Die Schäferin

  

Filmhandlung und Hintergrund

Sehenswerte rustikale Romanze mit Stefanie Stappenbeck und Hans-Werner Meyer.

Die arbeitslose Anwältin Svea erhält den Hilferuf ihrer Schulfreundin Ute: Ihr Onkel hat sich ein Bein gebrochen und kann sich nicht mehr um seine Schafe kümmern. Svea, ausgebildete Schäferin, hat von Frankfurt ohnehin die Nase voll und springt ein. Auf der Rhön trifft sie Hannes, ihre Jugendliebe und mittlerweile Tierarzt des Dorfes. Die beiden geben sich zunächst abgeklärt, fallen schließlich aber doch übereinander her. Es gibt nur ein Problem: Hannes ist mit Ute verheiratet.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Schäferin: Sehenswerte rustikale Romanze mit Stefanie Stappenbeck und Hans-Werner Meyer.

    Die Geschichte ist von ähnlich ergreifender Schlichtheit wie der Titel. Und doch ist der Film ein Beweis dafür, dass auch eine überschaubare Handlung neunzig Minuten lang fesselnde Unterhaltung bieten kann: weil Regisseurin Dagmar Damek mit glaubwürdigen Darstellern von lebensnahen Konflikten erzählt. Und weil die Titelrolle von Stefanie Stappenbeck gespielt wird, die sowohl als arbeitslose Großstadtanwältin wie auch als tierliebende Schäferin eine gute Figur macht.

    Es dauert zwar eine Weile, bis Dagmar Damek, die das Drehbuch gemeinsam mit Manfred Kosmann schrieb, zum zentralen Konflikt vordringt, aber das macht gar nichts: weil man Stefanie Stappenbeck gern dabei zuschaut, wie sie sich mit den Schafen abmüht.

    Im vergleichsweise lakonischen Prolog bewirbt sich Hauptfigur Svea bei einer Frankfurter Firma, fühlt sich aber fehl am Platz, als die Herren andeuten, dass sie als Frau ja auch potenzielle Mutter und daher irgendwann womöglich nicht mehr arbeitsfähig sei. Kurz drauf erhält sie den Anruf von Schulfreundin Ute (Katja Studt), und nun erfährt man nach und nach, dass Svea auch mal ein anderes Leben geführt hat: Sie ist die Tochter eines verstorbenen Schafzüchters irgendwo auf der Rhön und ausgebildete Schäferin, zog es dann aber doch vor, Jura zu studieren, anstatt den väterlichen Betrieb zu übernehmen. Ute sucht jemanden, der ihrem Onkel helfen kann: Walter (Michael König), ebenfalls Schafzüchter, hat sich ein Bein gebrochen. Kurzerhand lässt Svea Frankfurt hinter sich und bietet sich als Hilfe an. Der bärbeißige Walter traut ihr zwar nichts zu, ist aber bald beeindruckt. Gleiches gilt für Hannes (Hans-Werner Meyer), Sveas Jugendliebe und Tierarzt des Dorfes. Die beiden geben sich beim Wiedersehen recht abgeklärt, fallen aber schließlich doch übereinander her. Dagegen wäre ja auch nichts einzuwenden; wenn Hannes nicht mit Ute verheiratet und Vater der gemeinsamen Tochter wäre.

    Im Grunde besteht der Film über weite Strecken bloß aus Landschaft, Schafen und den Anziehungskräften zwischen Svea und Hannes. Zwischendurch gibt es kleine Aufregungen, wenn die Schäferin wild entsorgte Giftkanister entdeckt, ein Schaf aus einem Graben rettet oder einen Teil der Herde von den Gleisen verscheucht, während sich bereits ein Zug nähert. Unangefochtenes Zentrum aber ist die von Stappenbeck und Meyer glaubwürdig verkörperte und von Dagmar Damek mit viel Empathie inszenierte neu entfachte Leidenschaft.

    Natürlich erfindet der Film dieses seit einigen Jahren gern und oft bediente Subgenre des Frauenfilms, „Zurück zu den Wurzeln“, nicht neu, zumal die Heldinnen der Geschichten bei ihrer Heimkehr ja grundsätzlich ihrer Jugendliebe über den Weg laufen. Aber das Drehbuch gewinnt dem Sujet viele schöne Momente ab; außerdem ist Damek und Kosmann eine abwechslungsreiche Mischung aus Romantik, Dramatik und Komik gelungen. Die Tatsache, dass Sveas Gegenspielerin Ute gleichfalls Sympathieträgerin ist, gibt der Geschichte einen zusätzlichen Reiz. Am schönsten sind trotzdem die Szenen mit den Schafen, und auch diese Herausforderung löst Stefanie Stappenbeck bravourös. Das Spannungsniveau der Bedrohungen mag zwar nur unwesentlich über dem eines Kinderfilms liegen, aber einige Schafe bleiben auch auf der Strecke; das hätten die Kinder gar nicht gern. tpg.

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