Stevie lebt mit ihren Eltern und deren Freunden ein Leben entgegen der Norm in einem heruntergekommenen Haus mit verwildertem Garten ohne Rückzugsmöglichkeit. Der aus dem Knast entlassene Vater (Birol Ünel als unreifer Pater Familias) verdient sein Geld durch Drogen, bunkert gar Haschisch in ihrem Koffer. Jeder Tag ist eine Party, man schläft bis in die Puppen, hat Sex miteinander, läuft nackt herum und lässt sich von Hanfpflänzchen oder Alkohol stimulieren. Das Mädchen schämt sich schrecklich, für ihre Mitschülerinnen erfindet sie einen Vater im Diplomatendienst in Brasilien, klebt die Köpfe ihrer Eltern auf gestohlene Familienfotos. Und trotz aller Widerstände löst sie sich von der Großfamilie.

    Pia Marais weiß, wovon sie erzählt. Selbst Tochter von Hippies, greift sie auf ihre Erfahrungen im Endlos-Chaos zurück, das zentrale Thema der Geschichte sind fehlende Grenzen, die Verweigerung jeglicher Form von Verantwortung. Dabei stellt sie die Frage, wie ein Kind in dieser Umgebung eine eigene Identität entwickeln kann. Hilflos wirken die Versuche der 14-Jährigen, Vater und Mutter zu einer bürgerlichen Existenz zu bringen, auch mit unrealistischen Berufsvorschlägen wie Makler, weil man dafür keine Ausbildung braucht. Nicht alles wirkt perfekt inszeniert, die Erwachsenen bewegen sich oft stark in der Nähe zum Klischee, dafür ist Ceci Chuh als Stevie eine Entdeckung. Ihr skeptischer Blick, die gerunzelte Stirn, der angestrengte Gesichtsausdruck spiegeln ihre Angespanntheit wieder, das diffuse Gefühl von Unfreiheit, aber auch die große Verletzbarkeit. Dennoch kein Pessimismus oder harte Abrechnung mit der Nachfolgegeneration der 68er. Das Mädchen genießt das Privileg der Jugend. Die Zeit ist auf ihrer Seite und ein kleiner Ausbruch besser als Nichts. mk.

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    Kino.de Redaktion  

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