Die Stunde des Wolfes

Filmhandlung und Hintergrund

Dieser Mystery-Thriller ist ein ungewöhnlicher Film für Silke Bodenbender und erst recht fürs ZDF.

Rebecca Thalberg flieht aus der Psychiatrie, um im Erzgebirge endlich die düstere Geschichte der Familie ihres Mannes Henry aufzuklären. Die Einheimischen entpuppen sich als verschlossen und feindselig. Der örtliche Förster verliebt sich allerdings umgehend in die schöne Fremde und erzählt ihr von den Legenden, die sich um die Explosion der Thalberg’schen Glashütte und den Tod des Patriarchen ranken. Dank Rebecca stellt sich Schwiegermutter Eleanor endlich einer alten Schuld.

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Kritikerrezensionen

  • Die Stunde des Wolfes: Dieser Mystery-Thriller ist ein ungewöhnlicher Film für Silke Bodenbender und erst recht fürs ZDF.

    Dieser Film ist gleich in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. „Die Stunde des Wolfes“ ist ein Mystery-Thriller, ein für Hauptdarstellerin Silke Bodenbender wie auch das ZDF eher ungewöhnliches Genre.

    Geschichte und Machart würde man eher bei ProSieben als im „Zweiten“ vermuten. Inszeniert hat den Film Matthias Glasner, und auch dies beweist den Mut des ZDF: Während bei den meisten Regisseuren der Mut zu ausgefallenen Stoffen und Stilen im Verlauf diverser Fernseharbeiten auf der Strecke bleibt, sind die Filme Glasners nach wie vor ähnlich unbequem wie sein Kinodebüt Sexy Sadie“ (1996), wie er zuletzt mit der Abschiedsvorstellung für den Hamburger „Tatort“-Kommissar Cenk Batu („Die Ballade von Cenk und Valerie“) eindrücklich bewiesen hat.

    „Die Stunde des Wolfes“ ist jedoch selbst für Glasners Verhältnisse ungewöhnlich, und da er gelegentlich einige Register zu viel zieht, erzielen manche Szenen fast einen gegenteiligen Effekt. Nebel wallen, Wölfe klagen, eine Glühbirne zerplatzt, zur rechten Zeit zieht ein Unwetter auf, und Glasners Lieblingsschauspieler Jürgen Vogel wirkt wie eine Hommage an Nosferatu: Fans solcher Filme werden das nicht immer ernst nehmen, und das übliche ZDF-Publikum dürfte mit dem ungewohnten Genre fremdeln. Reizvoll ist der Film trotzdem, vor allem wegen der Geschichte (Buch: Glasner und Sascha Arango): Rebecca Thalberg (Bodenbender) flieht aus der Psychiatrie, um im Erzgebirge endlich die düstere Geschichte der Familie ihres Mannes Henry (Vogel) aufzuklären. Die Einheimischen sind genauso vierschrötig und feindselig, wie sie das in solchen Filmen immer sind, aber einer trägt sein Herz auf dem rechten Fleck. Der prompt verliebte Förster Faller (Ronald Zehrfeld) erzählt Rebecca von den Legenden, die sich um die Explosion der Thalberg’schen Glashütte und den Tod des Patriarchen ranken. Die Witwe, Eleanor Thalberg (Christine Schorn), führt seither ein Dasein in konsequenter Abgeschiedenheit. Erst Rebeccas Erscheinen führt dazu, dass sie sich ihrer Schuld stellt. Ein Schlüssel, den Henry stets um den Hals zu tragen pflegte, öffnet buchstäblich die Tür zu unvorstellbar grausamen Kindheitserfahrungen.

    Natürlich befindet sich diese Tür unter der Erde; selbstredend entkommt Mutter Thalberg ihrem verdienten Schicksal nicht, weil der längst mit den Wölfen heulende Henry blutige Rache nimmt; und eigentlich kann Glasner nicht ernstlich geglaubt haben, dass niemand seinen dramaturgischen Kniff mit der leichenblassen Hauptfigur durchschaut. Aber man kann durchaus nachvollziehen, was gerade Silke Bodenbender an diesem Film gereizt hat. Dank der bemerkenswerten Bildgestaltung durch Glasners bevorzugte Kamerafrau Sonja Rom und die Drehorte im Erzgebirge ist der Film optisch sehr interessant, und ein überaus eingängiges musikalisches Leitmotiv (Christoph M. Kaiser, Julian Maas) sorgt für akustische Orientierung. Aber mitunter wirkt „Die Stunde des Wolfes“ schlicht prätentiös. tpg.

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