Filmhandlung und Hintergrund

TV-Serie um eine engagierte Lehrerin in Brandenburg, die einen privaten und beruflichen Neuanfang wagen muss.

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Kritikerrezensionen

  • Die Stein (1. Staffel, 13 Folgen): TV-Serie um eine engagierte Lehrerin in Brandenburg, die einen privaten und beruflichen Neuanfang wagen muss.

    Geschichten, die größtenteils in einer Schule und außerdem noch auf einem Reiterhof spielen und deren Protagonisten versuchen, beide Handlungsorte miteinander zu verschmelzen, um die Schule zu retten: Das klingt schwer danach, als hätte sich die Gemeinschaftsredaktion Serien die Erfahrungen der Kollegen von „Schloss Einstein“ zunutze gemacht.

    Eine Kinderserie ist „die Stein“ trotzdem nicht geworden. Inhalt und Optik wirken vielmehr, als habe ARD-Tochter Degeto ihre Finger im Spiel. Wie in den Freitagsfilmen kulminieren Wohl und Wehe zu einer Abfolge dramatischer Höhepunkte, deren ästhetische Gestaltung dank einer konzentrierten Sonnenflut allerdings stets nahe legt: alles halb so wild, zumal sich die Mark Brandenburg von ihrer schönsten Seite zeigen darf.

    Dabei muss die wackere Titelheldin eine Menge aushalten. Gleich zu Beginn ertappt sie Mann und Schwester in flagranti, und an ihrer neuen Schule wird die Lehrerin schon gemobbt, bevor sie ihre Arbeit überhaupt angefangen hat: Ihr Chef (David C. Bunners) ist ein Karrierist, der ihr einst beim gemeinsamen Studium die Examensarbeit geklaut hat, einer Reaktivierung der einstigen Beziehung aber nicht abgeneigt wäre, was sein Betthäschen, eine platinblonde Referendarin (Ivonne Schönherr), natürlich zu allerlei Intrigen veranlasst. Und dann erleidet die unwissentlich schwangere Heldin auch noch eine Fehlgeburt. Aber „die Stein“, von Julia Stemberger in ihrer ersten Serienhauptrolle mit einem seit Dieter Wedels Mehrteiler „Der König von St. Pauli“ kultivierten Stil sensiblen Trotzes verkörpert, lässt sich nicht unterkriegen; zumindest nicht in der Schule. Um ihre Liebe hingegen kämpft Katja seltsamerweise keinen Moment lang, was vor allem damit zusammen hängt, dass sie alsbald den Besitzer (Jochen Horst) des benachbarten Reiterhofs schätzen lernt.

    Selbstredend aber kommt es in den nächsten Folgen noch dicker: Kaum vom Gatten getrennt, erfährt Katja, dass der Seitensprung prompt zur Schwangerschaft geführt hat. Außerdem hat sie jetzt ein Hotel am Hals. Das „Landhotel am See“ war zwar der Wunschtraum ihres Mannes, doch der ist nun über alle Berge. Zu allem Überfluss sorgt ihre Klasse in jeder Folge für Kapriolen: Ein 16-jähriger Schüler muss für seine kleine Schwester sorgen, weil seine Mutter im Knast ist, ein anderer hat plötzlich ein Baby an der Backe, ein Mädchen will Schulbesuch und Ambitionen als Filmstar unter einen Hut kriegen. Und dann stellt sich noch raus, dass Stefan, der patente Kerl vom Reiterhof, eine Vergangenheit als Banker hat und just dann geschäftlich gen Shanghai enteilt, als es zwischen ihm und Katja so richtig knistert.

    13 Folgen hat die ARD zunächst in Auftrag gegeben. Dabei wird es kaum bleiben. Während neue deutsche Serien anderswo von den Zuschauern regelmäßig abgestraft werden, stellt der Dienstagabend im „Ersten“ schon seit geraumer Zeit eine Art Refugium dar. Die Produzenten von Reihen wie „Um Himmels Willen“, „Familie Dr. Kleist“ oder „Tierärztin Dr. Mertens“ können vermutlich gar nicht verstehen, warum ihre Kollegen schon seit Jahren über eine Serienkrise lamentieren. „die Stein“ kam konstant auf über fünf Millionen Zuschauer und steigerte sich sogar. tpg.

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